<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653</id><updated>2012-01-12T05:35:48.202-08:00</updated><category term='Steuern'/><category term='Grundeinkommen'/><category term='Literatur'/><category term='Fonds'/><category term='Personen'/><category term='Mikrofinanz'/><category term='Medien'/><category term='Werbung'/><category term='Krise'/><category term='Nachhaltigkeit'/><category term='SRI'/><category term='Wirtschaftspolitik'/><category term='Organisationen'/><category term='Veranstaltungen'/><category term='Sozialstaat'/><category term='Wissenschaft'/><category term='Verteilung'/><category term='Wachstum'/><category term='Vorschläge'/><category term='Video'/><category term='Krise. Ökonomen'/><category term='Ethik'/><category term='Natur'/><category term='Systemdiskussion'/><title type='text'>OEKONOMEDIA</title><subtitle type='html'>... widmet sich Alternativen der Ökonomie und in der wirtschaftspolitischen Diskussion; ... gehört zum Unternehmen «Media for a Better World» des Ökonomen und Journalisten Guntram Rehsche (s.a. www.tipp.ch); ... Beiträge sind zeitlich geordnet, Stichwort- und Labelsuche in rechter Spalte; ... Unterstützung mit Zahlung von 20 CHF auf IBAN CH46 0070 0111 3009 63007 (Guntram Rehsche / ZKB) - Danke!.</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>32</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-7096330062562607406</id><published>2012-01-12T05:28:00.000-08:00</published><updated>2012-01-12T05:35:48.253-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wirtschaftspolitik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Krise. Ökonomen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Krise'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Nachhaltigkeit'/><title type='text'>Ran an die Notenbanken</title><content type='html'>&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Zentralbanken sind in Bedrängnis, nicht nur bei uns.  Konservative reden von einem sozialistischen Monster, Progressive rufen  nach einer zinslosen Regionalwährung - eine Analyse des TA-Kolumnisten Philipp Löpfe.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://files.newsnetz.ch/story/2/0/1/20150451/2/topelement.jpg" id="articlefeature" alt="Glänzt in der Krise wieder stärker: Das Goldlager der Zürcher Kantonalbank." /&gt;         &lt;p class="caption" style="float:none; overflow:hidden;"&gt;    &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Glänzt in der Krise wieder stärker: Das Goldlager der Zürcher Kantonalbank. Bild: Keystone&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;          &lt;p&gt;     Im Wirtschaftsteil der Zeitungen und Zeitschriften liest man immer  wieder, die Notenbanken hätten &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;«ihre Bilanz verlängert». &lt;/span&gt;Hinter diesem  harmlosen Ausdruck verbirgt sich nichts anderes als die Tatsache, dass  Notenbanken neues Geld geschaffen haben. Und zwar nicht zu knapp. Ob die amerikanische Notenbank Fed, die &lt;span class="tagWrapper"&gt;&lt;a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/organisation/europaeische-zentralbank/s.html"&gt;Europäische Zentralbank&lt;/a&gt; &lt;/span&gt;(EZB)  oder die Schweizerische Nationalbank (SNB): Alle haben sie ihre  Geldmenge seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise vervielfacht. Was Laien  unerklärlich oder unheimlich erscheint: Die Notenbanken können dieses  neue Geld buchstäblich aus dem Nichts schöpfen. In der computerisierten  Finanzwelt von heute müssen sie es nicht einmal mehr drucken. Ein  einfacher Buchungssatz genügt. Deshalb spricht man auch von  «Fiat-Money», nach dem lateinischen Ausdruck für: «Es geschehe.»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dabei  verlängern die Zentralbanken ihre Bilanzen nicht aus Jux und Tollerei,  sondern weil sie ihrer Rolle als&lt;span style="font-weight: bold;"&gt; Kreditgeberin in letzter Instanz &lt;/span&gt; Rechnung tragen müssen. Wenn eine Geschäftsbank pleite ist, wenn also  ihre Vermögenswerte weniger wert sind als ihre Verpflichtungen, dann  kann sie sich bei der Zentralbank neues Geld leihen. Amerikanische  Immobilien- und Eurokrise haben dafür gesorgt, dass viele  Geschäftsbanken auf diese Nothilfe angewiesen waren und teilweise immer  noch sind.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Der rasante Zerfall der US-Immobilienpreise 2007 &lt;/span&gt;hatte  zur Folge, dass die dazugehörenden verbrieften Hypotheken ebenso rasant  an Wert verloren. Was einst eine todsichere Anlage war, wurde fast über  Nacht zu einer Art Giftmüll. Viele Banken sassen damals jedoch auf  Bergen dieser Papiere. Andere haben heute grosse Posten von  Staatsanleihen europäischer Defizitsünder in ihren Büchern. Auch diese  galten bis zur Eurokrise als sicher.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Doch inzwischen sind diese  Staatsanleihen ebenfalls zu solchem Giftmüll geworden, &lt;/span&gt;denn es ist alles  andere als sicher, dass sie je vollständig zurückbezahlt werden. Nun  werden Banken, die de facto pleite sind, zu einer tickenden Zeitbombe.  Sie können eine Kettenreaktion auslösen, die das gesamte System zum  Einsturz bringt. Um dies zu verhindern, haben die Zentralbanken als  Kreditgeberinnen in letzter Instanz die toxisch gewordenen Wertpapiere  gegen sichere eingetauscht – deutsche Staatsanleihen beispielsweise. Die  Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ebenfalls im grossen Stil  Anleihen und Devisen gekauft, um so mehr Franken in Umlauf zu bringen  und eine übermässige Aufwertung zu verhindern.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Als es noch einen  Goldstandard gab, &lt;/span&gt;wäre eine solche Verlängerung der Bilanzen nicht  möglich gewesen. Ein Goldstandard bedeutet nämlich: Die Zentralbank muss  jederzeit die Landeswährung zu einem festen, nicht veränderbaren Kurs  gegen Gold eintauschen. Gold ist nur begrenzt vorhanden und  fälschungssicher, deshalb ist eine Ausweitung der Geldmenge in diesem  System sehr mühsam. Unter dem Regime eines Goldstandards wäre es daher  wahrscheinlich zu einem verheerenden Bankencrash gekommen, aber niemals  zu einer Explosion der Staatsschulden. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ron  Paul ist einer der Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner. Seit  Jahren führt er einen Kampf gegen das Fiat-Money. Lange galt er als  politischer Aussenseiter, ja gar als Spinner. Seit ein paar Monaten ist  er Kult und erzielt überraschend gute Resultate im Ausscheidungsrennen  der Republikaner. &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Pauls politische Kernbotschaft ist stets  dieselbe: Schafft die amerikanische Zentralbank ab!&lt;/span&gt; Sie ist in seinen  Augen eine Art sozialistisches Monster geworden. «Stellt auch das  Sowjetsystem, auf die Banken übertragen, vor, und ihr erhaltet das Fed»,  schreibt Paul in seinem Buch «End the Fed». Dank der Möglichkeit,  Fiat-Money zu schöpfen, sei dieses sozialistische Monster mit einer  unheimlichen Macht ausgestattet und eine Bedrohung für den einfachen  Bürger geworden. «Das Fed ist verantwortlich für die Wirtschaftszyklen.  Es ist verantwortlich für die Inflation, die Rezession, die Depression  und die exzessiven Schulden», warnt Paul und folgert: Die Zentralbank  muss ersetzt werden durch Privatgeld von Banken, die ihr Geld mit Gold  absichern müssen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Franz  Hörmann ist Professor für Treuhand und Rechnungswesen an der  Wirtschaftsuniversität Wien. Auch sein zusammen mit Otmar Pregetter  verfasstes &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Buch «Das Ende des Geldes»&lt;/span&gt; gibt viel zu reden. Wie Paul  rechnet Hörmann gnadenlos mit den Zentralbanken und dem Fiat-Money ab.  Doch die Zentralbank ist für ihn kein sozialistisches Monster, sondern  ein teuflisches Instrument des neuen Geldadels. Seine Diagnose: «Die  Finanzindustrie hat längst die totale Macht. Die demokratisch gewählten  Politiker hingegen regieren nicht mehr, sie reagieren nur noch.»  Weshalb?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Unser Geldsystem hat eine verheerende Nebenwirkung: den  Zinseszins.&lt;/span&gt; Er führt dazu, dass sich das Geldvermögen nicht linear  entwickelt, sondern exponentiell. Die Wirkung ist die gleiche wie beim  Märchen vom Höfling, der dem persischen König ein Schachbrett schenkte.  Und sich als Gegenleistung auf dem ersten Feld ein Reiskorn wünschte und  auf dem jeweils nächsten die doppelte Anzahl. Also 1, 2, 4, 8, 16 usw.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Lange  geschieht nichts. &lt;/span&gt;Doch ab einem gewissen Punkt steigt die Kurve  plötzlich steil an, und das System wird instabil. In der Natur führen  exponentielle Entwicklungen zum Tod. Das zeigen wuchernde Krebszellen,  die sich ebenfalls exponentiell vermehren. Auf die gleiche Weise führt  beim Zinseszins die wachsende Schuldenlast ins Verderben. «Durch die  Verschuldung der Haushalte bzw. der Staaten kommt es auch zu einer  Versklavung sowohl grosser Teile der Bevölkerung als auch einzelner  Länder», schreibt Franz Höfmann, «die sich nur durch einen Nachlass,  durch Krieg oder durch Vernichtung der Vermögenswerte und ihren  Neuaufbau davon befreien können.»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das Fiat-Money der Zentralbanken  führt so nicht zu einem sozialistischen Monster, sondern zu &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;einer Art  Geldkrebs. &lt;/span&gt;Wegen des durch den Zinseszins verursachten exponentiellen  Wachstums der Schulden wird das System tödlich, sobald die Schuldenlast  steil anzusteigen beginnt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die  Lösung liegt folgerichtig &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;nicht primär in der Abschaffung der  Zentralbank, sondern des Zinses. &lt;/span&gt;Das mag auf den ersten Blick erstaunen,  doch es gab in der Geschichte der Menschheit immer wieder Geldsysteme  ohne Zins. Und es gibt sie heute noch. Man spricht dabei von  Regionalgeld oder Komplementärwährungen. In der Schweiz kennen wir das  WIR-Geld – in Deutschland gibt es gar eine Art Mini-Boom von  Regionalgeld. Das bekannteste Beispiel ist der Chiemgauer in Bayern.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Margrit  Kennedy ist die führende Vertreterin der Regionalgeld-Bewegung  Deutschlands. &lt;/span&gt;Sie hat soeben ein Büchlein mit dem Titel «Occupy Money»  veröffentlicht. Das ist kein Zufall. Kennedy rechnet mit einem baldigen  Kollaps des bestehenden Geldsystems. «Wer sich nur ein bisschen mit den  Finanzmärkten beschäftigt, der weiss, dass die Staatsschulden in Europa  nicht rückzahlbar sind», stellt sie fest. «Wann und in welcher Form eine  Hyperinflation oder eine Währungsreform kommen wird, wissen wir nicht  genau. Ich hoffe, dass wir bis dahin über ausreichend Rettungsboote in  Form von Regionalwährungen verfügen, damit sie möglichst viele Menschen  tragen.»&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Konservative  und progressive Kritiker der Zentralbanken machen sich auch bei uns  bemerkbar. Die Bilanzverlängerung der Zentralbanken verunsichert die  Menschen; die Angst vor Inflation und Hyperinflation wächst. In der  jungen SVP gibt es bereits «Paulisten»: glühende Anhänger von Ron Paul  und seinen Ideen. Der Bekannteste unter ihnen ist Nationalrat Lukas  Reimann. &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Die SVP hat eine Liebe zum Gold.&lt;/span&gt; Sie liebäugelt mit einer  Initiative, die verlangt, dass das Gold der SNB in der Schweiz  aufbewahrt werden muss, und will neuerdings gar der Notenbank verbieten,  Gold zu verkaufen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sobald das Wetter wärmer wird, dürfte sich  auch die Occupy-Bewegung wieder verstärkt bemerkbar machen.&lt;span style="font-weight: bold;"&gt; Zinsloses  Geld und ein bedingungsloses Grundeinkommen &lt;/span&gt;werden dabei wahrscheinlich  zu den zentralen Anliegen avancieren. Zinsloses Geld hat in der Schweiz  eine lange Tradition. Und diese wird wiederbelebt. Kürzlich ist ein  &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Verein mit dem Namen Monetäre Modernisierung (MoMo)&lt;/span&gt; gegründet worden. Er  will eine Volksinitiative lancieren, die das Vollgeld verlangt und den  normalen Geschäftsbanken das Schöpfen von Fiat-Money verbieten will. Es  ist daher eher unwahrscheinlich, dass rund um die SNB bald wieder Ruhe  einkehren wird. Der politische Kampf um die Zentralbank hat erst  begonnen. &lt;span class="idcode"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span class="idcode"&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Der-Kampf-um-die-Notenbanken/story/20150451"&gt;Tages-Anzeiger&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-7096330062562607406?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/7096330062562607406/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2012/01/ran-die-notenbanken.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/7096330062562607406'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/7096330062562607406'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2012/01/ran-die-notenbanken.html' title='Ran an die Notenbanken'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-4679685153544244043</id><published>2011-11-09T02:37:00.000-08:00</published><updated>2011-11-09T02:53:34.509-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wirtschaftspolitik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Verteilung'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sozialstaat'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Krise'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Nachhaltigkeit'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Systemdiskussion'/><title type='text'>D: Sinkende Reallöhne nachgewiesen</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Firmen knausern, die Deutschen verlieren an Kaufkraft: Laut einer Studie ist das durchschnittliche Monatseinkommen im vergangenen Jahrzehnt real um 93 Euro geschrumpft. Der Trend hält an - und das liegt nicht nur am Billiglohn-Boom.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist die Kehrseite einer Erfolgsgeschichte: Zwar ist Deutschland besser durch die jüngste Krise gekommen als jedes andere europäische Land. Der Arbeitsmarkt boomt, den Firmen fehlen sogar Lehrlinge. &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Doch von den Erfolgen haben die Arbeitnehmer wenig gehabt: &lt;/span&gt;Eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt, dass die Löhne im letzten Jahrzehnt geringer stiegen als die Inflation, also die Lebenshaltungskosten. Betroffen sind nahezu alle Einkommensgruppen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Laut den DIW-Berechnungen &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;konnten lediglich die obersten zwei Zehntel der Beschäftigten ein leichtes Plus&lt;/span&gt; bei den realen Bruttomonatslöhnen verzeichnen. Im Durchschnitt gingen diese im vergangenen Jahrzehnt um 4,2 Prozent zurück (siehe Tabelle). Das heißt: Im Schnitt hatten die Deutschen pro Monat 93 Euro weniger in der Tasche. Auch die um die Inflation bereinigten Stundenlöhne stagnierten im letzten Jahrzehnt (siehe Bilderstrecke). Laut Karl Brenke, dem Co-Autor der Studie, ist &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;keine grundsätzliche Änderung des Trends absehbar.&lt;/span&gt; Zwar hätten Arbeitnehmer im zweiten Quartal 2011 verstärkt Lohnerhöhungen durchsetzen können. "Aber der größte Teil davon sind Einmalzahlungen, der Trend nach oben bleibt schwach."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Warum&lt;/span&gt; schrumpfen Reallöhne selbst in Zeiten des Aufschwungs? Eine mögliche Erklärung ist, dass Arbeitgeber zunehmend Niedriglöhne zahlen. Tatsächlich hat der Niedriglohnsektor laut den Autoren bis 2006 an Bedeutung gewonnen, entsprechend entwickelten sich die Löhne von Geringverdienern bis Mitte des vergangenen Jahrzehnts besonders schlecht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch das kann nicht die ganze Erklärung sein. Denn in den vergangenen Jahren wuchs der Niedriglohnsektor kaum noch. Stattdessen mussten laut der Studie in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts "fast alle Arbeitnehmer real sinkende Monatsverdienste hinnehmen, nur die Höchstverdiener nicht". &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Die Lohnentwicklung sei für Frauen wie für Männer ungünstig gewesen, bei Vollzeitstellen ebenso wie bei Teilzeitkräften &lt;/span&gt;und sowohl bei einfacher Arbeit als auch bei Tätigkeiten, die ein Studium voraussetzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser breite Trend lässt sich den Autoren zufolge auch nicht mit einer Veränderung der Beschäftigungsstruktur erklären - im Gegenteil: Ohne die gestiegenen Anforderungen an die Qualifikation von Arbeitnehmern wären die Löhne vermutlich noch schlechter ausgefallen. Der Hauptgrund für die Entwicklung ist den Forschern zufolge ein anderer: Entscheidend sei gewesen, "dass es flächendeckend zu keinen Lohnanhebungen kam". Anders gesagt: &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Die Arbeitgeber waren zu knauserig, die Beschäftigten zu bescheiden.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Zurückhaltung bei Löhnen gilt freilich auch als entscheidender Grund dafür, dass &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Deutschland in den vergangenen Jahren wettbewerbsfähiger wurde und die Krise vergleichsweise gut bewältigte. &lt;/span&gt;DIW-Forscher Brenke hält die Konkurrenz aus dem Ausland aber für kein generelles Argument gegen Lohnerhöhungen. "Schließlich stehen nicht alle Branchen im internationalen Wettbewerb."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zudem führt die bescheidene Entwicklung der Reallöhne laut Brenke zu einer &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Schwächung des privaten Konsums in Deutschland. &lt;/span&gt;Den wiederum kritisieren zunehmend andere EU-Länder. Denn der schwache Konsum in Deutschland gilt als ein Grund dafür, dass es innerhalb Europas zu großen wirtschaftlichen Ungleichgewichten kam. Anders gesagt: Hätten die Deutschen mehr Waren aus dem Ausland gekauft, stünden Griechenland, Portugal und Co. zumindest ein wenig besser da.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,796625,00.html"&gt;David Böcking / Spiegel Online&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://oekonomedia.blogspot.com/"&gt;&lt;br /&gt;^^^^&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-4679685153544244043?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/4679685153544244043/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/11/sinkende-reallohne-nachgewiesen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/4679685153544244043'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/4679685153544244043'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/11/sinkende-reallohne-nachgewiesen.html' title='D: Sinkende Reallöhne nachgewiesen'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-9034227533663215438</id><published>2011-09-14T07:27:00.000-07:00</published><updated>2011-11-09T02:50:43.858-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wirtschaftspolitik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Krise'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Systemdiskussion'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ethik'/><title type='text'>Wie Finanzsektor Politik erpresst</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Politik wähnte sich mächtig, als sie vor drei Jahren die US-Investmentbank Lehman Brothers pleitegehen ließ. Ein fataler Irrtum. Die Finanzkrise hat gezeigt, wie sehr das Wohl der Staaten an ihren Banken hängt - und dass Regierungen den Märkten nur hinterherhecheln. Gerade jetzt in der Euro-Krise. Eine &lt;a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,785824,00.html"&gt;Spiegel-Online-Analyse.&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Henry Paulson muss sich stark fühlen an jenem 15. September 2008. Der US-Finanzminister hat eine schwere Entscheidung zu treffen: Zweimal ist er bereits mit Staatsgeldern eingesprungen, um strauchelnde Banken zu retten: bei der Investmentbank Bear Stearns sowie bei den Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac. Nun steht &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Lehman Brothers vor der Pleite&lt;/span&gt; - die viertgrößte Investmentbank an der New Yorker Wall Street. Keiner der Konkurrenten will das Institut übernehmen. Nur noch Paulson kann helfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Minister war früher selbst Chef einer Investmentbank. Erst vor kurzem ist er von Goldman Sachs auf die Seite der Politik gewechselt. &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Nun will er ein Zeichen setzen: Die Regierung ist stärker als die Finanzwelt. &lt;/span&gt;Sie hat es in der Hand, einen Giganten wie Lehman Brothers zu retten oder ins Verderben zu schicken. Paulson lässt die Bank fallen. Die Pleite von Lehman Brothers sollte eine Machtdemonstration der Politik werden - am Ende wurde daraus das Eingeständnis ihrer Machtlosigkeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Paulsons fatale Entscheidung liegt nun drei Jahre zurück.&lt;/span&gt; Doch sie bewegt die Finanzwelt bis heute. Denn das, was nach Lehman kam, war &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;eine ökonomische Katastrophe: Die halbe Weltwirtschaft erstarrte vor Schreck. &lt;/span&gt;Banken in Europa und den USA liehen sich untereinander kein Geld mehr. Um ein noch größeres Desaster zu vermeiden, mussten die Staaten gleich reihenweise mit Steuergeldern einspringen. Die Volkswirtschaften der westlichen Welt stürzten in die Rezession. Und die Staaten türmten enorme Schuldenberge auf - eine der Hauptursachen für die aktuelle Euro-Krise und die Haushaltsmisere in den USA.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor allem aber ist seit Lehman klar: &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Viele Banken sind so groß, dass die Regierungen sie nicht pleitegehen lassen können. &lt;/span&gt;Im Umkehrschluss hieß das: Die Finanzriesen haben eine Überlebensgarantie. Die Politik ist erpressbar. Seitdem wurde viel geredet. Über das "Primat der Politik", das es wiederherzustellen gelte. Eine "Ära der Verantwortungslosigkeit" werde beendet, jubelte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einem der vielen internationalen Krisengipfel. Doch geschehen ist seitdem wenig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Drei Jahre nach der Lehman-Katastrophe kündigt sich das nächste Bankenbeben an. &lt;/span&gt;Wie damals trauen die Geldhäuser sich gegenseitig nicht mehr über den Weg - und auch die Investoren haben die Zuversicht verloren: Seit Anfang August rauschen die Aktienkurse nach unten. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sieht sich bereits an den Herbst 2008 erinnert. Die Politik hat es versäumt, sich aus ihrer Abhängigkeit von der Finanzwelt zu lösen. &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Noch immer sind die Banken "too big to fail" - zu groß, um pleitezugehen.&lt;/span&gt; Auch deshalb müssen die Regierungen Europas all die Hilfspakete für Griechenland, Portugal oder Irland schnüren: Um ihre eigenen Banken zu retten, die haufenweise Staatsanleihen der Krisenländer in ihren Bilanzen haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Die Euro-Krise zeigt besonders deutlich,&lt;/span&gt; dass die Regierungen zu Getriebenen der Finanzmärkte geworden sind. Ob Notkredite, Rettungsschirme oder Anleihenkäufe - die Märkte bekommen, was sie wollen. Und die Politik wirkt umso machtloser, je länger sie sich gegen das Unvermeidliche zu sträuben versucht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Doch wer ist Schuld an der prekären Lage?&lt;/span&gt; Stecken hinter den Finanzmärkten böse Mächte, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Politik zu unterwerfen? Schon im Mai 2008, vier Monate vor dem Lehman-Desaster, sprach der damalige Bundespräsident Horst Köhler von den Finanzmärkten als "Monster", das in seine Schranken gewiesen werden müsse. Was Köhler damals weitgehend verschwieg: Die Politik hatte dieses Monster selbst erst gezüchtet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Deregulierung hieß die Devise&lt;/span&gt; von den achtziger Jahren bis zum Jahr 2007: In den USA unterschrieb der damalige Präsident Bill Clinton 1994 ein neues Bankengesetz, das Instituten erlaubte, im ganzen Land tätig zu werden. 1999 hob er die seit mehr als 60 Jahren geltende Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken auf. Hinzu kam seit Anfang der neunziger Jahre eine laxe Geldpolitik der US-Notenbank Fed, die die Finanzwelt mit billigen Krediten fütterte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Auch Deutschland setzte voll auf die Entfesselung der Bankenbranche:&lt;/span&gt; "Die gewaltigen Potentiale des deutschen Finanzmarktes" müssten vollständig ausgeschöpft werden, schrieb das Bundesfinanzministerium noch 2005 auf seiner Internetseite. Dabei rühmte sich das damals noch SPD-geführte Ministerium: "Die Bundesregierung hat es Kreditinstituten erleichtert, Kreditforderungen zu verbriefen" - eine Praxis, die damals in den USA so extensiv betrieben wurde, dass sich daraus zwei Jahre später, im Jahr 2007, die erste Stufe der Weltfinanzkrise entwickelte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da war das &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Monster längst so groß geworden, dass die Politik es nicht mehr einfangen konnte. &lt;/span&gt;Von nun an diktierten die Finanzmärkte den Regierungen, was diese zu tun und zu lassen haben. Die Bankenrettungen im Herbst 2008 machten die neuen Machtverhältnisse lediglich für alle sichtbar. &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Märkte haben keine Moral. &lt;/span&gt;Woher auch? Sie bestehen aus einer Masse von Individuen, die alle nach dem für sie größten Gewinn streben. Deshalb darf auch niemand von ihnen erwarten, dass sie moralisch handeln und zum Beispiel freiwillig Griechenland vor der Pleite retten. Es ist vielmehr an der Politik, den Rahmen für die Marktteilnehmer so zu setzen, dass in der Summe kein Schaden für die Allgemeinheit entsteht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Doch dazu müsste die Politik erst einmal wieder die Hoheit über ihr eigenes Handeln gewinnen.&lt;/span&gt; Wie das gehen soll, weiß momentan niemand so recht. Die bisherigen Versuche verliefen ernüchternd: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble setzte im August zwar durch, dass sich private Banken und Versicherungen mehr oder weniger freiwillig am neuen Rettungspaket für Griechenland beteiligen. Doch der Coup droht zum Flop zu werden, wenn die angekündigte Beteiligungsquote von 90 Prozent nicht erreicht wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Auch sonst ist die Politik kaum vorangekommen bei dem Versuch,&lt;/span&gt; sich von Banken und Finanzmärkten zu emanzipieren. Die geplante Bankenabgabe fällt so niedrig aus, dass sie das Kräfteverhältnis kaum umkehren wird. Und ob die von einigen Ländern Europas angepeilte Finanztransaktionssteuer jemals kommen wird, steht in den Sternen - zu schwierig ist es, so viele verschiedene Staaten politisch auf eine Linie zu bringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um wenigstens ein bisschen Stärke zu demonstrieren, versuchen es einzelne Staaten immer wieder mit hektischen &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Alibi-Aktionen wie dem Verbot von Leerverkäufen.&lt;/span&gt; Doch zähmen können sie die Märkte damit kaum: Obwohl seit August in Frankreich ein Leerverkaufsverbot für Bankaktien gilt, rauschen die Kurse von BNP Paribas oder Société Générale ungebremst nach unten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Ein wenig Hoffnung macht lediglich die geplante Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften.&lt;/span&gt; Um künftige Krisen besser ohne Staatshilfe auffangen zu können, sollen vor allem Großbanken dazu verpflichtet werden, ihr Eigenkapital zu stärken. Ganz ohne staatliche Hilfe werden sie im Notfall aber wohl trotzdem nicht auskommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Der nächste Test für das Machtverhältnis zwischen Märkten und Politik könnte der Fall Griechenland sein.&lt;/span&gt; Doch bei genauerem Hinsehen ist auch dieser Kampf schon entschieden. Selbst wenn sich Europas Regierungen dazu durchringen sollten, das schuldengeplagte Land pleitegehen zu lassen, dürfte dies ein Sieg für die Finanzwelt sein. Durch die Rettungspakete von EU und IWF sowie die Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank liegt der Großteil der griechischen Schulden nämlich längst bei der öffentlichen Hand. Die größten Risiken einer Pleite tragen also die Steuerzahler und nicht die Banken. &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Die Politik wird wohl noch eine ganze Weile eine Getriebene der Märkte bleiben.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,785824,00.html"&gt;Spiegel Online&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://oekonomedia.blogspot.com/"&gt;&lt;br /&gt;^^^^&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-9034227533663215438?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/9034227533663215438/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/09/wie-finanzsektor-politik-erpresst.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/9034227533663215438'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/9034227533663215438'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/09/wie-finanzsektor-politik-erpresst.html' title='Wie Finanzsektor Politik erpresst'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-3755211067940299907</id><published>2011-08-15T08:50:00.000-07:00</published><updated>2011-11-09T02:51:02.077-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wirtschaftspolitik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wachstum'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Verteilung'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Krise. Ökonomen'/><title type='text'>Kapitalismus zerstört sich selbst</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Ungleichgewichte zwischen Superreichen und Mittelstand in den westlichen Industriestaaten werden zu einer Gefahr für Marktwirtschaft und Demokratie. Es gibt nur ein Rezept - Umverteilung nach unten mit erhöhten Steuern für die Reichen. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;TA-Wirtschaftskolumnist Philipp Löpfe hat sich gut in den internationalen Medien umgesehen und beobachtete unter anderem: &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;«US-Konzerne horten Geld»,&lt;/span&gt; schreibt die «NZZ» im Wirtschaftsteil und fügt dann eine eindrückliche Liste an, welche Firmen auf wie grossen Geldbergen sitzen. Um eine lange Geschichte kurz zu machen: US-Unternehmen horten derzeit rund 2000 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandprodukt der USA im Jahr 2010 betrug rund 14 Billionen Dollar, also rund siebenmal soviel. «Amerikanische Firmen haben so viel Geld in ihren Kassen wie noch nie zuvor», stellt die «NZZ» lakonisch fest.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der «New York Times» stellte gleichentags der legendäre &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Investor Warren Buffett &lt;/span&gt;heute ebenfalls eine Rechnung an: «Die Superreichen zahlen 15 Prozent Steuern auf dem grössten Teil ihres Einkommens und sie zahlen praktisch keine Lohn-Nebenkosten», schreibt er. «Ganz anders sieht die Lage für die Mittelschicht aus: Sie zahlt typischerweise zwischen 15 und 25 Prozent Steuer auf ihrem Einkommen und dazu gesellt sich zusätzlich eine kräftige Portion Lohn-Nebenkosten.» Die Superreichen sind in den letzten 20 Jahren gemäss Buffett extrem gut gefahren. Seit 1992 hat sich ihre Steuerbelastung von durchschnittlich 29,2 Prozent auf 21,5 Prozent verringert, obwohl sich das steuerbare, jährliche Einkommen der 400 Reichsten auf unglaubliche 227,4 Millionen Dollar im Durchschnitt erhöht hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/-sqgaYArZI8A/TklCP2dgwwI/AAAAAAAAC00/GsaZe7VBB5I/s1600/roubini_nouriel.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 261px; height: 193px;" src="http://3.bp.blogspot.com/-sqgaYArZI8A/TklCP2dgwwI/AAAAAAAAC00/GsaZe7VBB5I/s320/roubini_nouriel.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5641112848343024386" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;In einem Video-Interview mit dem «Wall Street Journal» analysiert der Star-Ökonom Nouriel Roubini (siehe Bild) den Zustand der westlichen Industriestaaten. Wegen einer massiven Umverteilung des Wohlstandes zugunsten der Superreichen sei die Nachfrage in den westlichen Industriestaaten zusammengebrochen. Der Einbruch sei so dramatisch, dass wir Glück gehabt hätten, nicht bereits jetzt in eine Depression abgerutscht zu sein, sagt Roubini und prophezeit im besten Fall lange Jahre einer schmerzhaften Stagnation.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den letzten Wochen haben sich die Erwartungen an die Zukunft der Ökonomen dramatisch verändert. &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Die neue Einschätzung lautet: Die USA stehen unmittelbar vor einem Rückfall in die Rezession, einem Double Dip, in Europa wird das Wirtschaftswachstum ebenfalls zum Stillstand kommen.&lt;/span&gt; Nicht nur die üblichen Problemländer verharren in ihrem Schlamassel. Auch in Frankreich herrscht de facto Null-Wachstum, der deutsche Wirtschaftsboom ist bereits vorbei. Allein im Juni ist die industrielle Produktion der Eurozone gegenüber dem Vormonat durchschnittlich um 0,7 Prozent eingebrochen. «Wir haben eine neue Gefahrenzone betreten», warnt auch der Präsident der Weltbank, Robert Zoellick.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vereinfacht gesagt sieht die Lage der westlichen Industriestaaten derzeit wie folgt aus: Konzerne und Superreiche haben in den letzten Jahrzehnten &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;ungeheure Vermögen angehäuft und profitieren heute von tieferen Löhnen, billigem Geld und sinkenden Steuern. &lt;/span&gt;Der Mittelstand hingegen blutet aus: Die Löhne sinken, die Wohnkosten und die Steuerbelastung steigen. Das Resultat ist eine einbrechende Nachfrage, die im Begriff ist, in eine Verelendungsspirale zu münden. Dieses Phänomen ist Ökonomen bestens bekannt, sei es als «Liquiditätsfalle» oder als «Balance Sheet Recession».&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vermeintliche Freunde des Kapitalismus, Liberale und Konservative, wollen &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;mit Sparen und Steuersenken der Liquiditätsfalle entrinnen.&lt;/span&gt; Das kann unmöglich zum Erfolg führen. Wie soll bei fallenden Löhnen und steigender Arbeitslosigkeit Nachfrage entstehen? Und weshalb sollten Unternehmen investieren, wenn keine Nachfrage besteht? Der Weg aus der Liquiditätsfalle sieht anders aus: Kurzfristig muss mit sinnvollen Investitionsprogrammen in Infrastruktur und Bildung Nachfrage geschaffen werden, um Massenarbeitslosigkeit und Deflation zu verhindern. Gleichzeitig muss der Lohnzerfall der Mittelschicht gestoppt werden. Um zu verhindern, dass die Staatsschulden ausser Kontrolle geraten, muss die massive Umverteilung zugunsten der neuen Oligarchie wieder rückgängig gemacht werden. Das geht nur – wie es auch Buffett fordert – mit einer Erhöhung der Steuern für Superreiche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;All dies ist keine Frage der Ideologie mehr und es geht auch nicht um Fairness oder Moral. &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Wer das System retten will, muss jetzt handeln.&lt;/span&gt; «Die Märkte funktionieren nicht mehr», sagt Roubini. «Der Kapitalismus ist im Begriff, sich selbst zu zerstören.»&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Der-Kapitalismus-zerstoert-sich-selbst/story/17292866"&gt;Tages-Anzeiger / NYT&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://oekonomedia.blogspot.com/"&gt;&lt;br /&gt;^^^^&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-3755211067940299907?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/3755211067940299907/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/08/kapitalismus-zerstoert-sich-selbst.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/3755211067940299907'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/3755211067940299907'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/08/kapitalismus-zerstoert-sich-selbst.html' title='Kapitalismus zerstört sich selbst'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/-sqgaYArZI8A/TklCP2dgwwI/AAAAAAAAC00/GsaZe7VBB5I/s72-c/roubini_nouriel.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-6641969740960293986</id><published>2011-08-10T05:21:00.000-07:00</published><updated>2011-08-10T05:32:42.692-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wirtschaftspolitik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Personen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Verteilung'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Krise'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Systemdiskussion'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Steuern'/><title type='text'>Finanzpolitisches Märchen</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Seit Ausbruch der Kreditkrise 2008 sind viele Dinge passiert, die nach gängiger Meinung eigentlich gar nicht passieren können, schreibt Valentijn van Nieuwenhuijzen von ING Investment Management in seiner neusten Stellungnahme - eine höchst ungewöhnliche Sicht aus Bankenkreisen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und doch: &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Immobilienpreise können fallen, die Risikobewertungen von Banken, bankenähnlichen Institutionen sowie von Rating-Agenturen können weit daneben liegen,&lt;/span&gt; die Konjunktur ist gegen Depressionen nicht gefeit und Staatspapiere aus Industrieländern sind nicht risikolos. Die anhaltende Finanzkrise, die sich in der aktuellen Staatsschuldenkrise fortsetzt, hat gezeigt, dass all unsere wirtschafts- und finanzpolitischen Instrumente samt der ihnen zugrunde liegenden wissenschaftlichen Theorien den Konjunkturzyklus nicht effektiv regeln und destabilisierende Erschütterungen des Systems nicht verhindern können. Letztendlich sind wir unsanft aus unserem Traum einer „Grossen Mässigung“ im weltwirtschaftlichen System erwacht und sehen uns jetzt einer Welt mit weniger – und schwankungsanfälligerem – Wachstum gegenüber.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/--CM0qN-MKIg/TkJ4lHM-DGI/AAAAAAAACyo/rJs5_T-j4Y4/s1600/ING_Valentijn-van-Nieuwenhu.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 214px;" src="http://3.bp.blogspot.com/--CM0qN-MKIg/TkJ4lHM-DGI/AAAAAAAACyo/rJs5_T-j4Y4/s320/ING_Valentijn-van-Nieuwenhu.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5639202262405221474" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Valentijn van Nieuwenhuijzen, Head of Strategy, Strategy and Asset Allocation Group bei ING Investment Management fordert konjunkturstützende Massnahmen.&lt;br /&gt; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor diesem Hintergrund waren die letzten drei Jahre für Märkte, politische Entscheidungsträger, Wirtschaftswissenschaftler und sonstige Experten von &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Fassungslosigkeit und Verwirrung&lt;/span&gt; geprägt. Tiefgreifende Überzeugungen standen auf dem Prüfstand; schnelles Handeln und wirtschaftspolitisches Umdenken waren gefordert, um die schlimmsten Auswüchse zu verhindern. Und noch haben sich Konsternation und Bestürzung angesichts der neuen wirtschaftlichen Realität nicht gelegt.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Bei Bilanzproblemen besteht häufig der &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Irrglaube, dass die Schuldenlast an einer Stelle nicht durch Verschuldung an anderer Stelle gelöst werden kann.&lt;/span&gt; Wenn dies auch auf den ersten Blick als nachvollziehbar erscheint, wird dabei vergessen, dass Schuldenprobleme in erster Linie Probleme der Verteilung sind und nicht eine höhere Verschuldung insgesamt für jeden Einzelnen bedeutet. Um es mal salopp auszudrücken: Was dem Einen seine Schulden, das ist dem Anderen sein Guthaben.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Starke bilanzielle Ungleichgewichte zwischen Sektoren und Ländern schaffen indes Schuldenprobleme, indem überschuldete Akteure (wie die Verbraucher in den USA und Grossbritannien, Banken, EWU-Peripheriestaaten) unter Druck geraten, während zugleich &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Ungewissheit entsteht, die die Ausgabenfreude der liquiden Player (Unternehmen, europäische Kernländer, Japan, Emerging Markets) dämpft.&lt;/span&gt; Letzteres ergibt sich aus den trüben Aussichten für die Nachfragesituation beziehungsweise den unüberschaubaren Kontrahentenrisiken im System infolge hoher Schuldenkonzentrationen. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Wenn innerhalb eines Wirtschaftssystems alle versuchen zu sparen und ihre Ausgaben drosseln, dann sinkt die Nachfrage, die Wirtschaftsleistung schrumpft und die Einkommen fallen. Dadurch werden die Schuldenungleichgewichte jedenfalls nicht verschwinden. &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Eine der Besorgnis erregendsten Konsequenzen der anhaltenden Finanzkrise &lt;/span&gt;– und hier seien insbesondere die Subprime-Krise in den USA und die griechische Staatsschuldenkrise genannt – ist die verbreitete Annahme, dass der einzige Weg aus der Krise über simultane Einsparungen führt. Das kann nur dann funktionieren, wenn diejenigen, die keine Schulden haben, die Einsparungen durch Konsum wettmachen. Ist das nicht der Fall, so lässt sich ein Double-Dip kaum vermeiden.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;In der Hoffnung, einen solchen Rückfall in die Rezession abzuwenden, nehmen manche an, dass die Wirtschaftsleistung durch staatliche Sparmassnahmen sogar angekurbelt werden könne. Durch Förderung des Geschäftsklimas soll die Tätigkeit des Privatsektors beflügelt werden. Aus der Vergangenheit wissen wir jedoch, dass staatliche Sparmassnahmen nur dann von beschleunigtem Wirtschaftswachstum begleitet werden, wenn sinkende Risikoprämien an den lokalen Staatsanleihemärkten, eine erheblich an Wert verlierende Währung, eine starke ansteigende Auslandsnachfrage oder ein Zusammenspiel dieser Elemente Ausgleich schafft. &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Selten kommt es ohne einen dieser Faktoren zu deutlichen Stimmungsverbesserungen in der Wirtschaft oder bei Privaten.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Die meisten Länder, die bereits Sparmassnahmen ergriffen haben oder ihren Einsatz erwägen, haben scheinbar Schwierigkeiten, eine solche Dynamik anzustossen. Von der griechischen Tragödie traumatisiert, behaupten zahlreiche Experten, dass umgehende Sparmassnahmen nicht nur für Griechenland, sondern auch für Länder ohne drängende Finanzierungsrisiken oder Druck an den Anleihemärkten geboten seien, um ihre Staatsfinanzen in den Griff zu bekommen. In diese Kategorie fallen die europäischen Kernländer, aber auch Grossbritannien, Japan und die USA. All diese Länder sehen sich zwar langfristig Solvenzproblemen gegenüber, doch diese Herausforderungen ergeben sich in erster Linie aus den demografischen Trends und den damit verbundenen Gesundheits- und Pensionskosten. Hier spielen zudem &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;überzogen optimistische Annahmen zur Kostendämpfung im Gesundheitssektor und zur Entwicklung der Anlagerenditen&lt;/span&gt; (Rentenkassen) eine Rolle. In jedem Fall handelt es sich um langfristige Problemstellungen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Die enormen &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Haushaltsdefizite, mit denen viele dieser Länder heute kämpfen, sind überwiegend Folge der schwersten Rezession &lt;/span&gt;seit der Grossen Depression und der nur sehr schleppend vonstatten gehenden Erholung. Gleichzeitig ist ein grosser Teil des Privatsektors entweder nicht in der Lage (bilanzielle Beschränkungen) oder nicht bereit (mangelndes Vertrauen in künftige Nachfrageentwicklung), seine Ausgaben zu steigern. Ohne kurzfristige Konjunkturförderung ist es daher unwahrscheinlich, dass sich die Wachstumsaussichten auf wundersame Weise verbessern, es sei denn, dass sich die fiskalpolitischen Fabeln diesmal als wahr erweisen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die realistischste wirtschaftspolitische Herangehensweise wäre daher, sich nicht auf die konjunkturell heilsamen Effekte eines Sparkurses zu verlassen, sondern &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;kurzfristige Konjunkturförderung mit einer glaubwürdigen langfristigen Restrukturierung der Finanzierungslücke&lt;/span&gt; bei Gesundheits- und Rentenkassen zu kombinieren. Setzt man sein Vertrauen dagegen auf die gute Märchenfee und hofft, dass liquide Unternehmen aus Freude am Sparkurs endlich damit beginnen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und zu investieren, dann beisst sich die Schlange unweigerlich in den Schwanz. Dies wurde bereits am Beispiel Griechenlands vorexerziert, wo drastische Sparmassnahmen die heimische Wirtschaft derartig untergraben haben, dass die Staatseinnahmen eingebrochen und infolgedessen die Ziele der fiskalischen Konsolidierung verfehlt wurden.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Aber auch die Aussichten für die USA, die Eurozone und Grossbritannien sind nicht gerade umwerfend. Trotz der enttäuschend langsamen Konjunkturerholung in diesen Ländern geht es bei der fiskalpolitischen Debatte nur um das Ausmass der fiskalpolitischen Straffung auf kurze Sicht und nicht etwa darum, ob eine solche Straffung überhaupt stattfinden sollte. Wie gesagt müssen sich all diese Volkswirtschaften &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;ihren langfristigen Solvenzproblemen stellen. Das sollte jedoch durch langfristig angelegte Massnahmen geschehen,&lt;/span&gt; die sich in den nächsten 12 bis 18 Monaten nicht belastend auf das Wachstum auswirken. Daran fehlt es bislang jedoch und deshalb sind die Wachstumsrisiken für die nahe Zukunft gestiegen. Hoffen wir, dass die politisch Verantwortlichen schnell genug auf den Boden der Tatsachen zurückfinden, um einen neuen Abschwung zu stoppen. Hoffnung ist momentan alles, was uns bleibt, denn alle Anzeichen deuten in die andere Richtung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.fondstrends.ch/news/marktmeinung/newsseite/artikel/fiskalpolitische-maerchenstunde/"&gt;Fondstrends&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;&lt;a href="http://oekonomedia.blogspot.com"&gt;&lt;br /&gt;^^^^&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-6641969740960293986?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/6641969740960293986/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/08/finanzpolitisches-marchen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/6641969740960293986'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/6641969740960293986'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/08/finanzpolitisches-marchen.html' title='Finanzpolitisches Märchen'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/--CM0qN-MKIg/TkJ4lHM-DGI/AAAAAAAACyo/rJs5_T-j4Y4/s72-c/ING_Valentijn-van-Nieuwenhu.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-8416702537734882249</id><published>2011-06-13T01:19:00.000-07:00</published><updated>2011-11-09T02:51:22.277-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wirtschaftspolitik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Organisationen'/><title type='text'>So spart sich Europa kaputt</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der Euro-Raum ist wirtschaftlich angeschlagen und finanziell kaputt. Schuld daran ist nicht zuletzt der finnische EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn. Er mag zwar viel von Finanzen verstehen, aber die Grundlagen der Wirtschaft hat er vergessen oder nie beherrscht. Cash-Kolumnist Werner Vontobel hilft nach.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wirtschaft ist Kreislauf. Was produziert wird, muss auch konsumiert werden. Der harte Wettbewerb sorgt dafür, dass immer mehr und effizienter produziert wird. Doch Hochleistungsproduktion erfordert auch Hochleistungskonsum. Doch daran hapert es. Holen wir ein wenig aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Konsum unterteilt sich in Privatkonsum und Staatskonsum. Beides wird überwiegend mit Löhnen, Lohnprozenten und Steuern finanziert. Nun gibt es aber aus nationaler Sicht auch noch den Auslandkonsum, Export genannt. Und genau hier beginnt das Problem, die Standort- und Steuerwettbewerbspolitik. Sie zielt darauf ab, den Standort durch eine Reduktion der Lohn- und Steuerkosten billig zu machen und so den Auslandkonsum zu fördern. Als Folge davon stagniert der Inlandkonsum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Deutschland etwa steigt der Konsum pro Kopf seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Wachstum ist nur noch durch stetig steigende Exportüberschüsse möglich. Deutschland sammelt also laufend Guthaben gegenüber seinen Handelspartnern USA, Frankreich, Italien, Portugal, Griechenland usw. an. Das fängt an mit einem Debitorenkredit an den griechischen Geschäftspartner, der sich über seine Bank refinanziert, die ihrerseits Obligationen ausgibt, die dann der deutsche Exporteur bei einer deutschen Bank in Euro umwandelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So ging das bis etwa 2008 immer wieder. Dann mündete diese Kreditschöpfung in eine Finanzkrise. Sie zwang alle Schuldnerländer, Sparprogramme aufzulegen und ihren Konsum noch mehr zu drosseln. Die Politiker drosseln dort, wo sie können, beim Staatskonsum und bei den staatlichen Löhnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch damit die Wirtschaft nicht ganz zusammenbricht, müssen die Regierungen jetzt aber mehr Sozialleistungen bezahlen. Die Schuldenwirtschaft lief also - nur leicht gebremst - auch nach 2008 weiter. Mit dem Unterschied, dass die Kredite jetzt nicht mehr privat - etwa über Subprime-Hypotheken - finanziert wurden, sondern mit Staatsobligationen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch jetzt jetzt haben die Märkte auch von den Staatsschulden genug. Die Finanzkrise ist in ihre nächste, terminale Phase getreten: Die Devisen, die Griechenland, Irland, Portugal und Spanien brauchen, um ihr jährliches Leistungsbilanzdefizit von rund 100 Milliarden Euro zu finanzieren, kommen neuerdings - über ein paar kurze Umwege - direkt von der Europäischen Zentralbank. Sie druckt die nötigen Euros und erhält dafür eine Forderung, das sogenannte Target-2-Guthaben, das 2007 noch null betrug, Ende 2010 bei 340 Milliarden Euro (wovon 325 zugunsten von Deutschland) lag und jetzt die 400 Milliarden-Marke streifen dürfte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit ist buchhalterisch klar erwiesen, dass Europas Finanzproblem nur gelöst werden kann, wenn Deutschland mit Exportdefiziten seine Target-2-Position nach und nach wieder abbaut und glattstellt. Doch EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn hat immer noch nichts begriffen. Das zeigen seine jüngsten wirtschaftspolitischen Empfehlungen an die Mitgliederländer: Danach sollen erstens die Schuldnerländer den Privat- und Staatskonsum weiter senken. Das könnte ja noch hinhauen, wenn Griechen, Spanier und Portugiesen voll damit beschäftigt wären, Exportgüter für Deutschland herzustellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber nein, von dort wird - wenn es nach Olli Rehn geht - künftig noch mehr zurückexportiert. Der EU-General will nämlich noch mehr deutsche Frauen an die Exportfront schicken. Deutschland soll, so die wichtigste Empfehlung der EU-Kommission, die Erwerbsbeteiligung der Frauen erhöhen. Von mehr Binnenkonsum ist nicht die Rede.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So geht die EU an volkswirtschaftlichem Unverstand zugrunde. Rehn wird die Folgen seiner Dummheit überleben: Er hat ein fixes Honorar und eine fette Pension.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: Werner Vontobel / Cash&lt;br /&gt;&lt;a href="http://oekonomedia.blogspot.com/"&gt;&lt;br /&gt;^^^^&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-8416702537734882249?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/8416702537734882249/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/06/so-spart-sich-europa-kaputt.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/8416702537734882249'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/8416702537734882249'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/06/so-spart-sich-europa-kaputt.html' title='So spart sich Europa kaputt'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-3098035563924128957</id><published>2011-05-20T14:16:00.000-07:00</published><updated>2011-11-09T02:51:40.780-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Personen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Organisationen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Systemdiskussion'/><title type='text'>Neues Antlitz der Ökonomie</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Wirtschaftswissenschaftler aus aller Welt haben die «World Economic Association» gegründet. Ihr Ziel: Gegen den orthodoxen Mainstream an Wirtschaftsfakultäten anzukämpfen. Junge Wissenschaftler sollen sich nicht von den Dogmen der orthodoxen Wirtschaftswissenschaft leiten lassen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ökonomen, die gegen die Dogmen der modernen Wirtschaftswissenschaften andenken, haben in der Fachwelt einen schweren Stand: Wer sich nicht den Konventionen anpasst, hat wenig Chancen, Publikationen in renommierten Journals zu landen. Und wer nicht in renommierten Journals publiziert hat, erhält an einer renommierten Universität keinen Lehrstuhl. Um diesen Missstand zu beheben und ihren Ansichten mehr Gehör zu verschaffen, haben alternative Ökonomen diese Woche die «World Economic Association» (WEA) gegründet – eine Vereinigung für all jene, die einen realitätsnahen, pluralistischen, partizipativen und demokratischen Wissenschaftsbetrieb befürworten. Am Montag wurde die Gruppe offiziell ins Leben gerufen, mittlerweile zählt sie bereits über 3000 Mitglieder.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einer der Initiatoren der neuen Vereinigung ist Edward Fullbrook, der an der University of the West of England lehrt. Fullbrook schreibt seit geraumer Zeit gegen den ökonomischen Mainsream an – dementsprechend tragen seine Bücher Titel wie «A Guide to What's Wrong with Economics» oder «Pluralist Economics». Nebenbei führt der britische Ökonom das Journal «Real-world economics review», das nun zu einem wichtigen Sprachrohr der World Economic Association werden soll.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Vereinigung sei aus dem Wunsch nach Vielfalt heraus entstanden, sagt Fullbrook auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnetz: «Die Finanzkrise hat gezeigt, dass das dominierende Verständnis der Wirtschaft sehr begrenzt ist. Die meisten der Leute, die vor der Krise gewarnt haben, waren unkonventionelle Ökonomen, deren Blick auf die Realität nicht durch die neoklassische Brille verstellt war.» Was man heute brauche, sei eine wissenschaftliche Organisation, die nicht nur an amerikanischen Problemstellungen interessiert sei, sondern eine globale Ausrichtung verfolge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Blick auf die Webseite der WEA zeigt, dass es der Organisation ernst ist mit diesem Vorhaben. Zu den Gründungsmitgliedern zählen Ökonomen aus fünf Kontinenten und 42 Ländern. Unter ihnen sind auch einige wissenschaftliche Schwergewichte wie Dani Rodrik («Das Globalisierungs-Paradox») und Richard C. Koo («The Holy Grail of Macroeconomics»), aber auch Wirtschaftsjournalisten wie der Keynes-Biograph Robert Skidelsky und der Autor des Buches «Ökonomie 2.0», Norbert Häring.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch der Fribourger Wirtschaftsprofessor Sergio Rossi ist als Gründungsmitglied der Vereinigung aufgeführt. Die Chancen der WEA, im Wissenschaftsbetrieb etwas zu bewegen, schätzt er vorsichtig ein: «Die orthodoxe Lehre hat heute ein Quasi-Monopol an Universitäten und in politischen Beratungsgremien inne. Junge Wissenschaftler werden dazu gezwungen, sich nach den herrschenden Paradigmen zu richten, wenn sie in ihrer Karriere vorankommen möchten.» Zu den Dogmen, die von unorthodoxen Wirtschaftswissenschaftlern scharf angegriffen werden, gehört zum Beispiel die «efficient-market hypothesis». Diese Hypothese besagt, dass Finanzmärkte Informationen effizient verarbeiten und somit niemand in der Lage sein müsste, dauerhaft überdurchschnittliche Gewinne zu erzielen – eine wahnwitzige Annahme, nach Ansicht vieler alternativer Ökonomen. Auch für die Blasenbildung an Finanzmärkten hält die Effizienzmarkthypothese keine befriedigende Erklärung bereit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein weiterer Dorn im Auge der WEA-Ökonomen ist die Theorie der komparativen Kostenvorteile, die den internationalen Handel und die daraus entstehenden Spezialisierungsgewinne erklärt. Als problematisch wird dabei weniger die Theorie selbst angesehen (denn diese ist mathematisch hieb- und stichfest formuliert), sondern vielmehr die Tatsache, dass sie von Befürwortern des Freihandels zur alleinigen Leitlinie der internationalen Handelspolitik gemacht wird. Dass gerade Entwicklungsländer eher eine behutsame als eine radikale Öffnungsstrategie verfolgen sollten, wird im Licht von komparativen Kostenvorteilen häufig ausgeblendet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch die WEA möchte nicht nur Kritik an bestehenden Lehrmeinungen zur Sprache bringen, sondern die Wirtschaftswissenschaft auch konstruktiv weiterführen – zum Beispiel, indem es dem Thema Nachhaltigkeit einen wichtigen Stellenwert in ihren Journals einräumt. Eine brennende Frage aus der Sicht der «grünen» Ökonomie ist dabei die folgende: Wie muss die Wirtschaft des 21. Jahrhunderts organisiert sein, damit sie ihre eigenen Grundlagen nicht zerstört? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/Ein-neues-Antlitz-fuer-die-konomie/story/29911607/print.html"&gt;Tagesanzeiger.ch/Newsnetz&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://oekonomedia.blogspot.com/"&gt;&lt;br /&gt;^^^^&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-3098035563924128957?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/3098035563924128957/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/05/neues-antlitz-der-okonomie.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/3098035563924128957'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/3098035563924128957'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/05/neues-antlitz-der-okonomie.html' title='Neues Antlitz der Ökonomie'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-9158582779890158038</id><published>2011-03-10T02:27:00.000-08:00</published><updated>2011-11-09T02:51:56.845-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wirtschaftspolitik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Krise'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Organisationen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Vorschläge'/><title type='text'>Die Banken nicht im Griff</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Es ist eine Warnung, die überall auf der Welt gehört werden dürfte: Der Internationale Währungsfonds (IWF), die Hüterin des Weltfinanzsystems, kommt in einem internen Diskussionspapier zu dem Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit einer neuen Finanzkrise durch die Bankenrettung in der Finanzkrise 2008 größer geworden ist. So die &lt;a href="http://www.handelsblatt.com/politik/international/-die-welt-hat-die-monsterbanken-immer-noch-nicht-im-griff/3935236.html"&gt;Einschätzung des deutschen Handelsblatts. &lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Die IWF-Experten kritisieren, dass die Regierungen die Ursachen der Finanzkrise immer noch nicht energisch genug bekämpfen: „Die Reparatur der Finanzinstitutionen und allgemein der Abbau der faulen Wertpapierbestände sind viel weniger fortgeschritten, als sie sein sollten“, schreiben die Autoren. „Die Anfälligkeit des globalen Finanzsystems bleibt erheblich und bedroht die wirtschaftliche Erholung“ – abgesegnet ist das Papier offiziell vom IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Insbesondere die Bankenregulierung geht dem Währungsfonds nicht weit genug: Das Problem, dass Banken so groß und komplex sind, dass sie den Staat erpressen können, weil man sie retten muss, sei immer noch nicht gelöst. Im Gegenteil: Durch die Bankenrettung sei das Problem sogar verschärft worden: „ Der Moral Hazard ist größer geworden, die Konzentration im Finanzsystem hat zugenommen.“ Das Kernursache der Finanzkrise besteht damit weiter: „Wir werden Großbanken in einer neuen Krise wieder retten müssen“, sagt auch Banken-Experte Hans-Peter Burghof im Interview mit Handelsblatt Online.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der IWF warnt daher eindringlich: „Die Reaktion der Politik auf die Krise hat viel gekostet und den Staat noch erpressbarer gemacht. In der nächsten Krise kann eine Rettung so nicht mehr laufen – das wäre zu teuer und politisch zu umstritten“. Um die Reform zügig voranzutreiben, brauche es mehr politisches Engagement.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der IWF appelliert daher an die Regierungen, die Gefahr endlich anzugehen. Die Vorschläge, die der IWF macht, sind nicht neu. Aber gemessen daran, dass es sich um eine konservative Behörde handelt, die auch die Finanzinteressen des Westens in der Welt vertreten soll, sind sie revolutionär. Um das systemische Risiko, was die Großbanken für das Finanzsytem darstellen, in den Griff zu kriegen, sollten Regierungen ihre Komplexität beschneiden, bessere Kapitalanforderungen stellen und – Achtung – „möglicherweise ihre Größe und ihre Geschäftsmodelle beschränken“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Ihrem Blog warnen die Autoren der Studie sogar noch eindringlicher als in der gedruckten Fassung der Studie vor den katastrophalen Konsequenzen des epochalen Versäumnisses der Politik: „Die Entscheider haben das System mit massiven Finanzhilfen schnell stabilisiert. Aber das hat nur die Symptome der globalen Finanzkrise kuriert – die seltene Gelegenheit, ihre tieferliegenden Ursachen anzugehen, wird jetzt fahrlässig vergeudet.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.handelsblatt.com/politik/international/-die-welt-hat-die-monsterbanken-immer-noch-nicht-im-griff/3935236.html"&gt;Handelsblatt 10.3.2011&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://oekonomedia.blogspot.com/"&gt;&lt;br /&gt;^^^^&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-9158582779890158038?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/9158582779890158038/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/03/die-banken-nicht-im-griff.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/9158582779890158038'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/9158582779890158038'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/03/die-banken-nicht-im-griff.html' title='Die Banken nicht im Griff'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-8358797257809251451</id><published>2011-02-20T05:00:00.001-08:00</published><updated>2011-02-20T05:04:11.348-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wirtschaftspolitik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Krise'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Organisationen'/><title type='text'>Aus Krise nichts gelernt</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Dass die Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft mit den Wechselkursen, den Lohnkosten oder den Leistungsbilanzssalden zu tun haben, wird vernünftigerweise niemand bestreiten. Hieße es doch, die Gesetze der Ökonomie praktisch für ungültig zu erklären. Dennoch stritten die Finanzminister- und Notenbankchef der G 20 zwei Tage lang, ob diese Begriffe in der Abschlusserklärung ihres Treffens an diesem Wochenende in Paris auftauchen dürfen. Ein Kommentar der deutschen «Zeit».&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Ende hat man sich wie immer auf einen Kompromiss verständigt. Doch die Auseinandersetzung zeigt: Für eine neue Weltwirtschaftsordnung, wie sie die französische G-20-Präsidentschaft zumindest in Ansätzen zu errichten hofft, gibt es keine Mehrheit. Auf dem internationalen Parkett streitet jedes Land wieder ungeniert für seine Interessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei hatte Paris seine Ambitionen bereits heruntergeschraubt, eine umfassende Reform des Weltwährungssystems stand nicht auf der Agenda. Um nicht mehr als die Einigung auf einen Satz von fünf Indikatoren zur Messung der globalen Ungleichgewichte - also der Verzerrungen in den Güter- und Kapitalströmen - sollte es jetzt gehen. Doch wenn es schon bei der Problemanalyse solche Meinungsunterschiede gibt, um wieviel größer werden sie erst bei der Debatte um eine Konkretisierung der Indikatoren sein? Denn natürlich müssen die Grenzwerte irgendwann quantifiziert werden. Und um wieviel größer werden die Meinungsunterschiede sein, wenn es erst um mögliche Gegenmaßnahmen geht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das aktuelle Weltwährungssystem ist in Wahrheit ein Nicht-System: Jeder tut, was er will. Es gibt weder verbindliche Regeln, noch handlungsfähige Instiutionen, die jene erzwingen - so sehr sich der Internationale Währungsfonds (IWF) auch müht, sich im Konzert der Nationen zu behaupten. Das Ergebnis: China verhindert eine Aufwertung seiner Währung, obwohl diese nach allen gängigen ökonomischen Kriterien unterbewertet ist; die USA bekommen ihr Haushaltsdefizit nicht in den Griff; Deutschland tut zu wenig, um die Binnennachfrage zu stärken, obwohl der Überschuss im Außenhandel immer noch gewaltig ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Länder wie Deutschland oder China müssen also mehr konsumieren, Länder wie die USA mehr sparen. Doch gerade hierzulande werden alle Versuche, etwas Ordnung in die Weltwirtschaft zu bringen, gnadenlos abgeschmettert - so, als gehe es darum, dass ein Gleichgewichtskommissar künftig bei BMW die Bänder anhält, wenn zu viele Autos verkauft werden. Darum geht es aber nicht. Genau so wenig, wie irgendjemand den Deutschen vorschreiben will, sich nicht mehr an der Spitze, sondern am Durchschnitt zu orientieren. Sie sollen aber, wenn sie den Rest der Welt als Absatzmarkt benutzen, auch selbst als solcher offen stehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Deutschlands Ökonomen und ihre Gehilfen im öffentlichen Diskurs anderes behaupten, dann, weil es ihnen darum geht, die Idee einer systematischen Steuerung der globalen Ökonomie als Anmaßung von Wissen und Planwirtschaft zu desavouieren. Die Politik sollte sich davon nicht beirren lassen: Die Weltwirtschaft erlebte ihre stabilsten Jahre zu den Zeiten des Währungssystems von Bretton Woods, das Wechselkurse und Kapitalverkehr reglementierte. Dass das System kollabiert ist, liegt nicht daran, dass zu viel reguliert wurde, sondern immer noch zu wenig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Neuordnung der globalen Währungsbeziehungen wird sich nicht in einem Jahr bewerkstelligen lassen. Jede Währungsordnung ist nur so gut wie der Kooperationswille ihrer Mitgliedsstaaten. Den Versuch aber nicht einmal zu unternehmen, hieße, aus der Krise nichts gelernt zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-02/g20-paris"&gt;ZEIT ONLINE&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-8358797257809251451?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/8358797257809251451/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/02/aus-krise-nichts-gelernt.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/8358797257809251451'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/8358797257809251451'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/02/aus-krise-nichts-gelernt.html' title='Aus Krise nichts gelernt'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-5698814361251955767</id><published>2011-02-10T15:30:00.001-08:00</published><updated>2011-02-10T15:30:35.871-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Grundeinkommen'/><title type='text'>Der Film zum Grundeinkommen</title><content type='html'>&lt;iframe title="YouTube video player" width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/XqJjWe1QeUY" frameborder="0" allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-5698814361251955767?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/5698814361251955767/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/02/der-film-zum-grundeinkommen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/5698814361251955767'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/5698814361251955767'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2011/02/der-film-zum-grundeinkommen.html' title='Der Film zum Grundeinkommen'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://img.youtube.com/vi/XqJjWe1QeUY/default.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-1369100069811943762</id><published>2010-12-28T03:52:00.000-08:00</published><updated>2010-12-28T03:55:20.631-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wirtschaftspolitik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Literatur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Krise'/><title type='text'>Was man zur Krise lesen sollte</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Hat sich die Oekonomie seit der Finanzmarktkrise bewegt? Eine gute Frage, und Versuche guter Antworten. Eine Übersicht von Claude Longchamp.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Pleite von Lehman Brothers löste eine global beispielslose Finanzmarktkrise aus, die wiederum die Weltwirtschaft durcheinander wirbelte und die Politik der USA und der EU erschütterte. All das hat namentlich die viel gescholtenen Oekonomen aufgerüttelt, über ihr Wissen und dessen Grundlagen nachzudenken. Die NZZ am Sonntag listete einige der Werke auf, die zu lesen sich lohnt. Gerne gebe ich die weiter, von denen ich das auch sagen kann:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andrew Ross Sorkin: Die Unfehlbaren, Spiegel-Verlag 2010&lt;br /&gt;Die typische Spiegel-Reportage mit 200 Beteiligten, im Genre eines Krimis verfasst&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nouriel Roubini, Stephan Mihm: Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft. Campus-Verlag, Frankfurt 2010&lt;br /&gt;Dr. Doom der Finanzmarktkrise, weil er sie der Bedeutung der Schrottpapiere für das Schrottsystem vorhersah&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Paul Krugman: Die neue Weltwirtschaftskrise, Campus-Verlag, Frankfurt 2009&lt;br /&gt;Einflussreicher Wirtschaftsberater und Kritiker des Schattenbanksystems das neu reguliert werden sollte&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Joseph Stiglitz: Im freien Fall. Vom Versagen der Märkte zur Neuordnung der Weltwirtschaft, Siedler, München 2010&lt;br /&gt;US-Nobelpreisträger und Gegner freier Märkte, die ohne staatliche Rahmenbedingungen nicht funktionieren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;George A. Akerlof. Robert J. Shiller: Wie Wirtschaft wirklich funktioniert, Campus, Frankfurt 2009&lt;br /&gt;Rational-choice-Analyse missinterpretieren das reale Wirtschaftsverhalten, das viel instinktiver ist und Impulsen folgt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carmen Reinhard, Kenneth Rogoff: Dieses Mal ist alles anders. Acht Jahrhunderte Finanzkrisen. Finanzbuchverlag 2010 - 800 Jahre Finanzkrisen zwischen zwei Buchdeckeln analysiert, um den regelmässigen Zusammenhang von Verschuldung und Krise auszuloten&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Niall Ferguson: Der Aufstieg des Geldes. Die harte Währung der Geschichte. Econ-Verlag, Berlin 2009&lt;br /&gt;Reagierte 2008 sofort, unverbesserlicher Optimist, gemäss dem wir trotz kleinen Ausschläge in der besten aller Wirtschaftszeiten leben; lässt sich auch als Gegenprogramm lesen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Buch, das mit als Ganzes gut gefallen hat, findet sich nicht auf der Liste der Sonntagszeitung. Es ist das schmale, aber gehaltvolle Bändchen von Roger de Weck mit seinen Schlussfolgerungen für ein sinnvolles Handeln in Zukunft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Roger de Weck: Nach der Krise? Gibt es einen anderen Kapitalismus? Nagel&amp;Kimche, 2010&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer also noch einige Tage frei hat, kann sie auch nutzen, um sich in einer relevanten Frage weiter zu bilden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.zoonpoliticon.ch/blog/12380/was-man-lesen-sollte/"&gt;Claude Longchamp / Zoon Politicon&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-1369100069811943762?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/1369100069811943762/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/12/was-man-zur-krise-lesen-sollte.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/1369100069811943762'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/1369100069811943762'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/12/was-man-zur-krise-lesen-sollte.html' title='Was man zur Krise lesen sollte'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-5986474522184271667</id><published>2010-11-09T03:19:00.000-08:00</published><updated>2010-11-09T03:22:44.381-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wirtschaftspolitik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Verteilung'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Steuern'/><title type='text'>Reichtum und Zerfall</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Superreichen sind anders, schreibt Tages-Anzeier-Kolumnist Philipp Löpfe in einer Betrachtung vor dem Abstimmungssonntag zur SP-Reichtumssteuer.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Steuerinitiative, die bald vors Volk gelangt, geht es nicht nur um Geld. Es geht auch um den Einfluss einer Geld-Oligarchie auf die Gesellschaft. «Die Reichen sind anders als du und ich», sagt die Romanfigur Nick Carraway in Scott Fitzgeralds «Great Gatsby». Das veranlasste Ernst Hemingway zur sarkastischen Replik: «Ja, sie haben mehr Geld.» Der Dialog der beiden amerikanischen Schriftsteller hat so nie stattgefunden. Trotzdem wurde er weltberühmt, denn er trifft ins Schwarze. Die Frage «Sind Superreiche ein Fluch oder ein Segen für eine Nation?» treibt derzeit wieder einmal die Schweiz um.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Einkommensverteilung eines Landes lässt sich mit einer komplizierten Formel messen. Sie heisst «Gini-Koeffizient», benannt nach ihrem gleichnamigen Erfinder, einem italienischen Ökonomen. Ein Gini-Koeffizient von 0 steht dabei für vollkommene Gleichverteilung, ein Koeffizient von 1 ist würde der maximalen Ungleichheit entsprechen. In der Schweiz steigt der Gini-Koeffizient an, wie auch in den meisten modernen Gesellschaften. Schuld daran ist die Globalisierung. Sie hat zu einer «Gewinner-kriegen-alles»-Wirtschaft geführt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das «Gewinner-kriegen-alles»-Prinzip lässt sich in seiner reinsten Form im Sport- oder Showbusiness beobachten. Die Stars sind heute Weltstars. Eine Lady Gaga oder ein Roger Federer kennt man von Kasachstan bis in die Karibik. Dementsprechend hoch ist ihr Einkommen. Von Roger Federer konnte man soeben erfahren, dass er dieses Jahr allein mit seinen Werbeverträgen rund 40 Millionen Franken verdienen wird. In Sport- und Showbusiness ist das «Gewinner-kriegen-alles»-Prinzip besonders ausgeprägt. Es beginnt sich aber auch in allen anderen Branchen durchzusetzen. Manager verdienen ein Hundertfaches des Durchschnittslohnes, Banker erhalten Boni in astronomischen Höhen, etc. Das Resultat ist eine neue globale Geld-Oligarchie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Steuerzahler sind diese Superreichen sehr begehrt. Rein wirtschaftlich betrachtet ist das auch logisch: Selbst wenn die Superreichen prozentual immer weniger von ihrem Einkommen und Vermögen an den Fiskus abliefern müssen, fällt dabei immer mehr ab. So gesehen scheint auch der Steuerwettbewerb unter den Schweizer Kantonen logisch zu sein. Wem es gelingt, Superreiche anzulocken, der ist seine Sorgen los. Schliesslich zahlen diese Superreichen in Franken und Rappen gemessen überdurchschnittlich viel mehr als wir Mittelständler. Linke und Gutmenschen mögen sich an der Gerechtigkeitsfrage stören. Doch wen kümmert das? Wir sind Realisten. Wer rechnet, der sagt mit der «Weltwoche»: «Reiche und Superreiche – herzlich willkommen».&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dummerweise sind die Reichen aber wirklich anders. Das kann man etwa an der Stellung der Bankiers in der Gesellschaft verfolgen. Hans Bär beispielsweise ist bis heute der Inbegriff eines Zürcher Gentleman-Bankers. Sein Vater war ETH-Professor, seine Mutter Naturwissenschaftlerin. Die gleichnamige Privatbank leitete sein Onkel. Bär beschreibt in seiner Biografie, wie unbedeutend die Einkommensunterschiede im gehobenen Bürgertum zu dieser Zeit waren. Es gab so etwas wie eine Gemeinschaft. Im Hause Bär verkehrten Professoren, Banker, Künstler und Politiker auf Augenhöhe. Man kannte sich aus Partei, Sport- oder Kunstvereinen, etc. Schon damals gab es Einkommensunterschiede, aber diese spielten erstens keine Rolle und wurden zweitens vertuscht. Die Bärs hatten beispielsweise zwei identische Autos, damit es nicht auffiel, dass es zwei waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damals verdiente ein Banker möglicherweise doppelt so viel wie ein ETH-Professor, heute kann es auch ein bisschen mehr sein, beispielsweise wenn man Brady Dougan heisst und als Chef der CS im laufenden Jahr über 90 Millionen Franken einstreicht. Die neue Finanz-Oligarchie ist nicht mehr ein Teil des Zürcher Establishments, man kennt sich nicht mehr aus Partei, Sport- oder Kunstverein. Die neuen Superreichen haben sich in eine Parallelwelt abgemeldet. An den Ufern des Zürichsees und rund um Zug entstehen Reichen-Ghettos, aus denen die Einheimischen allmählich vertrieben werden. In Wollerau spricht man von einen «Russen-Hügel», einem noblen Quartier, wo die Läden meist herabgelassen sind, weil niemand zuhause ist. In Zug verlassen bekanntlich mehr Schweizer den Kanton als zuwandern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Superreiche hat es im Lauf der Geschichte immer wieder gegeben. Arnold Toynbee, einer der bedeutendsten Historiker des letzten Jahrhunderts, hat sein Leben lang untersucht, warum Zivilisationen zerfallen. Dabei hat er Aufstieg und Zerfall von 21 Hochkulturen studiert. Toynbee konnte dabei kaum Gemeinsamkeiten feststellen. Ein Merkmal sticht jedoch bei allen untergehenden Hochkulturen hervor: Sie alle hatten eine extreme Konzentration von Reichtum. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle:&lt;a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Die-Superreichen-sind-anders/story/27552920"&gt; Tagesanzeiger.ch/Newsnetz&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-5986474522184271667?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/5986474522184271667/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/11/reichtum-und-zerfall.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/5986474522184271667'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/5986474522184271667'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/11/reichtum-und-zerfall.html' title='Reichtum und Zerfall'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-221326491764792918</id><published>2010-10-30T01:20:00.000-07:00</published><updated>2010-10-30T01:30:26.739-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Veranstaltungen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Organisationen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Natur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Nachhaltigkeit'/><title type='text'>Neue Ökonomie der Natur</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Mit diesem Erfolg hatten nur wenige gerechnet: Der Uno-Gipfel in Nagoya hat ein ehrgeiziges Artenschutzprogramm beschlossen, die Entwicklungsländer gestärkt. Die Naturschützer schaffen so den Sprung aus der Nische - und beanspruchen zu Recht, die Regeln der Wirtschaft umzuschreiben. Ein Kommentar von &lt;a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,726252,00.html"&gt;Spiegel Online&lt;/a&gt;.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Naturschutzgipfel von Nagoya hat eine Botschaft, die nicht nur Vogelfreunde und Waldwanderer betrifft - sondern vor allem alle anderen Menschen. Gerade wer in einer Großstadt lebt, bekommt von dieser Zusammenkunft der Vereinten Nationen eine Nachricht übermittelt: Unser Leben hängt existentiell von der Vielfalt der Natur ab. Wir werden für das, was wir bisher kostenlos bekommen, künftig zahlen müssen, wenn wir nicht die Grundlage dieses Lebens verlieren wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer morgens im Herzen von Berlin, München oder Hamburg in sein Brötchen beißt, ist mit dem Acker verbunden, von dem es kommt. Doch wie lange sind die Böden noch fruchtbar? Wer die Zeitung aufschlägt, tritt mit dem Wald in Verbindung, dem das Papier entstammt. Doch gibt es auch in Zukunft noch ausreichend Wälder? Wer einen Kaffee trinkt, der verschafft sich einen Stimulus aus subtropischen Berggebieten. Was aber passiert mit dem Regenwald um die Plantage herum, ohne den die Kaffeesträucher weniger fruchtbar wären?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Liste der Ziele, die auf dem Gipfel in Japan verabschiedet wurden, ist lang und erstaunlich: Bis 2020 soll die Überfischung gestoppt, die Landwirtschaft nachhaltig und das Aussterben von Arten gestoppt sein. Sind das naive Wünsche von Tagträumern? Angesichts des Versäumnisses, die für 2010 gesteckten Uno-Ziele zu erreichen, mag man sich fragen, wie aussagekräftig solche Verlautbarungen überhaupt sind. Doch das kann nur bedeuten, die Rolle der Uno-Umweltschützer in der Weltpolitik zu stärken und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen in den Rang einer echten Uno-Organisation zu erheben. Beim Welthandel mit der WTO ist das längst der Fall.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben uns daran gewöhnt, Äcker erodieren zu lassen, Speiseöle von tropischen Rodungsflächen zu beziehen, Fische aus illegalen Quellen zu essen. Alles soll möglichst billig sein. Zugleich erwarten wir von den ärmeren Menschen in Entwicklungsländern, dass sie nicht so viele Ressourcen verbrauchen wie wir, weil das der Planet nicht verkraften würde. Nun weist der Gipfel von Nagoya einen Weg, wie es anders laufen kann. Bei Uno-Gipfeln ist grundsätzlich Skepsis angebracht, wie viel sie von dem einlösen, was Satz für Satz erkämpft wurde, sobald die Unterhändler in ihre Flugzeuge nach Hause gestiegen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch zum Erfolg von Nagoya gehört auch, dass sich dort Manager von vielen etablierten Firmen und Großkonzernen eingefunden haben, die offen sind für jenes neue Denken, das aus den Dokumenten spricht: Regenwälder, Korallenriffe, Ozeane, Savannen und lebenspralle Ackerböden sind demnach künftig die eigentlichen Zentralbanken unserer Wirtschaft. Dass wir ihnen frische Luft, Nahrung, Medikamente, Trinkwasser und vieles mehr entnehmen können, ist längst nicht mehr selbstverständlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ökonomie der Natur rückt ins Zentrum. Denn unsere globalen Klimaanlagen, Wasserspender und Speisekammern funktionieren nur dauerhaft, wenn ihre angestammte Vielfalt an Lebewesen gedeihen kann. Und das geht nur, wenn die Menschen, die in ihrer Nähe leben, sich von etwas anderem ernähren können als von Zerstörung und Raubbau. Die ökonomischen Spielregeln von heute machen es lukrativ, den Planeten auszubeuten. Die hehren Ziele, die der Naturschutzgipfel von Nagoya setzt, sind ein Anfang, diese Spielregeln umzuschreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dazu gehört es vor allem, dass jene Menschen angemessen bezahlt werden müssen, die tragfähig wirtschaften statt nur kurzfristig, die etwa als Bauern in Deutschland Moorböden erhalten oder als Kaffeeunternehmer in Äthiopien dafür sorgen, dass der benachbarte Regenwald erhalten bleibt. Solche Menschen, nicht die ruchlosen Banker, haben Boni verdient. Das Geld der Gesellschaft ist bei ihnen deutlich besser angelegt, denn sie sind wirklich "systemrelevant". Diese Menschen dürften ruhig ein bisschen gieriger sein, denn ihre Arbeit trägt für alle Früchte, was sich von der Lehman-Bank oder Hypo Real Estate nicht sagen lässt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne Naturvielfalt ist alles nichts, lautet die Botschaft von Nagoya. Wirtschaftswachstum, das Naturvielfalt zerstört, mindert den Wohlstand, statt ihn zu mehren. Keiner hat das bei der Debatte der Staatschefs und Minister besser auf den Punkt gebracht als Andreas Carlgren, der konservative Umweltminister von Schweden: "Biodiversität ist die Grundlage unserer Wirtschaft und sie kann nicht länger isoliert vom Rest der Ökonomie gesehen werden", sagte er, "Ökonomie und Ökologie sind zwei Seiten derselben Medaille."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber soll uns schon wieder mehr Geld aus der Tasche gezogen werden? Das fragt mancher, wenn er hört, dass größere Summen von Nord nach Süd fließen sollen, um Wälder und Korallenriffe zu schützen. Doch die Frage führt in die falsche Richtung. Allein in Deutschland gibt es jährlich Subventionen im Umfang von knapp 50 Milliarden Euro, die direkt der Umwelt schaden, vom verbilligten Agrardiesel bis zur Pendlerpauschale. Der Beschluss von Nagoya, solche Subventionen bis 2020 abzuschaffen, verspricht also primär eine enorme Entlastung der Steuerbürger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dagegen kommen die deutlich geringeren Summen, die in den Naturschutz fließen sollen, dem tieferen Wohlstand zugute: gesündere Lebensmittel, der Erhalt von genetischen Schatzkammern und stabile Umweltbedingungen sind Ziele, die unmittelbaren Nutzen entfalten und zukunftstaugliche Arbeitsplätze schaffen. Dass westliche Firmen künftig auch dafür bezahlen sollen, wenn sie die Naturschätze von Entwicklungsländern für ihre Produkte nutzen, ist nur folgerichtig. Bisher ist es für Tropenländer am lukrativsten, ihre Wälder zu verhökern, sie für Holz zu roden und für Agrarflächen zu opfern, auf denen das Futter für europäische Rinder wächst. Zu lange galten die verbleibenden Regenwälder als kostenlose Quelle von Medikamenten oder Kosmetika. Durch den Nagoya-Gipfel bekommen die letzten Wildnisgebiete nun einen ökonomischen Wert zugewiesen, der es attraktiver macht, sie zu erhalten. Wenn Entwicklungsländer an noch unbekannten Naturstoffen langfristig mitverdienen, werden sie es sich vielleicht zweimal überlegen, den Wald für eine Einmalzahlung abzuholzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solche Zahlungen dienen also nicht der Zerstörung, sondern der dauerhaften Nutzung von Naturschätzen. Die Erwartungen in Brasilien oder Indonesien, wie viel Geld sich auf diesem Weg verdienen lässt, mögen überzogen sein. Außerdem wird es mit Sicherheit bald die ersten Nachrichten geben, dass hier und da Schindluder mit solchen Zahlungen getrieben wird. Richtig bleibt das Prinzip allemal. Wem solche Transfers zu teuer erscheinen, der sollte sich folgendes überlegen: Was würden wir sagen, wenn Chinesen oder Brasilianer durch den Harz oder den Bayerischen Wald streiften, um Pflanzen einzusammeln, mit denen sie später viel Geld verdienen? Sicher würden auch wir einen gerechten Anteil an den Einnahmen reklamieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Ziel, bis 2020 rund 17 Prozent der Landfläche unter Naturschutz zu stellen, bedeutet auch, dass der Mensch 83 Prozent für seine Zwecke beansprucht. Die 17 Prozent sind das globale Erholungsgebiet, ein Entwicklungsraum für die angestammte Natur des Planeten, die uns hervorgebracht hat. Ebenso entscheidend ist aber, was auf den 83 Prozent Menschen-Welt passiert. Ob es sich dort lohnt, langfristig schonend zu wirtschaften oder kurzfristig Raubbau zu begehen, ist die noch tiefere Frage für die Zukunft der Zivilisation.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Gipfel von Nagoya hat nicht nur eine zweite Blamage der Vereinten Nationen nach dem Desaster von Kopenhagen vermieden, sondern die Menschheit mit einer erstaunlichen Neuerung konfrontiert: Der Naturschutz bricht aus dem engen Karree der Reservate und des reinen Froschzählens aus. Er sucht den Weg ins Herz der globalen Ökonomie und will ihr neue Prinzipien verordnen. Das ist angesichts der Wucht, mit der wir Menschen die Erde verändern, überfällig - nicht zuletzt, damit es 2050 oder 2100 überhaupt noch Frösche zu zählen gibt und ihre Feuchtgebiete uns mit frischem Wasser versorgen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,726252,00.html"&gt;Christian Schwägerl, Nagoya, Spiegel Online&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-221326491764792918?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/221326491764792918/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/10/neue-okonomie-der-natur.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/221326491764792918'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/221326491764792918'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/10/neue-okonomie-der-natur.html' title='Neue Ökonomie der Natur'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-3381882319092801412</id><published>2010-10-11T07:54:00.000-07:00</published><updated>2010-10-11T07:56:59.350-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wirtschaftspolitik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Krise'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Systemdiskussion'/><title type='text'>USA mit kurzem Gedächtnis</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Haben die USA aus der Finanzkrise gelernt? Das Gegenteil ist wahr, sagt Filmemacher Charles Ferguson. Seine brillante Dokumentation "Inside Job" zeigt, wie Wall Street und Regierung schon wieder gemeinsame Sache machen. Das Fatale: Niemand protestiert dagegen, wie &lt;a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,722279,00.html"&gt;Spiegel Online&lt;/a&gt; berichtet.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist eine fast intime Soiree. Gerade mal neun Zuschauer verlieren sich im Saal des Angelika Film Centers, eines Programmkinos im New Yorker Greenwich Village. Dabei ist der Film, der hier seine Publikumspremiere hat, wichtig, erschütternd und zutiefst empörend. Jeder Amerikaner, der wirklich wissen will, wer die Finanzkrise verschuldet hat (und zweifellos die nächste verschulden wird), sollte ihn sehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In "Inside Job", seiner brillant-beklemmenden Dokumentation über den globalen Crash, weist Charles Ferguson genau das Gegenteil nach: Diese Geschichte ist längst nicht zu Ende - und hat sogar bereits begonnen, sich zu wiederholen. Was soll's, sagt Scott Talbott, ein Top-Lobbyist der Bankenbranche, auf Nachfragen von Ferguson mit nonchalantem Schulterzucken: "Jeder macht mal Fehler."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von wegen Fehler. "Diese Krise war kein Unfall", sagt Ferguson. Sondern ein weltweiter, wortwörtlicher Bankraub, der Billionenverluste verursachte und Abermillionen Menschen die Existenz kostete, von Chicago bis China - für den aber, wie "Inside Job" in kühler Wut erinnert, bis heute kein einziger Schuldiger strafrechtlich belangt wurde. Statt dessen ziehen die gleichen Leute wieder die Strippen, an der Wall Street wie in Washington, und kassieren neue Bonusprämien ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man könnte meinen, es gäbe zu dem Thema nichts mehr zu sagen. Doch keiner fängt die Chuzpe der Täter so eiskalt ein, demaskiert die Verantwortlichen so höflich, leuchtet die moralischen Abgründe so grell aus wie Ferguson, ein Politologe mit Reportertalent. Anders als der Polemiker Michael Moore ("Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte"), der seine Thesen zurechtschneidet, oder Hollywood-Nörgler Oliver Stone ("Wall Street: Geld schläft nicht"), der sich in stilisierter Dramaturgie verliert, wahrt Ferguson den Blick fürs Wesentliche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seine 108-minütige Tour de Force durch das Labyrinth aus Deregulierung und Derivativen, Ratings und Ramschhypotheken, CDO und CDS führt einem die zynische Manipulation des Systems besser vor Augen als alle bisherigen Traktate. Eine ernüchternde Lehre, die gerade jetzt nötig scheint, da viele Amerikaner die wahren Hintergründe der Krise schon wieder verdrängt haben - und, so warnt Ferguson, fröhlich in den nächste Wahn schlittern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Tat machen in Umfragen immer mehr US-Bürger ihren Präsidenten Barack Obama für die Rezession verantwortlich - obwohl der zu Beginn der Finanzkrise noch überhaupt nicht im Amt war. Den Republikanern dagegen, die viel Geld von der Wall Street erhalten und die an der fatalen Deregulierungspolitik festhalten, messen die Wähler in Finanzfragen neuerdings größere Kompetenz zu als den Demokraten. Bei den Kongresswahlen in drei Wochen könnten die Republikaner die Macht im Kongress zurückerobern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amerikas hat ein kurzes Gedächtnis. So lief Fergusons aufwendig produziertes, von Matt Damon erzähltes Lehrstück am Wochenende denn zunächst auch nur in zwei New Yorker Programmkinos an, denen schrittweise weitere, kleine Häuser folgen sollen. Gleichzeitig sind die Megaplexes von eskapistischer Massenware belegt, darunter einer auffallenden Anzahl von Horrorfilmen für das bevorstehende Halloweenfest.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei ist "Inside Job" der ultimative Horrorfilm, voller gruseliger Schurken und tragischer Helden. Wie "Freitag der 13." beginnt auch diese Höllenfahrt in trügerischer Idylle - in diesem Fall in Island, dessen Finanzsystem Ende 2008 spektakulär kollabierte. Gier, Dummheit, Bankenzockerei: Die Ursachen klingen haarsträubend provinziell und so weit weg - bis der Zuschauer merkt, dass es die gleichen waren, die die USA ins Unheil rissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Schurken - Banker, Rating-Agenturchefs, Lobbyisten - sahnten ab und belohnten sich selbst mit Villen, Yachten, Privatjets, Strippern, Nutten und Koks, ohne je echte Konsequenzen fürchten zu müssen. Exzesse, die sich Ferguson anschaulich vom Wall-Street-Psychologen Jonathan Alpert und der VIP-Puffmutter Kristin Davis schildern lässt und mit dem Oldie "Takin' Care of Business" untermalt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Politiker, Ökonomen und der langjährige Fed-Chef Alan Greenspan gaben dem abgekarteten Spiel Flankenschutz. Der Einzige, der die Halunken zur Rechenschaft zog, war der New Yorker Generalstaatsanwalt und kurzzeitige Gouverneur Eliot Spitzer. Als der selbst über einen Hurenskandal stürzte, knallten an der Wall Street - deren Sittenlosigkeit ungesühnt blieb - die Sektkorken, derweil Ms. Davis heute als Bannerträgerin der Anti-Prohibitionspartei für das Amt des Gouverneurs kandidiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus der Distanz sind die Mechanismen so vorhersehbar, dass es unfassbar ist, wie niemand etwas gemerkt haben will. Fast niemand: Ferguson lässt vor allem auch die wenigen Propheten zu Wort kommen, die das Chaos kommen sahen, doch verlacht wurden, Jahr für Jahr. 2005 warnte Raghuram Rajan, damals Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), vor einem "globalen Meltdown". 2006 orakelte Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini: "Die Blase platzt." Und 2007 kritisierte der Finanzjournalist Allan Sloan die Tricks der Banken als "absolut wahnsinnig".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch selbst die "New York Times" tat Roubini als "Dr. Doom" ab, und Larry Summers, seinerzeit Präsident der Harvard University, verhöhnte Rajan als "Technikfeind". Kein Wunder: Als US-Finanzminister unter dem Demokraten Bill Clinton forcierte Summers die Deregulierung der Wall Street. Später wurde er durch lukrative Consulting-Jobs für selbige Branche, die er schützte, zum Multimillionär.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Summers Name taucht immer wieder auf in "Inside Job": Unter seiner Obhut hob die US-Regierung 1999 die Trennung zwischen Investment- und Geschäftsbanken auf, was deren Konsolidierung zu Molochen à la Citigroup erst ermöglichte. Er schaltete Brooksley Born aus, die als Chefin der Aufsichtsbehörde CFTC schon früh auf die Gefahr von Derivativen hinwies. Er steuerte den Commodity Futures Modernization Act, der 2000 jenen Finanzspekulationen freie Bahn gab, die acht Jahre später das ganze Kartenhaus zum Einsturz bringen würden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Summers personifiziert, wie Ferguson aufzeigt, die Drehtür zwischen akademischer Welt, Wall Street und Politik, die auch nach der Krise weiter schnurrt. Obama, der im Wahlkampf noch eine "neue Kultur an der Wall Street" gefordert hatte, berief Summers 2009 zum Chef-Wirtschaftsberater - ausgerechnet diesen Mann, der einer der frühen Mitverursacher der Krise war. Ende des Jahres will Summers nun nach Harvard zurückkehren, um die nächste Generation von Wirtschaftsgurus auszubilden. Ferguson seufzt: "Nichts hat sich geändert."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine deprimierende Erkennntis. Die Lumpen kamen ungestraft davon, sackten sogar noch neunstellige "Abfindungen" ein. Allein Stan O'Neal, der als Vorstandsvorsitzender Merrill Lynch verheizte, kassierte 162 Millionen Dollar. Anschließend wechselte er ins Board des größten US-Aluminiumkonzerns Alcoa, dessen damaliger Vorstandschef die "strategische Vision" des Opportunisten lobte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andere sitzen ungestört auf ihrem Thron. Etwa Glenn Hubbard, der Wirtschaftsdekan der Columbia University, der George W. Bushs Steuergeschenke für die Millionärsklasse mitformulierte, nun die Obama-Regierung "berät" und sich von der Wall Street sponsern lässt. Ob das kein Interessenkonflikt sei, fragt Ferguson. Hubbard reagiert beleidigt ("Das bezweifle ich") und bricht das Interview ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und so spekuliert sich eine konsolidierte Wall Street der nächsten Blase entgegen. Kein Krisenprotagonist wurde verurteilt, Obamas Finanzreform ist dank eines Lobbyistenheers auf Minimalmaß geschrumpft, Goldman Sachs kassiert mehr denn je, JP Morgan Chase ist die neue Citigroup.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unterdessen hat die Armutsquote in den USA historische Rekorde erreicht. Die US-Wirtschaft verlor im September 95.000 Arbeitsplätze. Die Einkommensschere klafft so weit auseinander wie nie zuvor, Schul- und Fortbildung ist für immer mehr Amerikaner unerschwinglich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Eine Wall-Street-Regierung", urteilt Ferguson denn auch über Obamas Team. Interviewanfragen verweigerten sämtliche Berater des Präsidenten. Ebenso wie Notenbankchef Ben Bernanke. Der hat seit 2006 tatenlos mitangesehen, wie die Wirtschaft ungebremst in die Krise stürzte. Geschadet hat es ihm nicht: Seine Amtszeit ist gerade erst verlängert worden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,722279,00.html"&gt;Spiegel Online&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-3381882319092801412?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/3381882319092801412/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/10/usa-mit-kurzem-gedachtnis.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/3381882319092801412'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/3381882319092801412'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/10/usa-mit-kurzem-gedachtnis.html' title='USA mit kurzem Gedächtnis'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-5555217090247651671</id><published>2010-10-10T07:03:00.000-07:00</published><updated>2010-10-10T07:05:05.875-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wachstum'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wissenschaft'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Krise'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Nachhaltigkeit'/><title type='text'>Bitte kein BIP</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Wirtschaft boomt wieder - aber was heißt das eigentlich? Der wichtigste Indikator für Wohlstand ist nach traditioneller Lehre das Bruttoinlandsprodukt. Doch die Messzahl steht massiv in der Kritik, Ökonomen fordern ein radikal neues Wachstumskonzept. Eine Analyse von Spiegel Online. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Berlin - Wenn Christian Berg vom Club of Rome über wirtschaftliches Wachstum spricht, illustriert er das gern mit diesem Beispiel: Europäische Fangflotten fischen mit riesigen Netzen die Fischbestände vor Afrikas Küsten leer - ein hocheffizientes und profitables Geschäft. Im Ergebnis steigert der Dosenthunfisch aus dem Mittelmeer das Bruttoinlandsprodukt in der EU. Die Frage ist nur: zu welchem Preis?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt seit Jahrzehnten als der wichtigste Gradmesser für wirtschaftliche Leistung und Wohlstand. Es misst den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb einer bestimmten Periode in einer Volkswirtschaft hergestellt werden. Zweimal jährlich legt das Statistische Bundesamt Zahlen vor, Wirtschaftsinstitute überbieten sich ständig mit ihren Prognosen - und immer ist das BIP die wichtigste Grundlage.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch das Konzept des BIP gerät immer stärker in die Kritik. Messen Ökonomen weltweit gar eine völlig irrelevante Zahl? Tatsächlich sind die Statistiken zum BIP unzureichend, wie nicht nur das Fischerei-Beispiel zeigt:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;    * So steigert eine Krankenschwester das BIP, wenn sie Alte in der Geriatrie versorgt. Eine Tochter, die ihre Eltern pflegt, wird dagegen nicht erfasst.&lt;br /&gt;    * Die teure Beseitigung von Umweltschäden geht genauso in die Statistik ein wie der Bau von Niedrigenergiehäusern. Vereinfachend könnte man sagen: Je mehr Umweltschäden beseitigt werden müssen, desto höher ist das BIP.&lt;br /&gt;    * Abstrakte Größen wie Lebenszufriedenheit oder Gesundheit der Bevölkerung werden dagegen überhaupt nicht erfasst. Dabei sollte das Ziel jeder Gesellschaft ja gerade sein, das Wohlbefinden möglichst vieler Menschen so weit wie möglich zu erhöhen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unter Ökonomen wachsen deshalb die Zweifel: Ist die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung noch ausreichend, um den Wohlstand einer Nation zu beschreiben? Und welche Alternativen zum BIP bräuchte eine moderne Wirtschaftspolitik in hoch entwickelten Industriegesellschaften?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Wir brauchen neue Messgrößen"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um diese Fragen zu diskutieren, trafen sich in dieser Woche hochrangige Ökonomen und Wirtschaftsvertreter zu einem Kongress in Berlin. Ihr Fazit: Auf das BIP als Wachstumsindikator sollte man zwar nicht verzichten. "Aber das BIP ist nur die eine Seite", sagt der Münsteraner Ökonom Ulrich van Suntum. Es sei nie ein genereller Wohlstandsindikator gewesen - werde aber fälschlicherweise häufig als solcher verstanden. "Um Wohlstand sinnvoll zu bemessen, brauchen wir neben dem BIP noch andere, neue Messgrößen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ginge zum Beispiel mit Sozialindikatoren, die objektiv messbar sind. Dazu gehört der Human Development Index, den die OECD seit 1990 erhebt. Neben dem BIP berücksichtigt er auch die Lebenserwartung bei Geburt, die Alphabetisierungs- und die Einschulungsrate. Wenn man diese Größen mit einbezieht, kommt man zu überraschenden Ergebnissen. So ist China gemessen am BIP zwar die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nach den USA, im "Human Development Index" erreicht das Land aber nur Platz 92.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine andere Möglichkeit, wirtschaftlichen Wohlstand zu messen, wären subjektive Indikatoren. Diese lassen sich statistisch erheben, indem die Befragten ihre Lebenssituation selbst bewerten. Allerdings sehen das viele Experten skeptisch: Denn wie gewichtet man die Antworten, wenn man Bürger nach ihren Werten und Vorstellungen fragt? "Es gibt Grenzen in der subjektiven Erhebung, welche die amtliche Statistik nicht überschreiten kann", sagt denn auch Albert Braakmann vom Statistischen Bundesamt. Da hat man es beim BIP einfacher. Die Kennzahl ist international normiert, so dass man ganze Volkswirtschaften vergleichen kann. Bei Fragen zur Lebensqualität ist das weit schwieriger: Deutsche leben nun mal nicht so gerne neben einem Atomkraftwerk, Franzosen haben damit weniger Probleme.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Unser Wachstum ist nicht nachhaltig"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neu ist die Diskussion indes nicht. Seit der "Club of Rome" im Jahr 1972 seine Studie "Die Grenzen des Wachstums" veröffentlichte, warnen Ökonomen immer wieder: Heutiges Wirtschaftswachstum, das erkauft wird mit dem Verbrennen von Öl, der Ausbeutung unwiederbringlicher Ressourcen oder massiven Umweltschäden, geht zu Lasten der Zukunft. Daran hat sich auch im Jahr 2010 nichts geändert. "Unser heutiges Wachstum ist nicht nachhaltig", sagt Christian Berg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Februar 2008 war es ausgerechnet der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der die Diskussion erneut belebte. Er äußerte seine "Unzufriedenheit mit der Statistik" und berief eine Arbeitsgruppe ein mit dem Ziel, die Messung wirtschaftlicher Leistung und gesellschaftlichen Forschritts von Grund auf zu überdenken. Chefs dieser Kommission waren die beiden Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und Amartya Sen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eineinhalb Jahre später sorgten die Ökonomen mit ihrem fast 300 Seiten starken Bericht für Furore. Die radikale Forderung: Schnellstens sollte die Politik dafür Sorge tragen, das produktionsorientierte Messsystem zu ersetzen durch ein neues, dessen Mittelpunkt das Wohlbefinden aktueller und kommender Generationen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genau daran arbeiten gerade Deutschland und Frankreich. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und sein französisches Pendant, der Conseil d'analyse économique (CAE) sollen den Regierungen beider Länder im Dezember einen entsprechenden Bericht vorlegen. Das Ziel: Ein neuer Indikator, der das Wirtschaftswachstum auf einer weiter gefassten Grundlage misst als das BIP. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,721415,00.html"&gt;Spiegel Online&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-5555217090247651671?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/5555217090247651671/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/10/bitte-kein-bip.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/5555217090247651671'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/5555217090247651671'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/10/bitte-kein-bip.html' title='Bitte kein BIP'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-2939014530542494768</id><published>2010-09-20T00:50:00.000-07:00</published><updated>2010-09-20T00:52:25.786-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Grundeinkommen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Personen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sozialstaat'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Vorschläge'/><title type='text'>Ein Grundeinkommen muss her</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der deutsche Drogerie-Unternehmer und Milliardär Götz Werner über das Recht auf Arbeit, ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle und seine Bewunderung für Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ausschnitt aus Interview von Philipp Löpfe in SonntagsZeitung vom 19.9.2010&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Konstanz am Bodensee in Deutschland: Auf einer kleinen Insel neben dem Hafen steht das 4-Sterne-Hotel Steigenberger. In der Bar hat Götz Werner einen Tisch für das Interview reserviert. Er erscheint pünktlich, lässig gekleidet und in bester Laune.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Hand hält er ein Exemplar seines soeben erschienenen Buches «1000 Euro für jeden». Darin macht sich Werner dafür stark, dass jeder, egal ob Frau oder Mann, Rentner oder Kind, vom Staat ein bedingungsloses Grundeinkommen erhält, das ihm ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Ohne zu arbeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist der Mann übergeschnappt? Für die Schweiz würde das beispielsweise bedeuten, dass sich die Sozialausgaben mehr als verdoppeln würden. Das zeigt eine einfache Rechnung: 7,8 Millionen Einwohner mal 3000 Franken Grundeinkommen pro Monat ergibt Kosten von rund 280 Milliarden Franken. Derzeit liegen die gesamten Sozialausgaben bei rund 120 Milliarden Franken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sicher ist: Götz Werner kann rechnen. Er ist Milliardär und einer der erfolgreichsten Unternehmer Deutschlands. Als Vater von sieben Kindern steht er mit beiden Beinen im Leben. Gern weist er darauf hin, dass einer der Väter der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens der neoliberale Ökonom Milton Friedman war. Für die Finanzierung des Modells schlägt Werner eine massive Erhöhung der Mehrwertsteuer vor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Götz Werner, das bedingungslose Grundeinkommen gilt zwar als sympathische, aber auch sehr naive Idee. Jetzt wollen Sie es ausgerechnet in der schwersten Wirtschaftskrise seit den 1930er-Jahren einführen. Warum?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Produktion läuft, die Kunden sind da. Wir haben gar keine Wirtschaftskrise, wir haben eine Finanzkrise, die leider stimmungsmässig als Wirtschaftskrise empfunden wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wo liegt da der Unterschied?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Finanzmärkte haben eine Eigendynamik entwickelt und sich von der realen Wirtschaft abgekoppelt. Da liegt das Problem. Wir müssen die Finanzmärkte wieder an die Kette legen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob Finanz- oder Wirtschaftskrise, die Losung lautet: sparen, sparen, sparen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Finanzkrise wirkt wie eine Blendgranate, die die Menschen verwirrt. Sie verstellt den Blick auf die wahren Probleme, die wir haben. Das gilt es aufzuklären.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wovon genau lenkt diese Blendgranate ab?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass die Wirtschaft die Aufgabe hat, den Menschen mit Gütern und Dienstleistungen zu versorgen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das bestreitet niemand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber nicht alle realisieren, dass wir heute in einer Konsumgesellschaft leben. Das bedeutet, dass wir keine Selbstversorger mehr sind, sondern darauf angewiesen, dass andere für uns produzieren. Deshalb brauchen wir ein sicheres Einkommen, damit wir die Leistungen der anderen auch kaufen können. Und daher ist das Einkommen die Voraussetzung, um in dieser Konsumgesellschaft leben zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der gesunde Menschenverstand sagt: Dieses Einkommen muss man sich erarbeiten. Was ist daran falsch?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es entspricht nicht mehr der Realität. In Deutschland besteht das Einkommen von rund 60 Prozent der Menschen aus Transferleistungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heisst das: Wir haben schon eine Art Grundeinkommen, wir wissen es nur nicht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, die Schweizer AHV beispielsweise ist ein Grundeinkommen, allerdings ein bedingtes. Sie beruht auf der Idee, dass wir alte Menschen nicht einfach verhungern lassen können. Das, denke ich, ist eine in der Gesellschaft allgemein akzeptierte Vorstellung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihr bedingungsloses Grundeinkommen ist somit nur die konsequente Weiterführung eines bewährten Modells?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So kann man es sehen. Es ist die konsequente Weiterführung von dem, was mit dem Sozialstaat begonnen hat. Den hat der damalige deutsche Kanzler Otto von Bismarck schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt. Nur lebten damals noch 60 Prozent der Menschen von der Landwirtschaft. Heute ist das völlig anders. Wir sind total davon abhängig geworden, dass andere uns versorgen. Die Gesellschaft hat einen - wie man es wissenschaftlich ausdrückt - Paradigmenwechsel vollzogen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Konkret?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nehmen wir das Interview, das Sie jetzt führen. Es setzt voraus, dass Sie ein Einkommen haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was würde sich an diesem Interview ändern, wenn ich ein bedingungsloses Grund- einkommen hätte?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das würde Sie in die Lage versetzen zu sagen: Will ich dieses Interview überhaupt führen? Ist es überhaupt sinnvoll, mich mit diesem Idealisten Götz Werner zu unterhalten? Und dann noch über ein Thema, das ich für völlig unproduktiv halte. Ohne Grundeinkommen hingegen sagen Sie sich: Dann mach ich halt dieses Interview, ich brauche das Geld. Mit anderen Worten: Ein bedingungsloses Grundeinkommen macht die Menschen frei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde mir auch ermöglichen, überhaupt nicht zu arbeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen Menschen angetroffen, der den ganzen Tag nichts anderes tun will als herumzusitzen. Der Mensch ist ja ein initiatives Wesen. Er will etwas und ist getrieben von Ehrgeiz: schneller, höher, immer was Neues. Mit dem Grundeinkommen können wir ganz einfach das tun, was wir wirklich wollen. Deshalb bezeichne ich es manchmal auch als den Punkt, mit dem man die Welt aus den Angeln heben kann: Wir bewegen uns vom Sollen zum Wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sind Sie nicht ein hoffnungsloser Idealist, der die Realitäten vollkommen verkennt? Der Mensch ist doch faul und muss zur Arbeit gezwungen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit dieser Einstellung könnten Sie nie ein Unternehmer sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum nicht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Sie mit anderen Menschen zusammenarbeiten wollen, dann müssen Sie ihnen auch etwas zutrauen. Wenn Sie wie ich rund 35 000 Menschen beschäftigen, dann kann ich denen doch nicht unterstellen, dass sie in Wirklichkeit faul sind. Wer dies tut, beobachtet die Welt nicht. Ohne Vertrauen funktioniert ein Unternehmen nicht. Auch Sie haben darauf vertraut, dass ich pünktlich zum Interview erscheine.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Werden Sie nie von Menschen enttäuscht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch, natürlich, immer wieder sogar. Damit muss man leben können. Aber es ändert nichts an der Maxime: Zutrauen veredelt den Menschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Setzen Sie diese hehren Ideale auch in Ihrer Firma um?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich, es geht doch nur, wenn man den Menschen auch etwas zutraut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie geben Ihren Mitarbeitern also grosse Selbstständigkeit und viele Freiheiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, und je glaubwürdiger ich es tue, desto besser sind die Resultate. Wenn die Menschen nur das machen, was man ihnen befiehlt, dann nützen sie die Gelegenheiten, die sich ihnen vor Ort bieten, gar nicht aus. Nur wenn man den Menschen Freiheitsräume gewährt, werden sie kreativ.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haben Ihre Mitarbeiter bereits ein bedingungsloses Grundeinkommen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als einzelner Unternehmer kann ich das gar nicht verwirklichen, das geht nur volkswirtschaftlich. Aber jeder Mitarbeiter hat ein festes, sicheres Einkommen. Bei uns gibt es keine Prämien. Wir halten uns an die Tarifverträge der Sozialpartner. Unser Bestreben ist es jedoch, dass wir höhere Löhne zahlen können, sofern der Wettbewerb es zulässt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In welchem Land könnten Sie sich ein bedingungsloses Grundeinkommen vorstellen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leider bin ich kein Schweizer Staatsbürger. Ich würde mich sonst sicher sehr intensiv dafür einsetzen, eine Volksinitiative zu starten. Ich glaube, dass gerade für diese Frage das Bewusstsein des Schweizervolkes prädestiniert ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie sind ein knallhart kalkulierender Unternehmer. Was fasziniert Sie am bedingungslosen Grundeinkommen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Engagement stammt aus meinen Erfahrungen als Unternehmer. Das hat mich gelehrt, dass ich nicht die Arbeit bezahle. Arbeit ist unbezahlbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wofür bezahlen Sie also Löhne?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit die Mitarbeiter bei DM arbeiten können! Es ist die Teilhabe, um teilnehmen zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie sind Sie Unternehmer geworden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin ein Autodidakt und habe Drogist gelernt, weil das in der Familie lag. Mein Urgrossvater war schon Drogist. Ich habe vor 37 Jahren DM Drogeriemarkt mit einem Laden gegründet und allmählich ausgebaut. Die Lebenserfahrung als Drogist und Unternehmer hat mir die Einsicht vermittelt, dass wir ein Grundeinkommen brauchen. Nicht als Dogma, sondern als Idee, um den Menschen die Augen zu öffnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie selbst sind damit gut gefahren. Sie gelten als Milliardär und einer der reichsten Männer Deutschlands.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich kann mich nicht beklagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haben Sie auch Vorbilder?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin ein grosser Bewunderer des Migros-Gründers Gottlieb Duttweiler. Er wäre heute sicher auch ein Vertreter eines bedingungslosen Grundeinkommens.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weshalb?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jeder gute Händler weiss, dass seine Kunden Geld im Portemonnaie haben müssen, damit sie etwas kaufen können. Man kann es allgemeiner ausdrücken: Jeder, der eine Leistung erbringt, sorgt sich darum, dass man ihm diese Leistung auch abkaufen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gegner des Grundeinkommens haben jedoch Angst, dass keine Leistung mehr generiert wird, wenn das Einkommen gesichert ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das kommt davon, wenn man in falschen Paradigmen denkt. Paradigmen sind nichts anderes als verfestigte Vorurteile.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber es ist doch so, dass es in modernen Gesellschaften eine Unterschicht gibt, die - höflich ausgedrückt - nicht unbedingt leistungsorientiert ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Faule Menschen gibt es an beiden Enden der Gesellschaft. Es gibt das, was man gemeinhin Jetset nennt, und es gibt Menschen, die sich nicht in die Gesellschaft integrieren können. Die Gesellschaft lebt von ihrer fleissigen Mitte. Das war schon immer so.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Entwerten Sie mit Ihrem Grundeinkommen nicht die Arbeit dieser fleissigen Mitte?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz im Gegenteil. Ich adle diese Arbeit. Nicht nur als Drogist bin ich sehr dafür, dass die Menschen gesund leben und gesund essen. Nur dann können sie nämlich auch ordentliche Arbeit leisten. Beim Grundeinkommen geht es ganz und gar nicht um die Abschaffung der Arbeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sondern?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass wir begreifen, dass wir keine Gesellschaft von Selbstversorgern mehr sind. Wir leben von der Leistung anderer, nicht von unserem selbst verdienten Geld.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wozu arbeiten wir dann?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die Wertschätzung. Sie machen dieses Interview für die SonntagsZeitung, weil Sie sich mit dieser Zeitung identifizieren können. Auf Dauer können Sie diese Arbeit nur machen, wenn Sie genügend Menschen finden, die dafür auch Wertschätzung aufbringen und die Zeitung kaufen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man könnte einwenden, Journalisten seien privilegiert. Nicht jede Arbeit erhält Wertschätzung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jeder Mensch hat seine eigene Sinnkonstellation. Die Frage ist nicht: Was für eine Arbeit verrichtet er? Sondern: Wie weit kann er sie selbst bestimmen? Je weniger er dies kann, desto weniger sinnvoll erscheint sie ihm.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt doch in jeder Gesellschaft einfach unangenehme Arbeiten, die gemacht werden müssen. Was ist damit?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Formulierung ist falsch. Korrekt heisst es: Es gibt Arbeiten, von denen wir wünschen, dass andere sie für uns verrichten. Dafür haben wir verschiedene Möglichkeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir machen die Arbeit selbst?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist die dritte Möglichkeit. Die erste: Wir schaffen einen attraktiven Arbeitsplatz. Die zweite: Wir automatisieren diese Arbeit. Andere Möglichkeiten gibt es nicht, glauben Sie mir. Ich denke schon lange über dieses Problem nach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angenommen, Sie überzeugen die Menschen von Ihrer Idee. Deutschland und die Schweiz führen ein bedingungsloses Grundeinkommen ein. Kommen dann nicht alle Faulen zu uns, um davon zu profitieren?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Menschen verlassen ihre Heimat in der Regel nicht freiwillig, sondern sie fliehen vor Hunger, Krieg und Naturkatastrophen. Und ich kann ja heute als Deutscher auch nicht einfach in die Schweiz ziehen und Anspruch auf AHV anmelden. Bereits heute muss doch definiert werden: Wer gehört zu uns und wer nicht. Im Übrigen hat es auch keinen Massenansturm auf Deutschland gegeben, als die bismarckschen Sozialgesetze eingeführt wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück zur Krise, in der wir uns befinden: Heute herrscht ein allgemeines Gefühl, dass wir in einer Wendezeit leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Unternehmer lebe ich immer in einer Wendezeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber heute haben auch viele normale Menschen dieses Gefühl. Was kann ein bedingungsloses Grundeinkommen da bewirken?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einstein hat einmal gesagt: Wir können die Probleme nicht mit den Methoden lösen, mit denen sie entstanden sind. Genau in dieser Situation sind wir heute im Sozialen. Wir versuchen die Probleme von heute mit den Methoden von gestern zu lösen. Immer mehr Menschen spüren, dass dies nicht geht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Woran denken Sie konkret?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beispielsweise an die Vollbeschäftigung. In der Politik lautet eine beliebte Phrase: Arbeitsplätze sichern. Das ist Unsinn. Arbeit muss man erledigen, nicht sichern. Aus dem falschen Paradigma der Vollbeschäftigung kommt solcher Unsinn wie: Recht auf Arbeit. Gleichzeitig werden ganz andere Tendenzen ganz einfach ausgeblendet, dass wir beispielsweise in Sachen Grundeinkommen schon sehr weit sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie betonen immer wieder, wie wichtig der Sinn der Arbeit ist. Besteht da nicht die Gefahr, dass alle Menschen nur noch künstlerisch tätig sein wollen und niemand mehr diese Basisarbeit verrichten will?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was, bitte, verstehen Sie unter Basisarbeit?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Arbeit, die etwa Bauern oder Maurer verrichten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Basis unserer Arbeit ist die Kultur. Wenn es uns gelingt, für das, was Sie als Basis bezeichnen, Maschinen zu erfinden, dann wäre das doch wunderbar. Da sind wir ja bereits auf gutem Wege. Von der direkten Arbeit an der Natur haben wir uns weitgehend befreit. Wo wir hingegen einen grossen Mangel haben, ist in der mitmenschlichen Arbeit, in der Pflege, im Schulwesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Arbeitslose Künstler gibt es ebenfalls reichlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die sind überhaupt nicht arbeitslos. Die malen Bilder oder führen Theaterstücke auf, aber sie erhalten dafür keine Wertschätzung. Genauso wie wir die Arbeit von Müttern zu wenig wertschätzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da sind Sie Experte. Sie haben immerhin sieben Kinder.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ich bin stolz darauf. Um zu provozieren, pflege ich in Vorträgen gelegentlich zu sagen: Arbeitest du, oder kümmerst du dich als Mutter zu Hause um deine Kinder? Darin zeigt sich das Problem unseres Arbeitsbegriffes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angenommen, es gelingt, die hässliche Arbeit weitgehend von Maschinen erledigen zu lassen. Wie sieht dann diese postindustrielle Gesellschaft aus?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die alte Arbeit orientiert sich an der Umgestaltung der Natur, die neue Arbeit an der Pflege der Menschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Werden wir uns dann gegenseitig die Haare schneiden und uns Lieder vorsingen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Richtig. Jubellieder singen, um genau zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wird das nicht irgendwann ein bisschen langweilig?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Langweilig ist doch, wenn ich jeden Tag Blech auf die gleiche Art verformen muss. Interessant wird es, wenn wir uns zusammentun und die Welt erforschen oder die Menschen erfreuen. Ich wurde auch schon gefragt: Soll Deutschland von Hölderlin-Gedichten leben? Wenn es dafür einen Markt gibt, warum nicht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Ihrem Buch vergleichen Sie die aktuelle Gesellschaft mit der Zeit vor der Französischen Revolution. Erwarten Sie einen Umsturz?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie damals kümmert sich die Elite der Gesellschaft nicht mehr um die Nöte der breiten Bevölkerung. Es ist wie zu Zeiten der Marie Antoinette, die zynisch gesagt haben soll: Wenn die Menschen kein Brot haben, dann sollen sie halt Kuchen essen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rechnen Sie ernsthaft mit einer Revolution?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn die Elite nicht zur Einsicht kommt, dann muss sie irgendwann mit rabiaten Methoden rechnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist so gesehen das Grundeinkommen eine Art unblutige Revolution?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich würde eher sagen: Es ist eine Evolution, die man aus Einsicht macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Publiziert am 19.09.2010&lt;br /&gt;von: &lt;a href="http://ps1zhb.bluewin.ch/cp/ps/Main/login/Bwinit"&gt;sonntagszeitung.ch&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-2939014530542494768?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/2939014530542494768/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/09/ein-grundeinkommen-muss-her.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/2939014530542494768'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/2939014530542494768'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/09/ein-grundeinkommen-muss-her.html' title='Ein Grundeinkommen muss her'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-7220910390355525207</id><published>2010-09-02T08:12:00.000-07:00</published><updated>2010-09-02T08:16:12.317-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wirtschaftspolitik'/><title type='text'>Staatsverschuldung ohne Alternative</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;In 23 reichen Länder ist die Staatsverschuldung bedrohlich angestiegen. Der Internationale Währungsfonds warnt dennoch vor Überreaktionen an den Finanzmärkten. Kein Grund zur Panik an den Märkten, sagt der IWF: Händler an der Wall Street. Der Autor von TA-Online bringt einen wichtigen Aspekt der Verschuldung auf den Punkt. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit der Krise in Griechenland gehört die Angst vor Staatsbankrotten zum Standardrepertoire der Untergangspropheten. Für sie sind Hyperinflation und soziale Unruhen nur noch eine Frage der Zeit. Tatsächlich sind die Schulden der öffentlichen Hand in den meisten Industriestaaten massiv angestiegen. In Griechenland werden sie bis 2013 voraussichtlich 150 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) betragen. Andere Club-Med-Staaten wie Portugal und Italien, aber auch Irland geht es nur wenig besser. Das zeigen neue Studien des IWF. Selbst in Grossbritannien und den USA wird die Verschuldung langsam unheimlich: Bis 2015 wird sie 91, beziehungsweise 110 Prozent des BIP betragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem warnt der IWF vor einer übertriebenen Angst. «Die Märkte überschätzen das Risiko eines Staatsbankrottes», sagt einer der Verfasser der Studie, Paulo Mauro. Er verweist dabei auf acht ähnliche Beispiele in den letzten 20 Jahren, wo es hochverschuldeten Staaten gelungen ist, ihre Staatsfinanzen ohne Umschuldung zu sanieren. Die Frage, wie viele Schulden ein Staat verkraften kann, ist nicht eindeutig zu beantworten. Japan, das am höchsten verschuldete Land der Welt, lebt seit Jahrzehnten mit seiner Schuldenlast. Es ist dabei nicht auf fremde Hilfe angewiesen, weil die Japaner ihre Schulden selbst mit ihren Spargeldern finanzieren. Und Japan lebt damit gar nicht so schlecht. Es ist zwar richtig, dass das Wachstum der Wirtschaft absolut gesehen seit Jahren bescheiden ist und das Land unter einer leichten Deflation leidet. Doch in Japan nimmt die Bevölkerung bereits ab. Rechnet man das Wirtschaftwachstum auf die entscheidende Grösse um, nämlich pro Erwerbstätigen, dann steht Japan in den letzten Jahren besser da als beispielsweise Deutschland und fast so gut wie die USA.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Staatsschulden der reichen Staaten werden noch zunehmen, denn es sind nicht die unmittelbar beschlossenen Konjunkturprogramme, die sie primär verursachen, sondern die Langzeitfolgen. Die beiden Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff haben in ihrem Buch «This Time is Different» die wichtigsten Wirtschaftskrisen und ihre Folgen untersucht. Sie kommen zum Ergebnis, dass nach einer Bankenkrise die Staatsverschuldung immer zunimmt, und zwar massiv. «Durchschnittlich nehmen die realen Staatsschulden in den drei Jahren nach einer Bankenkrise um 86 Prozent zu», stellen sie fest. «Die fiskalischen Konsequenzen, die direkte und indirekte Kosten beinhalten, sind viel teurer als die Kosten für das Bail-out.»&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Staatsschulden soll man nicht verniedlichen und langfristig ist eine gewisse Inflationsgefahr nicht zu leugnen. Doch Panik ist fehl am Platz. Trotz der hohen Schulden und der Erwartung, dass sie kurzfristig nochmals steigen werden, sind die Zinsen für US-Staatsanleihen auf einem Rekordtief. Zudem: Was wäre die Alternative? Ein knallharter Sparkurs mit dem Versuch, das Budget auszugleichen, hat in den 1930er Jahren in die Grosse Depression geführt. Auch heute ist die Vorstellung absurd. Oder wie es Martin Wolf, Chefökonom der «Financial Times» ausdrückt: «Ich finde die Idee bizarr, den grössten Teil des Finanzsystems einstürzen zu lassen, unkonventionelle Geldpolitik zu vermeiden und das Staatsdefizit so gering wie möglich zu halten – und das als Voraussetzung für einen schnellen und nachhaltigen Aufschwung zu betrachten.» &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Nur-keine-Panik-/story/25498788"&gt;(Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-7220910390355525207?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/7220910390355525207/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/09/staatsverschuldung-ohne-alternative.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/7220910390355525207'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/7220910390355525207'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/09/staatsverschuldung-ohne-alternative.html' title='Staatsverschuldung ohne Alternative'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-6680484953648366247</id><published>2010-08-24T01:27:00.000-07:00</published><updated>2010-09-02T08:16:50.252-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Grundeinkommen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wissenschaft'/><title type='text'>Sozialer Nutzen lässt arbeiten</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Bei öffentlichen Gütern versagt der Markt, lernt jeder Student der Volkswirtschaftslehre. Doch der Erfolg von Wikipedia widerlegt diese Theorie und ist eine der am häufigsten besuchten Internetseiten weltweit. Warum, zeigt eine neue Studie.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was für ein Irrtum. Im Sommer 2002 berichtete die „Berliner Zeitung“ als eines der ersten deutschen Medien über das Internetlexikon Wikipedia – fasziniert, aber auch skeptisch: „Doch mag das Wissensreservoir auch regen Zulauf haben und stetig wachsen: In nächster Zeit wird es ihm wohl nicht gelingen, Referenzwerken wie dem Brockhaus den Rang abzulaufen.“ Keine sechs Jahre später teilte der Brockhaus-Verlag das Aus für das gedruckte Lexikon mit – und Wikipedia ist heute eine der am häufigsten besuchten Internet-Seiten weltweit. Zehntausende arbeiten für Wikipedia, freiwillig und ohne jedes Honorar. Eine Erfolgsgeschichte, die Volkswirte in Erklärungsnöte bringt. Ihre traditionellen Theorien legen nahe, dass es den Aufstieg des Internetlexikons gar nicht hätte geben dürfen. Warum sollten sich rationale Individuen die Mühe machen, unentgeltlich Lexikonartikel für ein anonymes Publikum zu schreiben? Jeder Internetnutzer kann das Onlinelexikon nutzen, ohne dass er selbst Beiträge beisteuert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit ist Wikipedia das, was Volkswirte ein „öffentliches Gut“ nennen – ein Angebot, von dem alle Menschen profitieren und von dessen Nutzung niemand ausgeschlossen werden kann. Klassische Beispiele dafür sind Deiche und Straßenlaternen. Bei öffentlichen Gütern, so lernen angehende Volkswirte im Grundstudium, gibt es ein großes Dilemma: Es existieren starke Anreize zum Trittbrettfahrertum – dazu, das Angebot zu nutzen, ohne eine Gegenleistung zu erbringen. Die traditionelle Volkswirtschaftslehre postuliert: Je größer die Zahl der potenziellen Nutznießer ist, desto mehr Probleme entstehen mit Trittbrettfahrern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zumindest bei Wikipedia ist genau das Gegenteil der Fall, zeigt eine neue Studie, die demnächst im "American Economic Review" erscheint: Je größer die Zahl der potenziellen Leser, desto eher sind Menschen bereit, ihre Arbeitszeit für die Online-Enzyklopädie aufzuwenden – vermutlich, weil sie mentale Befriedigung daraus ziehen, dass ihre Text von vielen anderen gelesen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Wissenschaftler Xiaoquan Zhang (Hong Kong University of Science and Technology) und Feng Zhu (University of Southern California) weisen diesen Effekt am Beispiel der chinesischen Wikipedia-Seite nach. Sie nutzen aus, dass die Regierung in Peking die Seite wegen politisch unliebsamer Informationen mehrfach zensiert hat. Ab Oktober 2005 zum Beispiel konnten Internetnutzer in China die Wikipedia-Seite fast ein Jahr lang nicht aufrufen. Durch die Blockade hat sich die Zielgruppe von Wikipedia über Nacht drastisch verringert. Millionen Internetnutzer waren plötzlich ausgeschlossen. Für chinesischsprachige Menschen in Taiwan, Hongkong und dem Rest der Welt blieb die Seite dagegen nutzbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Welche Folgen hatte das für die Aktivitäten auf der Webseite? Die Forscher konzentrierten sich auf das Verhalten der Nutzer außerhalb der Volksrepublik China – Menschen, die trotz Sperre weiter auf die Seite zugreifen und sie ändern konnten. Zhang und Zhu nutzen aus, dass alle Änderungen in Texten auf der Wikipedia-Seite detailliert protokolliert werden und Rückschlüsse zulassen auf das Land, in dem die Autoren leben. Sie verglichen die Aktivitäten bei Wikipedia unmittelbar vor und nach der Sperre. Sie stellten fest: Mit Beginn der Blockade haben sich chinesischsprachige Internetnutzer außerhalb der Volksrepublik deutlich weniger für Wikipedia interessiert – sie schrieben schlagartig weniger neue Beiträge und erweiterten bestehende Texte viel seltener.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Die Beteiligung von nicht blockierten Autoren ist durch die Blockade im Schnitt um 42,8 Prozent zurückgegangen“, stellen die Ökonomen fest. Der Grund: Die Mitarbeit bei Wikipedia verschaffe den einzelnen Autoren Befriedigung – die Forscher sprechen dabei von „sozialem Nutzen“. „Die schrumpfende Gruppengröße reduziert diesen Nutzen“, schreiben sie. Ein Indiz dafür: Gerade die Autoren, denen der soziale Aspekt von Wikipedia besonders wichtig war und die sich intensiv in den Diskussionsforen des Lexikons tummelten, schrieben mit Beginn der Sperre deutlich weniger. „Unsere Studie liefert empirische Belege dafür, dass soziale Effekte stärker sein können als die Neigung zum Trittbrettfahrertum“, lautet das Fazit. Die Studie zeigt damit erneut: Volkswirte machen einen Fehler, wenn sie den Menschen zum reinen Egoisten erklären – dann können sie viele Phänomene des wahren Lebens nicht richtig erklären.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Group Size and Incentives to Contribute: A Natural Experiment at Chinese Wikipedia“ , von Xiaoquan Zhan und Feng Zhu, erscheint in: American Economic Review&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/_b=2640653,_p=30,_t=ftprint,doc_page=0;printpage"&gt;Handelsblatt&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-6680484953648366247?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/6680484953648366247/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/08/sozialer-nutzen-laesst-arbeiten.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/6680484953648366247'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/6680484953648366247'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/08/sozialer-nutzen-laesst-arbeiten.html' title='Sozialer Nutzen lässt arbeiten'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-813614972455776710</id><published>2010-08-24T00:52:00.000-07:00</published><updated>2010-08-24T00:54:56.301-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wirtschaftspolitik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Personen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Video'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wissenschaft'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Nachhaltigkeit'/><title type='text'>Elinor Ostrom im Interview</title><content type='html'>&lt;object data="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/af8eb3bd-86e1-4569-a99b-6e0c9fba0589" type="application/x-shockwave-flash" style="width:640px;height:386px"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/af8eb3bd-86e1-4569-a99b-6e0c9fba0589"/&gt;&lt;param name="quality" value="high" /&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true" /&gt;&lt;a href="Interview" alt="zum Videoportal des Schweizer Fernsehens"&gt;af8eb3bd-86e1-4569-a99b-6e0c9fba0589&lt;/a&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Wirtschaftssendung «ECO» hat die Nobelpreisträgerin exklusiv in Frankfurt getroffen. Elinor Ostrom hielt einen Gastvortrag an der Frankfurt School of Finance &amp;  Management.Im Interview erklärt sie, unter welchen Bedingungen gemeinschaftliche Regeln funktionieren und wann staatliche Regulierung notwendig ist. Englischsprachiges Original&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: Schweizer Fernsehen&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-813614972455776710?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/813614972455776710/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/08/elinor-ostrom-im-interview.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/813614972455776710'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/813614972455776710'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/08/elinor-ostrom-im-interview.html' title='Elinor Ostrom im Interview'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-4532430066348068708</id><published>2010-06-16T01:11:00.000-07:00</published><updated>2010-06-16T01:22:36.317-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Werbung'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Systemdiskussion'/><title type='text'>Vom Unsinn der Werbung</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Post wirbt für Werbung in Briefkästen - trotz Werbestopp-Klebern. Die Begründung des gelben Riesen: Werbung sei ein wichtiger Ertragspfeiler. Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass häufig für unsinnige Produkte und Dienstleistungen geworben wird, ist er hiermit erbracht.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Tages-Anzeiger berichtet von folgendem Beispiel: Markus Ammann* wunderte sich nicht schlecht. Letzte Woche lag ein Brief der Post in seinem Briefkasten, in dem sie für Direktwerbung wirbt. Beigefügt war ein Kleber für seinen Briefkasten mit der Aufschrift: «Werbung? Ok!». Dabei prangt an Ammanns Briefkasten klar und deutlich bereits die gegenteilige Botschaft: «Werbung nein danke!». Ammann ist empört.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit steht er nicht alleine da. In den letzten Tagen ging bei der Stiftung für Konsumentenschutz eine ganze Reihe von Beschwerden ein. «Viele Menschen ärgern sich über die ungebetene Post», sagt Geschäftsleiterin Sara Stalder. Die Werbe-Kleber gingen in der letzten Woche an 170'000 Haushalte mit Stopp-Klebern in den Kantonen Bern, Luzern und St. Gallen. Zusammen mit dem Kleber erhielten sie ein Gratismuster Nescafé Gold und ein Schreiben mit dem Versprechen, dank dem Kleber könnten die Empfänger künftig von unadressierter Werbung und von Warenproben profitieren. Gegen das Gesetz verstösst der «Briefkasten-Spam», wie Ammann es nennt, zwar nicht. Die Werbung ist adressiert. Die Anschriften hat die Post von Adresshändlern gekauft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Aktion geht diese Woche in 180'000 Haushalten im Kanton Zürich und den beiden Basel weiter. Allerdings in abgeänderter Form: Hier werden keine Kleber verteilt. Das Motto lautet: «Sagen Sie Ja zu Werbung, die Sie wirklich interessiert!». In diesem Sinne sollen die Haushalte angeben, zu welchen Themen die Post ihnen künftig Warenproben und Werbung schicken darf. Beigelegt ist ebenfalls ein Gratismuster Nescafé Gold.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Konsumentenschützerin Stalder findet die Aktion daneben: «Es ist nicht Auftrag der Post, Leute umzustimmen und für Werbung empfänglich zu machen.» Insbesondere stört es sie, dass die Post die Konsumenten mit Gratismustern ködert: «Das ist billige Bestechung.» Auch das Konsumentenforum hat «wenig Verständnis».&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Post versucht nicht zum ersten Mal, das Interesse der Konsumenten für ihre Direktwerbung anzuheizen. 2006 hat sie schon einmal einen Versuch in Basel und Zürich gemacht. Damals hat sie den Konsumenten zuerst angeboten, den alten Stopp-Kleber kostenlos und professionell vom Briefkasten zu entfernen. Danach schwenkte sie auf einen Pro-Werbe-Kleber um, wie er jetzt etwa in Bern verschickt wurde. Die Aktion erzielte jedoch kaum Wirkung. In Zürich stiegen lediglich 3 Prozent der Angeschriebenen auf das Angebot ein – obwohl die Post den Wechselwilligen sogar eine Prämie versprach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Kampf der Post gegen die Stopp-Kleber ist auf eine Schweizer Eigenart zurückzuführen. Hierzulande prangt gemäss Zahlen von Publimedia an knapp 45 Prozent der Briefkästen ein solches Verbot – das sind gut 1,7 Millionen Haushalte. Im Kanton Zürich will mit 60 Prozent die Mehrheit der Bevölkerung keine unadressierte Werbung, in der Stadt Zürich sind es sogar 70 Prozent.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;«In Deutschland und Österreich liegt der Anteil bei lediglich 10 Prozent», sagt Postsprecherin Nathalie Salamin. Sie verteidigt die Werbeaktion: «Wir wollen die Leute nicht bedrängen. Wenn jemand keine Werbung will, ist das in Ordnung.» Direktwerbung ist laut Salamin für die Post ein wichtiger Einkommenszweig, der viele Arbeitsplätze sichert. Die Post ist eine bedeutende Akteurin bei der Verteilung von Direktwerbung. Sie stellt zwei Drittel der adressierten und die Hälfte der nicht adressierten Werbesendungen in der Schweiz zu. Obwohl Experten davon ausgehen, dass das Internet die Direktwerbung im Briefkasten zunehmend verdrängen wird, sind die Umsätze aus der Zustellung in den letzten Jahren nur leicht gesunken auf 1,25 Milliarden Franken 2009.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle:&lt;a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Post-wirbt-fuer-Werbung-in--Briefkaesten--trotz-StoppKlebern-/story/30257361"&gt; Tages-Anzeiger 16. Juni 2010&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-4532430066348068708?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/4532430066348068708/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/06/vom-unsinn-der-werbung.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/4532430066348068708'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/4532430066348068708'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/06/vom-unsinn-der-werbung.html' title='Vom Unsinn der Werbung'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-7730483262638798667</id><published>2010-04-26T01:52:00.000-07:00</published><updated>2010-04-26T01:59:15.343-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fonds'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Nachhaltigkeit'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ethik'/><title type='text'>Ökofonds sind konkurrenzfähig</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Ökologische und ethische Aktienfonds Welt konnten in den vergangenen schwierigen fünf Jahren gut mit klassischen Fonds mithalten.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Knapp ein Fünftel der sauberen Fonds hat eine Rendite von mehr als 2,5 Prozent pro Jahr geschafft, keiner liegt unter minus 5 Prozent – im Schnitt ist das vergleichbar mit klassischen Fonds. Die Stiftung Warentest hat in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest die besten sauberen Fonds verglichen und gibt Empfehlungen für ein ökologisches und ein ethisches Muster-Depot.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachhaltige Fonds gibt es mittlerweile für fast alle Anlageklassen. Mit der Auswertung von Finanztest ist eine 100 Prozent nachhaltige Geldanlage ist daher kein Problem mehr. Die vielen Angebote mit ihren sehr unterschiedlich strengen Kriterien machen den Markt auch unübersichtlich. Wer nicht möchte, dass Öl-, Rüstungs- oder Atomfirmen im eigenen Depot landen, kann mit dem Test von Finanztest genau hinschauen, wie Öko und Ethik im Einzelfall definiert ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Empfehlenswert ist zum Beispiel der global anlegende Aktienfonds Green Effects NAI-Werte. Er hat die strengsten Ausschlusskriterien für umweltschädliche und unethische Branchen und gleichzeitig die beste Finanztest-Bewertung für Wertentwicklung und -Stabilität. Gut abgeschnitten hat auch der Pioneer Global Ecology und der Swisscanto Green Invest - die beide in der Schweiz aktiv vertrieben werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Demgegenüber ist der Siegerfonds Green Effects im Nachteil: Es sind nur 30 Aktien in dem Fonds – als Basisanlage ist das zu wenig, der Fonds eignet sich daher nur zur Beimischung. Und er ist offiziell in der Schweiz nicht zum Vertrieb zugelassen - das heisst, er darf nicht beworben, auf Anfrage der Kundschaft aber verkauft werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für den sicheren Teil des Depots eignen sich zum Beispiel Rentenfonds. Auch hier gibt es Fonds mit Öko- und Ethik-Schwerpunkt, die Staaten nach ihren Umweltgesetzen oder nach der Haltung zur Todesstrafe bewerten. Doch bei Staatsanleihen müssen Anleger zwangsläufig Kompromisse eingehen, denn die wenigsten Länder haben eine vollständig weiße Weste. Der Test mit den besten Ethik- und Ökofonds ist in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest veröffentlicht, die vollständige Übersicht aller sauberen Fonds online:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;© Oekonomedia / Quelle: &lt;a href="http://www.sonnenseite.com"&gt;Sonnenseite&lt;/a&gt; / Stiftung Warentest 2010&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-7730483262638798667?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/7730483262638798667/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/04/okofonds-sind-konkurrenzfahig.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/7730483262638798667'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/7730483262638798667'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/04/okofonds-sind-konkurrenzfahig.html' title='Ökofonds sind konkurrenzfähig'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-8147470083940213435</id><published>2010-04-06T00:53:00.000-07:00</published><updated>2010-04-06T00:56:10.859-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sozialstaat'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Nachhaltigkeit'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Steuern'/><title type='text'>Ökobonus für Sozialausgleich</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Effektiver Klimaschutz würde fossile Energie deutlich verteuern. Damit daraus im In- wie im Ausland keine sozialen Schieflagen entstehen, müssen Klima- und Sozialpolitik aus einem Guss sein. Strikte Grenzen für den Ausstoß von Klimagasen, ein umfassender Emissionshandel und ein aus dessen Erlösen gezahlter globaler Ökobonus für alle Menschen bieten dazu einen Ansatz.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu diesem Ergebnis kommt eine neue, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie von Prof. Dr. Felix Ekardt, Professor für Umweltrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Rostock. Die Angst vor sozialen Verwerfungen hält Politiker in westlichen Ländern von weit reichenden umweltpolitischen Maßnahmen ab, konstatiert der Leiter der Forschungsgruppe für Nachhaltigkeit und Klimapolitik. Entwicklungs- und Schwellenländer befürchteten wiederum, Klimaschutz stehe der wirtschaftlichen Entwicklung entgegen. Dabei ist klar: Wenn der Ausstoß klimaschädlicher Gase nicht in naher Zukunft deutlich zurückgeht, wird der Klimawandel Nord und Süd am Ende noch viel teurer zu stehen kommen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;"Die bisher verfolgte und beim Klimagipfel in Kopenhagen wieder bestätigte Strategie der Politik, sich aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen mit unzureichenden Klimazielen zufrieden zu geben und damit langfristig den sozial verheerenden Klimawandel in Kauf zu nehmen, ist gescheitert", betont Ekardt. Nötig sei ein neues globales Instrumentarium, das "eine radikale Klimawende im offensichtlichen Eigeninteresse fast aller Menschen und Staaten" möglich mache, anders als in den in Kopenhagen diskutierten Ansätzen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Der Wissenschaftler schlägt vor, den Emissionshandel auf den gesamten Verbrauch fossiler Energien auszudehnen, dabei erheblich ehrgeizigere Reduktionsziele zu setzen - und die Erlöse in jedem Staat gleichmäßig unter den Bürgern zu verteilen. Dieser Ökobonus soll einen Ausgleich für Preissteigerungen bei Energie und den Produkten energieintensiver Industrien bieten. Der Mechanismus würde eine Klimapolitik ohne übermäßige soziale Härten ermöglichen, erwartet Ekardt: "Da der Ökobonus jedem zukommt, aber die Gutverdienenden als Energiemehrverbraucher mehr zu seiner Finanzierung beitragen, hebt dies eine etwaige soziale Schieflage der Klimapolitik auf."&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Denn wenn jemand genau so viel Energie - und die damit verbundene Klimabelastung - in Anspruch nimmt, wie nach Maßgabe der politisch vorgegebenen Emissionsziele pro Person zur Verfügung steht, dann heben sich empfangener Ökobonus und gezahlte Emissionsabgaben idealtypisch auf. Wer besonders ressourcenschonend lebt, macht Gewinn. Und wer überdurchschnittlich viel Energie verbraucht, zahlt mehr.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Das Modell würde nicht nur zur gerechten Lastenverteilung innerhalb eines Landes beitragen - etwa indem Hartz-IV-Empfänger qua Ökobonus von höheren Abgaben der Besserverdiener auf Kauf und Betrieb klimaschädlicher Geländewagen profitieren, zeigt der Jurist und Soziologe auf. Auch zwischen Industrie- und Entwicklungsländern käme es zu einem Ausgleich: Da Energieverbrauch und Schadstoffausstoß pro Person in entwickelten Ländern wesentlich höher sind als in weniger entwickelten Staaten, wären beispielsweise die Europäer gezwungen, viel mehr Emissionsrechte zu kaufen und folglich viel höhere Kosten an die Endverbraucher weiterzugeben als südliche Länder. Zudem gelänge der soziale Ausgleich dadurch, dass der Ökobonus im Süden höher wäre als im Norden.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Um das Modell umzusetzen, hält Ekardt folgende Rahmensetzungen für sinnvoll:&lt;br /&gt;- Die "erlaubten" Mengen an Klimagasausstößen berechnen sich anhand der Einwohnerzahl der Erde. Beginnen würde man mit dem aktuellen globalen Durchschnitt: 5 Tonnen pro Mensch. Das zulässige Maß müsste dann in vielen kleinen Schritten jährlich absinken - auf 0,5 oder 0,7 Tonnen pro Mensch im Jahr 2050.&lt;br /&gt;- Die Ermittlung und finanzielle Abrechnung des Klimagasausstoßes setzt bei der Gewinnung von und dem Handel mit Primärenergieträgern an, also bei Kohle-, Gas- und Öl-Unternehmen. Jeder Importeur oder Verkäufer von fossilen Brennstoffen muss bei einer Auktion Emissionsrechte erwerben. Anders als beim bisherigen EU-Emissionshandel würden so fast sämtliche Klimagasausstöße erfasst. Zudem wären die Ziele strenger und die Landnutzung einzubeziehen. &lt;br /&gt;- Die Primärenergieunternehmen würden ihre Ersteigerungskosten für die Emissionsrechte gleichmäßig über Produkte, Strom, Wärme und Treibstoff an die Endverbraucher weitergeben; umgekehrt würden sie Versteigerungs-Einnahmen pro Kopf an alle Menschen verteilen (Ökobonus). In Ländern, in denen die nötige Infrastruktur zur individuellen Auszahlung des Ökobonus (noch) fehlt, könnte das Geld übergangsweise in soziale Projekte fließen.&lt;br /&gt;- Diese Grundgedanken können über eine globale Institution verwirklicht werden, sie können aber auch - dies ist Gegenstand der Studie - in einen komplexen Staaten- und Unternehmensemissionshandel übersetzt werden. Dabei gibt es eine jährlich sinkende, an der Einwohnerzahl orientierte Emissionsrechte-Zuteilung an die Staaten (quantitativ leicht verschoben zugunsten des Südens). Die Staaten dürfen dann Emissionsrechte handeln, und innerhalb ihrer Grenzen wird die jedem Staat danach verbleibende Menge in einen Primärenergie-Emissionshandel der Unternehmen und in einen Ökobonus übersetzt.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Der Bonus fällt dann wegen des vorangegangenen Staatenemissionshandels im Süden deutlich höher aus als im Norden, weil die Staatenemissionshandelskosten die Verteilungsmasse im Süden erhöhen und im Norden mindern. "Das gesamte Modell dient in jedem Fall dem ökonomisch-sozialen, friedenspolitischen und ökologischen Interesse fast aller Beteiligten weltweit und habe deshalb Chancen auf weltweite Akzeptanz", sagt Ekardt. Es sei zudem gerecht, weltweit allen Menschen gleiche Emissionsrechte zuzugestehen und durch die Konstruktion des Modells einen teilweisen Ausgleich für die historische Verursachung des Klimawandels durch den Westen zu schaffen. So könne man in Entwicklungsländern Entwicklung ermöglichen sowie Klimaschutz und Klimawandelsfolgen finanzieren.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Zwar erfordere der Ansatz eine starke internationale Organisation, der es gelinge, weltweit gültige Spielregeln durchzusetzen. Dies sei jedoch kein Novum. Als Beispiel nennt Ekardt die Welthandelsorganisation WTO. Nach deren Vorbild ließe sich das bereits existierende Klimasekretariat der Vereinten Nationen "zu einer schlagkräftigen Weltklimabehörde ausbauen".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quellen: &lt;a href="http://www.boeckler.de/"&gt;Hans-Böckler-Stiftung 2010&lt;/a&gt; / &lt;a href="http://www.sonnenseite.com"&gt;Sonnenseite&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-8147470083940213435?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/8147470083940213435/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/04/okobonus-fur-sozialausgleich.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/8147470083940213435'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/8147470083940213435'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/04/okobonus-fur-sozialausgleich.html' title='Ökobonus für Sozialausgleich'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-2226151304078949674</id><published>2010-03-13T04:12:00.000-08:00</published><updated>2010-03-13T04:15:36.378-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Krise'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Vorschläge'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ethik'/><title type='text'>Freier Markt ist Theologie</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Kapitalismus ist eine Religion – wobei nur eine Kyrptoreligion oder Spätform, die instrumentalisiert und missbraucht wird. Der scheidende Ethik-Professor Ulrich äusserte sich auf Schweizer Fernsehen. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;«Ethik ist eine Reflexionsform – und in diesem Sinn hat es sich gelohnt, entsprechende Gedanken tausenden von Absolventen der HSG mitzugeben.»  Wirtschaftsethik ist dann ein  Stück nachholende Aufklärung in einem Bereich, der das noch dringend nötig hat – so Eberhard Ulrich nach seiner Abschiedsvorlesung, reflektiert mit Roger de Weck auf SF 1. Mehr Markt, Marktgläubigkeit, Marktkoordination hat kein eingebautes Harmoniepotential – eine Annahme, die daher rührt, der ungeregelte Markt sei eine natürliche Ordnung und diese eine Schöpfung Gottes, der die Natur weise eingerichtet habe – ergo werde alles gut, wenn wir alles der Selbststeuerung der Marktkräfte überlassen. Wer hingegen eingreifen will, gilt als Ketzer dieser markttheologischen Sicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gescheitert ist die andere Koordination natürlich auch, jene des Plans, zu verstehen aus der Konstellation des kalten Krieges. Resultat waren sozialpolitische Zugeständnisse, in denen Bevölkerung nicht aufbegehrte gegen Wirkung einer entfesselten Marktsteuerung. Nach 1989 kam es zum Triumpfgeheul des sich siegreich wähnenden Kapitalismus. Ulrich warnte allerdings schon damals, dass beide gleich alt seien, Kommunismus wie Kapitalismus, beide waren ihm damals schon Metaphern, also metaphysische, übernatürliche Glaubenssystemen – die an realen Ereignissen nicht scheitern konnten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Marktwirtchaft ist eine rechtsstaatliche Veranstaltung – das spezifiziert noch keine Wirtschaft – dass Markt gebraucht wird, ist trivial, aber es gibt viele Varianten. Es braucht immer intelligenten Mix von Marktsteuerung und rechtstaatlichen Bedingungen sowie Anreizstrukturen. Dazu kommt eine Gesellschaft, die zwischen Wirtschaft und Gesellschaft unterscheiden kann. Arbeitslosigkeit und wachsende Ungleichheiten kennzeichnen letztere, und sind durch erstere nicht zu lösen – obwohl links wie rechts glauben, es gebe wirtschaftliche Antworten. Vielmehr bräuchten diese gesellschaftspolitischen Probleme auch gesellschaftspolitische Lösungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Marktwirtschaft funktioniert an sich ausgezeichnet, Folgeprobleme sind das Resultat einer Erfolgsgeschichte durch Rationalisierungsdynamik unter gegebenen Bedingungen führt zur Wegrationalierung von Arbeit. Kein Wirtschaftsführer beabsichtige, Arbeitsplätze zu schaffen «Glauben Sie diesbezüglich keinem!», so Ulrich in seinem Gespräch. Arbeitsplätze sind Kosten, die es zu minimieren gilt. Ziel ist Eigenkapitalrendite. Entsprechend, so de Weck in einem launischen Einwurf, heisst es ja auch nicht Laborismus, sondern Kapitalismus. Mit Markt hat das aber rein gar nichts zu tun. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wirtschaftliche und politische Liberalisierung gingen ursprünglich Hand in Hand, im Laufe des 19. Jahrhunderts ging das einen anderen Weg – in dessen Mitte ein ungeheurer Boom mit enormem Wohlstandsgewinn. An dessen Ende tauchte die soziale Frage auf (1870), denn die Armut für alle war nicht beseitigt mit einem erfolgreichen Bürgertum und auf der anderen Seite mit dem Proletariat oder zeitgemässer mit dem Prekariat, Menschen, die in prekären Lebenslagen mit tiefgreifender existentieller Verunsicherung. Damals war das Bürgertum eine progressive Macht, die NZZ eine linke Zeitung. Sollte das Projekt an Freiheit für Alle festhalten oder erworbene Privilegien bewahren – wofür sich das Bürgertum entschied. Das emanzipatorische Projekt einer Bürgergesellschaft für Alle war damit den Linken vorbehalten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In dieser Zeit entstanden unter Bismark die ersten Sozialversicherungen. Diese frühe Form einer sozialen Marktwirtschaft hatte allerdings einen Geburtsfehler: Der Sozialstaat sollte im Nachhinein die Symptome lindern und korrigieren als Reperaturbetrieb. An Ursachen hat man bis heute nichts geändert. Gibt es also ein System, in dem die soziale Frage mitschwingt. Nicht nach einem System ist zu suchen, das das realisiert im Sinne eines Mechanismus, der automatisch dafür sorgt, alle gesellschaftlichen Koordinationsprobleme perfekt zu lösen. Wir sollten vielmehr gelernt haben, dass erstens ein intelligenter Mix von Markt und Staatssteuerung unverzichtbar ist, dass zweitens das so konzipierte System der Einbettung in eine modernen Gesellschaft bedarf – dort sind die Hauptprobleme.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vordergründig hat sich das mw-System in Eigensinn und Unsinn verselbständigt. Das ist aber nicht grundlos geschehen. Warum haben die Menschen denn diese Entkoppelung gebilligt. Dahinter steht ein Gedankenbett: Noch die ärgsten Marktideologen müssen davon überzeugt sein, das sei eine legitime Wirtschaftsordnung – die meisten sind marktgläubig und setzen voraus, dass der Staat diese Deregulierung machtvoll durchsetzen kann. Also auch die Liberalen vertrauen auf den Staat! Ein solches System muss etabliert sein, durchgesetzt werden mit Eigentums-, Haftungs- und Vertragsrechten. Unter ihrer Ägide ist die Rolle des Staates oft sogar explosionsartig gewachsen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der sozialdemokratische Kompromiss schien nach 1989 nicht mehr nötig, also durfte Kapitalismus hemmungsloser werden. Das ebnete dem Neoliberalismus den Boden. Nun nach 25 Jahren dieses Zeitgeists scheint er am Ende der Fahnenstange angekommen zu sein. Die Entbettung der Wirtschaft findet allerdings nicht staat, sondern gemäss de Weck eher die Übernahme der Gesellschaft durch die Wirtschaft. Der Hilfsbedürftige wird zum Klienten, zum Marktobjekt des Sozialarbeiters. Der wird damit nur vermeintlich geadelt. Diese Verkehrung der Verhältnisse, die Ökonomisierung von fast allem, allen Lebensbereichen und der ganzen Welt (Globalisierung), der Politik, die zum Verwalter der Sachzwänge wurde, die die Marktwirtschaft geschaffen hat. Der Standortwettbewerb, der immer auch ein Ordnungswettbewerb ist, hat das Seine dazu beigetragen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wettbewerb ist vielleicht auf politische Einheiten gar nicht anwendbar. Der Primat der Politik ist die vernünftige Vss. für jede Gestaltbarkeit der Wirtschaftsordnung, nur das ist vernünftig. Hat nicht dennoch das Geld immer die Macht, so de Weck? Entgegenhält Ulrich die Rolle der Ethik. Sie hat sicher nicht die Macht , Verhälntnisse zu ändern, nur Begriffe zu klären. Marktsteuerung ist nicht per se gut, weil Markt machtvoll ist als Beispiel. Denn er bildet Machtverhältnisse im Idealfall ab, jeder kann gut verhandeln, aber mehr liegt nicht drin. Die Mächtigen sind deshalb immer f¨ür Deregulierung, die Schwächeren reagieren skeptisch. Ausgleich ist zu suchen, wir brauchen dafür eine zivilisierte Marktwirtschaft, deren gutes Funktionierne gemessen wird, die sie für die civil society leistet. Freie und gleichberechtigte Bürger, ein urschweizerisches Ideal, das uns abhanden gekommen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie kommen wir dorthin. Der Ethiker gibt durchaus Antworten: Eine gute Wirtschaftsordnung fällt nicht vom Himmel, also trägt jemand Verantwortung. In einer modernen Gesellschaft bilden die Bürger den Kern. Sie stehen vor Herausforderung, auch im Wirtschaftsleben den gleichen Bürgersinn gelten zu lassen, der sonst als normal gilt. Also das Nutzenstreben nicht abspalten, sondern integrieren. Demokratie und MW als Gegensatz also? Nein, wir sind einfach noch zu stark von Ideologien geprägt. Denn es ist nicht schwer klar zu machen, dass Lebensqualität sich nicht in Konsum erschöpft. Freiheit heisst nicht Konsumfreiheit, also herrscht Zuversicht, dass moderne Bürger ihre Rechte als zentral anschaut und nicht einfach Konsum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber gerade HSG-Absolventen gehen doch diesen Weg? Der Einfluss der Uni hält sich in Grenzen vielmehr. Und es hat alle Arten von Denkmustern – vielleicht hat sich im Laufe der Jahre was verschoben. Die Jungen heute mit ihrer Offenheit übernehmen alte Doktrinen nicht einfach so (Wüstenhagens Erfolg). Aber wie im Velorennen gibt es Vorhut und Nachzügler. Wer heute das Sagen hat, repräsentiert die alte Denke. Die HSG hat immerhin Kontextstudium eingefügt mit grösserem Rahmen im Studium – 25% der Credits in geistes- und sozialwiss. Studiums zu erwerben – gegen das Fachidotentum. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon Sik hat nach drittem Weg gesucht, war aber Einzelgänger. Immer nur ein Mauerblümchen? Das stimmt so nicht mehr, ein Drittel der ProfessorInnen denken wie der hausinterne Wirtschaftsethiker. Vielleicht herrscht da auch selektive Wahrnehmung ausserhalb. Gerade Staatsrechtler haben noch Sinn für die Rangordnung der Dinge. Zuerst die Ethik, dann die Politik, dann erst die Ökonomie. Andernorts ist das natürlich anders. Moralphilosoph war auch Adam Smith. Von Fachökonomen wird immer nur der halbe Smith gelesen (Vom Wohlstand der Nationen). Er wurde Ökonom, weil er ein Problem der Moralphilosophie nicht lösen konnte. Wie das richtige tun? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Marktgesellschaft ist der Feind des legitimen Marktes. Vielmehr muss MW eingebunden sein in Gesellschaft, die Risiko so mindern kann. Weniger Markt kann heissen mehr Gleichheit, geringere Blasenrisiken – das sind gesellschaftliche Ziele. Röpke sagte auch als Marktwirtschafter, Liberalismus ist nicht primär wirtschaftlich – sondern gesellschaftlich . Siehe Dänemark: Niemand soll aus gesell. Rahmen herausfallen, dann wird Markt entfesselt. Trotz hoher Staatsquote hoch wettbewerbsfähig, Flexicurity. CH ist mittlere Form mit ihrem basisdemokratischen Denken, das sich teils positiv niedersclhägt etwa in AHV, die eine Art Bürgerversicherung ist mit ihrer Minimalrente, die Hälfte des Maximums ist. «Solche stark bürgerrechtliche Traditionen sollten wir aus- nicht abbauen.» &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inti &lt;a href="http://substanz.skroll.ch/?p=1732&amp;utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Substanz+%28Substanz%29"&gt;hier&lt;/a&gt;    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abschiedsvorlesung bei: &lt;a href="http://www.iwe.unisg.ch/org/iwe/web.nsf/wwwPubLiteraturTyp/BD472613B28B8A6DC12575B4005213DB"&gt;Ulrich&lt;/a&gt;   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;© Oekonomedia&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-2226151304078949674?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/2226151304078949674/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/03/freier-markt-ist-theologie.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/2226151304078949674'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/2226151304078949674'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/03/freier-markt-ist-theologie.html' title='Freier Markt ist Theologie'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-3066410314556710541</id><published>2010-02-23T05:45:00.000-08:00</published><updated>2010-02-23T05:49:24.390-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Grundeinkommen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sozialstaat'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Krise'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Vorschläge'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Systemdiskussion'/><title type='text'>Grundeinkommen für Alle</title><content type='html'>Hartz IV, Bafög, Wohn- und Kindergeld - der Sozialstaat hat sich völlig verzettelt. Nötig ist jetzt eine radikale Reform der Sicherungssysteme: Deutschland braucht ein Grundeinkommen für alle, ohne jede Bedingung. So der Kommentar von Thomas Straubhaar ist Professor für Volkswirtschaft an der Universität Hamburg und Leiter des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI). Die Schweiz ebenso, möchte man anfügen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;FDP-Chef Guido Westerwelle hat eine Hartz-IV-Debatte angestoßen, nun diskutiert Deutschland über den Sozialstaat im Allgemeinen. Dies ist sicher richtig, solange man ernsthaft bleibt. Falsch aber ist es, aus dem Fehlverhalten einzelner Menschen die Politik fürs Ganze abzuleiten. Zweifelsfrei gibt es jene, die den Sozialstaat missbrauchen. Ebenso ohne Zweifel gibt es aber auch Obdachlose, die erfrieren, und Familien, die bittere Not leiden. Auch in Deutschland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beide Erscheinungen - Missbrauch wie extreme Armut - sind aber nicht charakteristisch für die Gesamtheit der Gesellschaft.  Fakt ist, dass die meisten Hartz-IV-Empfänger arbeiten würden, wenn sie einen Job fänden. Allerdings zeigt eine internationale Vergleichsstudie der OECD, dass in Deutschland die Anreize für Erwerbslose gering sind, sich eine Stelle zu suchen. Die Differenz zwischen einem Leben auf Kosten des Sozialstaats und einem Einkommen durch Arbeit ist ganz offensichtlich zu gering. Gerade für wenig qualifizierte (Langzeit-) Arbeitslose macht dies den Weg in die Erwerbstätigkeit wenig attraktiv. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fakt ist aber auch, dass absolute Armut in Deutschland kein Massenphänomen ist. Im Gegenteil: Deutschland steht im internationalen Vergleich gut da. Das Armutsrisiko ist hierzulande geringer als im EU-Durchschnitt. Es ist fast so niedrig wie in den Vorzeigeländern Niederlande, Schweden und Dänemark. An diesem positiven empirischen Beleg ändert auch nichts, dass die Schere zwischen Arm und Reich auseinandergeht. Denn dies hat wenig mit dem Sozialstaat zu tun, dafür aber viel mit dem Bildungssystem, den Aufstiegsmöglichkeiten der Erwerbstätigen und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Politik muss das Ganze im Auge haben und nicht den Einzelfall, der womöglich als ungerecht empfunden wird. Es ist die große Schwäche der deutschen Sozialpolitik, gerade im Vergleich zu den USA, dass sie zu stark am Einzelfall orientiert ist. Auch in den USA werden schreckliche Schicksale medial zu Sensationsereignissen aufgebauscht. Daraus werden aber keine sozialpolitischen Forderungen abgeleitet. In Deutschland hingegen dient der Einzelfall viel zu oft dazu, konkrete Politik zu begründen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gute Politik sieht anders aus. Sie muss so gestaltet sein, dass schreckliche Einzelfälle so unwahrscheinlich werden wie möglich. Gleichzeitig sollte die Masse der Menschen bessere Chancen erhalten, ihre eigenen Lebenspläne in Sicherheit und Würde zu verwirklichen. Wer die Sozialpolitik in Deutschland deblockieren will, darf nicht an einzelnen Schrauben eines morschen Sicherungssystems drehen. Korrekturen innerhalb des Systems rufen andernorts neue Probleme hervor. So verdrängen öffentlich finanzierte Jobs zunehmend reguläre Beschäftigung. Hinzu kommt, dass der Sozialstaat an seine finanzielle Belastungsgrenze kommt. Viele Erwerbstätige, die heute Renten oberhalb der Mindestsicherung finanzieren, werden später selbst nur noch eine Mindestrente erhalten. Generationengerechtigkeit und der Grundsatz "Alterslohn für Lebensleistung" sind so nicht mehr gegeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nötig ist deshalb eine ganzheitliche Rundumerneuerung der sozialen Sicherung. Deutschland braucht einen Systemwechsel hin zu einer steuerfinanzierten Grundsicherung für alle, hin zu einem bedingungslosen Grundeinkommen. Ein bedingungslos gewährtes Grundeinkommen erfordert eine grundlegende Steuerreform. Es geht darum, die komplexe und wenig effiziente deutsche Umverteilungsmaschinerie zu vereinfachen und zu verbessern. Das undurchschaubare Geflecht von personenbezogenen Steuern, Abgaben und Transfers sollte zu einem einzigen universalen Steuer-Transfer-Instrument zusammengezogen werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Idee ist folgende: Der Staat gewährleistet allen Bürgern vom Säugling bis zum Greis lebenslang ein existenzsicherndes monatliches Einkommen. Das Grundeinkommen wird bedingungslos und damit ohne bürokratischen Aufwand ausbezahlt. Alle erhalten das Grundeinkommen, unabhängig, ob jung oder alt, beschäftigt oder arbeitslos, verheiratet oder Single. Das Grundeinkommen bleibt steuerfrei. Auf der anderen Seite werden alle Einkünfte aus Arbeit, Zinsen und Dividenden, Miete und Pacht vom ersten bis zum letzten Euro an der Quelle erfasst und mit einem einheitlichen und gleich bleibenden Steuersatz belastet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die meisten der heutigen Sozialtransfers könnten durch das Grundeinkommen ersetzt werden. Statt all der vielen einzelnen Sozialleistungen wie Grundrente, Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Bafög, Wohn- und Kindergeld sollte es nur noch das Grundeinkommen geben. Auch Gutverdiener kommen in den Genuss staatlicher Unterstützungg. Ein immer wieder erhobener Einwand gegen das Grundeinkommen ist, dass alle einen Finanztransfer erhalten - auch jene, die nicht bedürftig sind. Auf den ersten Blick scheint es in der Tat merkwürdig, wenn Gutverdiener und Vermögende in den Genuss staatlicher Unterstützung kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Argument lässt sich leicht entkräften. Zwar bekommen auch Reiche das Grundeinkommen. Sie "finanzieren" diesen Transfer aber auch - durch die Bruttobesteuerung ihrer Einkommen. Netto bleiben sie damit Steuerzahler. Anders formuliert: Auch mit dem Grundeinkommen wird die Masse der Deutschen weiterhin Steuern zahlen. Das Grundeinkommen ist nichts anderes als ein Steuerfreibetrag in Höhe des Existenzminimums - so wie er bereits heute in Deutschland allen gewährt werden muss. Hier liegt auch die Rechtfertigung für die Bedingungslosigkeit: Eine aufgeklärte Gesellschaft mit christlichen Werten wird zu Recht niemals zulassen, dass Menschen ohne Nahrung und Kleider, obdach- und würdelos dahinvegetieren. Sie wird in jedem Fall einen Absturz ins Bodenlose zu verhindern suchen und ein Auffangnetz auslegen. Das bedingungslos gewährte Grundeinkommen macht hier nur explizit, was implizit ohnehin besteht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Klar ist auch: Der ökonomische Sinn der Grundeinkommensidee steht und fällt mit der Höhe des Transfers. Wie soll das Existenzminimum bemessen sein, das der Staat bedingungslos für alle sichert? Im Endeffekt ist dies eine politische Entscheidung, für die ein äußerst einfacher ökonomischer Zusammenhang gilt: Ein hohes Grundeinkommen erfordert hohe Steuersätze, ein niedriges Grundeinkommen ermöglicht niedrige Steuersätze. Hohes Grundeinkommen und hohe Steuersätze verringern den Anreiz zu arbeiten, niedriges Grundeinkommen und niedrige Steuersätze verstärken den Anreiz zu arbeiten. Je höher der Anreiz zu arbeiten ist, desto einfacher wird das Grundeinkommen zu finanzieren sein. Je geringer die Arbeitsanreize sind, desto weniger wird das Grundeinkommen finanzierbar sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich wird ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht aus der Realität ein Paradies und aus Egoisten Gutmenschen machen. Es wird weiterhin Menschen geben, die auch dieses System hintergehen, missbrauchen und zu ihren eigenen Gunsten ausnutzen. Aber darum geht es nicht. Es geht nicht darum, wegen ärgerlicher Ausnahmen Politik für Einzelfälle zu machen. Es geht um die Suche nach einer neuen Sozialpolitik, die gesamtheitliche Lösungen für alle ermöglicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.spiegel.de"&gt;Spiegel Online&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-3066410314556710541?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/3066410314556710541/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/02/grundeinkommen-fur-alle.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/3066410314556710541'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/3066410314556710541'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/02/grundeinkommen-fur-alle.html' title='Grundeinkommen für Alle'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-6339246175522190412</id><published>2010-02-01T01:33:00.000-08:00</published><updated>2010-02-01T01:43:50.686-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Personen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Krise'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Vorschläge'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Systemdiskussion'/><title type='text'>De Wecks neues Gleichgewicht</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der Kapitalismus brauche eine Gegenkraft in Gestalt eines starken Staats, sagt Buchautor und Journalist Roger de Weck im Interview des &lt;a href="http://www.nachhaltigkeit.org"&gt;Nachhaltigkeitsportals&lt;/a&gt;. Dieser Staat müsse eine vernünftige Marktordnung durchsetzen, denn letztlich seien es die natürlichen Ressourcen, die uns allen Grenzen setzten.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;&lt;br /&gt;Urs Fitze (Nachhaltigkeitsportal): Das Ende des Kommunismus vor zwei Jahrzehnten wurde als endgültiger Sieg des Kapitalismus gefeiert. Jetzt stecken wir in der Krise. Was ist schief gelaufen?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Roger de Weck: Sein Triumph ist dem Kapitalismus schlecht bekommen. Er baut auf den Gedanken des Wettbewerbs, der die Welt voranbringe, aber er selbst hat keinen Wettbewerber mehr. Die Oberschicht muss nicht länger fürchten, dass unzufriedene Bürger „zu den Kommunisten überlaufen“. So fehlt der Antrieb, für eine gleichgewichtige Gesellschaft zu sorgen. Die Folge ist, dass sich die Kluft zwischen Arm und Reich verbreitert. Vor 1989 war es undenkbar, einen Arbeitnehmer zwei Jahre vor seiner Pensionierung zu entlassen – auch wenn es die Gesetze zuliessen. Heute sind solche Kündigungen üblich. Überdies hat die Globalisierung den Wettbewerb verhärtet, er wurde rücksichtslos.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Urs Fitze:Wirtschaftsführer und Politiker führen gern ins Feld, die rücksichtslose Globalisierung zwinge sie zur Anpassung. Was halten Sie davon?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Roger de Weck: Die Globalisierung ist kein Naturereignis. Sie ist von Menschen gemacht. Am Anfang stand die Liberalisierung des Kapitalverkehrs. Seither fliesst Geld ungehindert dorthin, wo am meisten Gewinn winkt. Viel weniger mobil sind die Arbeitskräfte. Das steigert massiv die Macht der Kapitalgeber gegenüber den Arbeitnehmern. Und weil das Kapital auch dorthin schnellt, wo es am wenigsten besteuert wird, stehen die Staaten unter Zugzwang, die Steuern auf das Kapital zu minimieren. Das ist eine weitere Privilegierung des Kapitals. Gegen die Globalisierung habe ich nichts, aber sie sollte bewusst gestaltet werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/S2ag_ad9pMI/AAAAAAAAAss/6NV4GOOtVp0/s1600-h/deweck.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 129px; height: 93px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/S2ag_ad9pMI/AAAAAAAAAss/6NV4GOOtVp0/s200/deweck.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5433207011766281410" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Man hat das meiste, was Roger de Weck in seinem Buch vorträgt, schon gelesen. Aber es trifft den Puls einer Gesellschaft im Wandel. De Wecks Liberalismus ist ein Plädoyer für einen Kapitalismus, der sich am Gemeinwohl orientiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Roger de Weck. Nach der Krise. Gibt es einen anderen Kapitalismus? Verlag Nagel &amp; Kimche. 17.90&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Urs Fitze:Hat der Kapitalismus in den vergangenen 20 Jahren sein wahres Gesicht gezeigt?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Roger de Weck: Er hat hundert Gesichter, die Spanne reicht vom diktatorischen Staatskapitalismus in China bis zum sozialen Kapitalismus Skandinaviens. Gemeinsam ist allen die Vorstellung, dass es vor allem auf den Gewinn ankomme. Dabei liegt die eigentliche Aufgabe der Unternehmen darin, Güter zu erzeugen und Leistungen zu erbringen. Wenn die Maximierung der Rendite wichtiger wird als alles andere, gerät der Kapitalismus aus dem Lot. Dieses System, das unser Leben prägt, entfaltet eine ungeheure Kraft. Es gilt, sie zu bändigen. Der Markt bedarf einer Marktordnung, er braucht Regeln und einen Staat, der diese Regeln durchzusetzen weiss. Wenn die New Yorker Wall Street und die Zürcher Bahnhofstrasse das Sagen haben, läuft es aus dem Ruder. Wir brauchen keine liebesdienerischen Regierungen. Wir brauchen Politiker, die den Wirtschaftsführern auch einmal sagen: So nicht! Es ist wirtschaftsfreundlich, die Wirtschaft vor ihrem Hang zu Exzessen zu bewahren.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Urs Fitze:Braucht der Kapitalismus wieder ein Gegengewicht, wie es der Kommunismus war?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Roger de Weck: Gottlob sind die stalinistischen Regimes untergegangen. Umso stärker brauchen wir Gegenkräfte innerhalb des Systems, um seine Auswüchse zu verhindern. &lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Urs Fitze:Sie schreiben in Ihrem Buch „Nach der Krise. Gibt es einen anderen Kapitalismus?“ von Gier als Triebfeder, die zur Krise geführt hat. Ist Gier nicht Teil des kapitalistischen Systems?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Roger de Weck: Der Kapitalismus lebt vom Eigennutz, Gier aber ist ungezügelter Eigennutz. Erst in den vergangenen drei Jahrzehnten ist der Eigennutz vollends zur Gier ausgeartet – weil er zur Ideologie erhoben worden war. Eigennütziges Verhalten diene von vornherein der Allgemeinheit, hiess es, der Markt sei eine moralische Anstalt. Das war eine Lebenslüge. Was gut war für die UBS-Manager, war schlecht für &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;die Schweiz.&lt;br /&gt;Urs Fitze:Der Kapitalismus habe die Züge einer Religion angenommen, argumentieren sie weiter. Ist eine Religion fähig zur Reform?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Roger de Weck: Luther, Calvin und Zwingli haben das Christentum reformiert. Auch der Kapitalismus kann sich erneuern. In den 1970er Jahren war er gleichgewichtiger als heute. Er kann es wieder werden. Ich bin zwar illusionslos, aber hoffnungsfroh. Sonst hätte ich das Buch nicht geschrieben.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Urs Fitze:Sie verlangen eine öko-soziale Marktwirtschaft. Was verstehen Sie darunter?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Roger de Weck: Eine Marktwirtschaft, in welcher der Staat nicht einfach Spital und Reparaturwerkstatt ist. Die Marktwirtschaft braucht einen starken Staat, der das Verursacherprinzip durchzusetzen vermag. Riesenkonzerne, die auf keinen Fall konkurs gehen dürfen, weil es die Volkswirtschaft zerrütten würde, geniessen faktisch eine Staatsgarantie. Das ist ein Wettbewerbsvorteil, dafür sollen sie eine angemessene Gebühr zahlen. Gehen sie irrwitzige Risiken ein, muss ihnen der Staat als „Versicherer“ prohibitiv hohe Gebühren abverlangen. Überdies muss die Staatengemeinschaft nach und nach dafür sorgen, dass die Preise die Kosten des Naturverbrauchs enthalten. Dann werden etwa die Frachtkosten steigen und wird der Unsinn aufhören, dass wir Lamm aus Neuseeland einführen, statt wunderbares Lammfleisch aus dem Unterengadin zu essen.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Urs Fitze:Sehen Sie Ansätze zu einer solchen Wende im Kapitalismus?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Roger de Weck: Durchaus. Es sind letztlich die natürlichen Ressourcen, die unser aller Tun und Lassen begrenzen. Werden sie knapp, lautet die Alternative: Kooperation oder Krieg. Ich baue darauf, dass die Staatenwelt sich für Erstere entscheidet und einen Weg findet, die noch vorhanden Ressourcen gerecht zu teilen.&lt;br /&gt;Die Gruppe der zwanzig grössten Staaten – so zaghaft diese G-20 agieren mag – sucht nach gemeinsamen Lösungen. Im 19. Jahrhundert wäre es längst zum Aufprall der Nationen und zum Krieg gekommen.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Urs Fitze:Sehen Sie auch eine moralische Wende in den Köpfen: die Einsicht, dass es so nicht weitergehen kann?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Roger de Weck: Ich glaube weniger an die Kraft der Moral als an straffe Regeln. Was wir brauchen, ist ein neues Gleichgewicht zwischen Kapital und Arbeit, zwischen Staat und Wirtschaft, zwischen Eigennutz und Gemeinsinn, zwischen Nord und Süd.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.nachhaltigkeit.org"&gt;nachhaltigkeit.org - 1. Februar 2010&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-6339246175522190412?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/6339246175522190412/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/02/de-wecks-neues-gleichgewicht.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/6339246175522190412'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/6339246175522190412'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2010/02/de-wecks-neues-gleichgewicht.html' title='De Wecks neues Gleichgewicht'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/S2ag_ad9pMI/AAAAAAAAAss/6NV4GOOtVp0/s72-c/deweck.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-4173865845882660209</id><published>2009-10-19T02:32:00.000-07:00</published><updated>2009-10-19T02:43:39.879-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Personen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Mikrofinanz'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Krise'/><title type='text'>Vor nächster Krise</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der Mikrokredit-Banker Mohammed Yunus hat den Mangel grundlegender Reformen im Bankensektor infolge der Finanzkrise angeprangert. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/StwzroF6PHI/AAAAAAAAAfE/dNIZJpYbmnU/s1600-h/yunus.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 120px; height: 92px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/StwzroF6PHI/AAAAAAAAAfE/dNIZJpYbmnU/s200/yunus.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5394243278272609394" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;«Mängel wurden nicht beseitigt».&lt;/span&gt; Die Welt habe eine goldene Gelegenheit verpasst, den Ärmsten der Armen durch einen Umbau des Finanzsystems nach der Krise zu helfen, kritisierte Mohammed Yunus, der «Vater der Mikrokredite» im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Yunus (siehe Bild) wird demnächst wieder in Europa auftreten, unter anderem am &lt;a href="http://www.visionsummit.org/"&gt;Vision Summit in Berlin von anfangs November)&lt;/a&gt;. Dort werden die Möglichkeiten des Social Business erörtert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;«Die nächste Krise wird nicht auf sich warten lassen, weil bestehende Mängel nicht beseitigt wurden», warnte der 69-Jährige. Yunus, der mit seiner Grameen-Bank 2006 den Nobelpreis erhielt, ist ein entschiedener Kritiker des derzeitigen Finanz- und Bankenwesens, das seiner Ansicht nach Menschen willentlich ausschliesst. Er plädiert &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;für ein gerechteres, integrativeres weltweites Bankwesen&lt;/span&gt; - ein System, das auch den Armen Kredite bewilligt, obwohl diese keine grossen Sicherheiten anzubieten haben. Dazu sei ein System-Umbau nötig, sagte Yunus. «Jeder Mensch auf der Welt hätte dann einen unkomplizierten Zugang zu diesem System.» Seine Grameen- Bank habe bewiesen, dass dies möglich sei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Yunus hatte &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;im Jahr 1976 mit einem Mini-Kredit von 27 Dollar an eine Gruppe von Dorfbewohnerinnen aus Bangladesch&lt;/span&gt; die Grameen-Bank begründet, die inzwischen ein milliardenschweres Mikrokreditsystem aufgebaut hat. Der Bank-Experte fordert, dass, abgesehen von einem gerechteren Bankwesen, sichergestellt werden müsse, dass Steuerzahler nie wieder für die Fehler der Banken geradestehen müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;In der Geschäftswelt müsse es künftig stärker um soziale Belange gehen als bisher, &lt;/span&gt;verlangte Yunus. Die blinde Jagd nach mehr Profit dürfe nicht mehr im Zentrum stehen. Yunus verteidigte zugleich seine Mikrofinanz-Prinzipien, die einige Kritiker wegen der hohen Zinsen unter Beschuss genommen hatten. Ihrer Ansicht nach können die Kreditnehmer dadurch in eine regelrechte Verschuldungsspirale geraten. Yunus betonte, der Begriff Mikrokredit sei zu einem Modewort geworden, nicht immer sei mit etwas, das sogenannt würde, auch tatsächlich ein echter Mikrokredit gemeint. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;© Oekonomedia / Quelle: SDA&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-4173865845882660209?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/4173865845882660209/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2009/10/nobelpreistrager-sieht-nachste.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/4173865845882660209'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/4173865845882660209'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2009/10/nobelpreistrager-sieht-nachste.html' title='Vor nächster Krise'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/StwzroF6PHI/AAAAAAAAAfE/dNIZJpYbmnU/s72-c/yunus.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-8148990055723170925</id><published>2009-10-13T01:35:00.000-07:00</published><updated>2009-10-13T01:41:41.387-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Personen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wissenschaft'/><title type='text'>Ökonomin ist die Beste!</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Elinor Ostrom ist die erste Frau, die den Nobelpreis für Wirtschaft erhält. Aus gutem Grund: Die US-Forscherin ist der Frage nachgegangen, wie sich knappe Ressourcen am besten verteilen lassen - eines der drängendsten Probleme unserer Zeit.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/StQ9N946uoI/AAAAAAAAAd0/mR7mDSrJ2GA/s1600-h/ostrom.jpeg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 200px; height: 96px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/StQ9N946uoI/AAAAAAAAAd0/mR7mDSrJ2GA/s200/ostrom.jpeg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5392001964030212738" /&gt;&lt;/a&gt;Leidenschaftlich, humorvoll, unkompliziert - so haben die Teilnehmer der "Summer School" die Wissenschaftlerin von einem ihrer Auftritte in Deutschland noch heute in Erinnerung. Die temperamentvolle und herzliche Mittsiebzigerin, von deren Expertise alle beeindruckt waren, durfte jeder ganz selbstverständlich "Lin" nennen. "Damals dachte ich: 'Wenn endlich mal eine Frau den Nobelpreis gewinnt, dann wird das Ostrom sein'", sagt der Ökonom Michael Wohlgemuth, der am Freiburger Walter-Eucken-Institut forscht. Er sollte recht behalten: Es hat lange gedauert, aber &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;bei der 41. Vergabe des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften kam erstmals eine Frau zum Zuge&lt;/span&gt;. Zusammen mit dem ebenfalls aus den USA stammenden Ökonomen und Rechtswissenschaftler Oliver Williamson wurde er Ostrom am Montag zugesprochen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ostrom repräsentiert so etwas wie die &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;"Neue Mitte" der Wirtschaftswissenschaften&lt;/span&gt;. Sie lässt sich weder der klassisch-verbalen Ausrichtung zuordnen, die stets die praktische Relevanz der Forschung für die Politik im Blick hat, noch allein auf die mathematisch-präzise Ökonomie reduzieren, die das Geschehen der Welt vornehmlich in sperrige Formeln presst. Dass Ostrom ideologisch nicht festgefahren ist, also mehr die Grautöne ihrer Disziplin vertritt als ein Schwarzweiß-Schema zu repräsentieren, liegt wohl auch daran, dass sie ausgebildete Politikwissenschaftlerin ist. 1965 machte Ostrom ihren Doktor an der University of California in Los Angeles und wechselte danach zur Indiana University in Bloomington. Ein Ort, an dem sie sich zur Grenzgängerin zwischen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften entwickelte - und an dem sie noch immer aktiv ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Lin ist eine echte Wissenschaftlerin, die vor allem die Frage umtreibt, warum etwas so ist, wie es ist", sagt Claudia Keser, Ökonomin an der Universität Göttingen, die Ostrom aus der Forschung kennt. Angesichts dieser unprätentiösen Grundhaltung passt es, dass Ostrom fast nie die Öffentlichkeit sucht - und schon gar nicht zwanghaft versucht, Gehör zu finden. Und das ausgesprochen erfolgreich: Trotz ihres Wirkens im Hintergrund hat sie sich über die Jahrzehnte zu einer der renommiertesten Umweltökonomen entwickelt. Vor allem, weil sie der Frage nachgegangen ist, wie gemeinschaftliches Eigentum von Nutzern erfolgreich verwaltet werden kann. Was nach einer eher bürokratischen Problematik klingt, ist eine der spannendsten Herausforderungen der Gegenwart. Denn dahinter steckt nicht weniger als die &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Frage, wie knappe Ressourcen am besten genutzt werden&lt;/span&gt;. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Wissenschaft sind die Güter, bei denen eine Rivalität zwischen den Nutzern besteht, aber niemand von der Nutzung wirklich ausgeschlossen werden kann, als &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Allmende-Güter &lt;/span&gt;bekannt. Das Problem daran lässt sich am Phänomen der Überfischung leicht skizzieren: Zwar ist jedem Fischer, der halbwegs bei Sinnen ist, bewusst, dass er durch Überfischung seinen Job riskiert. Trotzdem handelt er rational, wenn er mit möglichst vielen Booten aufs Meer fährt. Denn was er nicht im Netz hat, holt sich die Konkurrenz. Mit anderen Worten: Es ist für jeden Einzelnen rational, wenn er aus Sicht der Gemeinschaft irrational handelt. Zumindest dann, wenn es kein klares Regelwerk gibt. Das gilt nicht nur bei der Fischerei, auf Kuhweiden in den Bergen und beim Wasserverbrauch. Auch bei der Suche nach wirksamen Mechanismen gegen den Klimawandel ist das Phänomen zu beobachten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ostrom ist deshalb der Frage nachgegangen, &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;welcher Regeln es bedarf&lt;/span&gt;, damit es nicht zur Übernutzung von Ressourcen und somit auch zur Selbstschädigung aller kommt. Dazu hat sie sich jedoch nicht in ihrem wissenschaftlichen Elfenbeinturm verkrochen, sondern unter anderem Almbauern und Fischer in aller Welt besucht, die zum Teil seit einer gefühlten Ewigkeit funktionierende Vereinbarungen zur Lösung des Allmende-Dilemmas getroffen haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Prinzipien, die Ostrom herausgearbeitet hat - unter anderen müssen alle &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Betroffenen bei der Festlegung der Regeln mitwirken&lt;/span&gt;, die Vereinbarungen müssen klar sein, ihre Einhaltung muss überwacht und Fehlverhalten sanktioniert werden - ist damit das Ergebnis umfangreicher Feldforschung. Diese hat sie später noch durch experimentelle Forschung ergänzt - dabei wurde sie vor allem von Reinhard Selten inspiriert, der 1994 für seine Erkenntnisse in der Spieltheorie als bislang letzter Deutscher mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Beispiel&lt;/span&gt;, wie sich das Dilemma der Überfischung lösen lässt, gibt es in der Türkei: In der Türkei haben Fischer eine Art Kooperative gegründet, in der jeder einen bestimmten Meeresabschnitt zugeteilt bekommt. Weil die Bereiche unterschiedlich attraktiv sind, rotieren die jeweiligen Seegebiete zwischen den Betroffenen. So bekommt jeder eine faire Chance - und gleichzeitig werden alle Fischer von ihren Konkurrenten überwacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie das Beispiel zeigt, ist Ostrom in ihrer praxisorientierten Forschung auch zu der Erkenntnis gekommen, dass die &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Menschen vor Ort oft die besten Lösungen&lt;/span&gt; für ihre Probleme finden. Damit hat die Wissenschaftlerin nachgewiesen, dass weder der Staat noch der Markt - wie es viele ihrer Kollegen behaupten - in der Regel zu den besten Ergebnissen führt. Ostrom versteift sich nicht in der Feststellung, dass die Betroffenen immer die beste Lösung für ihr Problem sind. Da ist sie in ihrer Ideologiefreiheit konsequent. Sie geht vielmehr vorurteilsfrei der Frage nach, wann welche Lösung wirklich die beste ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.spiegel.de"&gt;Spiegel Online&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-8148990055723170925?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/8148990055723170925/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2009/10/okonomin-ist-die-beste.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/8148990055723170925'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/8148990055723170925'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2009/10/okonomin-ist-die-beste.html' title='Ökonomin ist die Beste!'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/StQ9N946uoI/AAAAAAAAAd0/mR7mDSrJ2GA/s72-c/ostrom.jpeg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-7724157969972088801</id><published>2009-09-07T00:21:00.000-07:00</published><updated>2009-09-07T00:33:15.258-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Medien kaputt gespart</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Gedruckte Medien sind vom Aussterben bedroht! Oder doch nicht, wie hoffnungsvolle Beispiele zeigen? Auf jeden Fall gilt: Ohne Geld und Erfolg am Markt läuft gar nichts. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ergebnisse des &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;neuesten Medien-Trendmonitors&lt;/span&gt; lassen gemäss der unabhängigen Agentur «pressetext» aufhorchen. Demnach wurden für die Studie rund 2.100 Journalisten aus Deutschland zu aktuellen Entwicklungen in der Medienbranche befragt. War in den Umfragen der letzten Jahre vor allem der Trend ins Internet ein Hauptthema, beschäftigt sich der Trendmonitor dieses Jahr insbesondere mit den &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Auswirkungen der Wirtschaftskrise&lt;/span&gt; auf die schreibende Zunft. 75 Prozent der befragten Journalisten aus den verschiedensten Bereichen gaben an, dass sich durch die Wirtschaftskrise ihr Arbeitsdruck erhöht habe. Dies hat auch Auswirkungen auf die Qualität der Berichterstattung. 44 Prozent der Befragten erklärten, dass sie durch die Krise weniger Zeit für eigene Recherche hätten und dadurch vermehrt auf PR- und Pressetexte zurückgreifen müssen. "Man kann sagen, dass Redaktionen kaputt gespart werden. Das war auch vor der Krise schon so, mit dem Hintergrund schrumpfender Werbeeinnahmen verstärkt sich dieser Effekt jetzt aber. Manche Redaktionen können den Betrieb nur mehr mit Mühe aufrecht erhalten", sagt Hendrik Zörner, Sprecher des &lt;a href="http://www.djv.de"&gt;deutschen Journalistenverbands&lt;/a&gt;, im pressetext-Gespräch.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Neben den Auswirkungen der Wirtschaftskrise wurden die Teilnehmer der Umfrage auch zum Thema &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Online-Erlöspotenzial&lt;/span&gt; befragt. Fast die Hälfte der Befragten gab diesbezüglich an, dass sie nicht damit rechnen, dass sich die Internetangebote der Verlage in absehbarer Zeit selbst finanzieren können. Ein Drittel hält es immerhin für "eventuell möglich." Dabei muss allerdings zwischen Journalisten verschiedener Sparten unterschieden werden. Während unter Online-Journalisten fast jeder fünfte an die finanzielle Unabhängigkeit der Web-Angebote glaubt, sind dies etwa bei Nachrichtenagenturen nur mehr vier Prozent. "Online-Medien bräuchten eine andere wirtschaftliche Grundlage. &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Derzeit sind sie großteils werbefinanziert&lt;/span&gt;, dies ist jedoch &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;nur bei ganz wenigen Medien&lt;/span&gt;, etwa dem Spiegel, kostendeckend", so der Fachmann. Zusätzlich steige auch die Zahl der Online-Medien relativ rasch, während das Volumen des Werbemarkts nur langsam wächst. "Der Kuchen wächst zwar langsam, die Zahl derer, die daran mitnaschen möchten, wächst jedoch viel schneller", sagt Zörner. Die Zukunftsträchtigkeit der Werbefinanzierung sei jedenfalls zu bezweifeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/SqS2_SD5z-I/AAAAAAAAAXk/-kn8x3IzkP4/s1600-h/informa%C3%A7ao.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 200px; height: 134px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/SqS2_SD5z-I/AAAAAAAAAXk/-kn8x3IzkP4/s200/informa%C3%A7ao.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5378625053283438562" /&gt;&lt;/a&gt;Wegweisend in diesem Zusammenhang ein Beitrag, den das «Magazin» in seiner letzten Ausgabe vom 5.September veröffentlichte. Darin werden &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;drei europäische Tageszeitungen&lt;/span&gt; porträtiert, die gegen den Trend erfolgreich sind. Im Fall der portugiesischen Zeitung Informaçao (siehe Titelbild einer Grossreportage in der Rubrik Zoom) handelt es sich sogar um eine Neugründung, bei der holländischen ncr.news um eine Abspaltung eines renommierten Titels und beim Svenska Dagblatt aus Schweden um die einzige Neuausrichtung eines Traditionsblattes. Ihnen allen ist eine stärkere Orientierung an der Leserschaft eigen – allerdings an jenen, die effektiv lesen wollen. Und davon gäbe es auch in Zukunft genug, so die drei ChefredaktorInnen gemeinsam, selbst unter der jüngeren Bevölkerungsschicht. Allerdings muss das Angebot &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;ausführlichen Hintergrund&lt;/span&gt; servieren und nicht einfach das, was man schon aus den elektronischen Medien an News kennt. Und auch nicht Sex, Prominenz und Skandal sind die Wegmarken, sondern das Überraschende, klar Positionierte – finden sich doch unter den Erfolgsmodellen &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;sowohl eher linksliberal als auch konservativ ausgerichtete Medien&lt;/span&gt;. Da bleibt von Interesse, wie sich denn die anstehende Umgestaltung von Schweizer Medien (TA und NZZ vollziehen diese noch in diesem Herbst) präsentieren wird. Auf jeden Fall scheint richtig, dass gedruckte Zeitungen ebenso wie gedruckte Bücher durchaus eine Zukunft haben werden – die Inhalte werden entscheidend sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denkbar ist auch &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;der amerikanische Weg&lt;/span&gt;, den unlängst der Tages-Anzeiger beschrieb (TA vom 3.September: «400'000 Dollar für eine Enthüllungsstory»). Irgendwie gesponserte Beiträge verleihen in den USA dem seriösen investigativen Journalismus neue Blüte. Eingedenk der Erkenntnis, dass gut recherchierte Geschichten viel Aufwand bedürfen und entsprechend teuer sind. Dieser Weg mag allerdings auch nur eine amerikanische Lösung darstellen, weil dort Spendengelder relativ locker sitzen. Das schwedische Svenska Dagblatt erhält demgegenüber aus der staatlichen Presseförderung einen jährlichen Beitrag von rund 10 Millionen Franken – wohlgemerkt als liberal konservatives Blatt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Copyright Oekonomedia&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-7724157969972088801?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/7724157969972088801/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2009/09/medien-kaputt-gespart.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/7724157969972088801'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/7724157969972088801'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2009/09/medien-kaputt-gespart.html' title='Medien kaputt gespart'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/SqS2_SD5z-I/AAAAAAAAAXk/-kn8x3IzkP4/s72-c/informa%C3%A7ao.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-320169536216709753</id><published>2009-09-01T00:58:00.001-07:00</published><updated>2009-09-01T01:01:59.545-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Systemdiskussion'/><title type='text'>Vom Sinn der Arbeitsteilung</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Sie scheint selbstverständlich, wenn auch gelegentlich der Wunsch aufkommt, ein Brot selbst zu backen. Arbeitsteilung bedarf des Marktes und führt zu persönlicher Erfüllung.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst beim Brotbacken käme – mir auf jeden Fall – nicht in den Sinn, das Getreide selbst anzubauen oder zu mahlen. Und der &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Wunsch nach dem Selbstgemachten kommt bezeichnenderweise nur bei einigen Gütern&lt;/span&gt; des eigenen Bedarfs auf, niemals aber in der Fülle all dessen, was wir für unser Alltagsleben benötigen. Nun wäre dem Wunsch nach geringerem Energie- und Ressourcenverbrauch zwar ein Dienst erwiesen, würden wir generell weniger verbrauchen – und zu diesem Zweck die Subsistenz, also die Eigenproduktion aller wichtigen Lebensmittel – zur Maxime erheben. Doch würden wir dadurch entwicklungsmässig derart zurückfallen, dass selbst wahre Fundamentalisten in dieser Frage kaum einen derartigen Schritt propagieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wo wir in unserem Alltag Arbeitsteilung aufzuheben wünschen, ist ebenfalls bezeichnenderweise zumeist in jenen Bereichen, die uns &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;besonders sinnvoll erscheinen &lt;/span&gt;oder die zu einem besonders guten Ergebnis führen – wie eben das Brotbacken. Kaum jemand käme auf die Idee, das Selbermachen für Tätigkeiten zu propagieren, die besonders mühsam erscheinen. Unter diesen Umständen auch verständlich, dass das Putzen im Haushalt häufig eine der ersten Arbeiten ist, die arbeitsteilig vielleicht nicht unbedingt an auswärtiges Personal, aber liebend doch an andere Familienmitglieder oder Wohnpartner abgetreten wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Arbeitsteilung bedeutet der Tendenz nach aber auch, dass wir uns häufig – Verallgemeinerungen verbieten sich auch hier – in unserer Erwerbsarbeit &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;jener Tätigkeit zuwenden können, für die wir spezielle Fähigkeiten mitbringen&lt;/span&gt;, die wir gerne machen (wie beispielsweise das völlig freiwillige Schreiben dieses Artikels), oder auch ganz banal, deren wirtschaftlicher Ertrag uns die Mühe der Arbeit zumindest erträglich macht.  Natürlich ist dieser Grad an Selbsterfüllung für Viele auch nicht gegeben. Aber gerade sie werden häufig danach streben, ihre Arbeitsaufgaben derart zu verändern, dass sie darin mehr Erfüllung, weniger Stumpfsinn oder eben schlicht auch zumindest mehr Entgelt finden. Ohne Arbeitsteilung wäre ein solcher Wunsch aber niemals umsetzbar – mit Arbeitsteilung zumindest in vielen Fällen und auf der heutigen Stufe des westlichen Wirtschaftssystems. Gerade der Wunsch nach Weiterbildung und die gewaltige Energie, die darauf verwandt wird, belegt den Sinn der Arbeitsteilung. Denn Weiterbildung erweitert nicht nur den Arbeitskreis, führt aber vor allem zu einer Spezialisierung, die im arbeitsteiligen Prozess eine angemessenere Tätigkeit ermöglicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schliesslich macht Arbeitsteilung nur Sinn, wenn wir unsere Prozesseinordnung &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;sinnvoll vermarkten&lt;/span&gt; können. Unsere Wahl einer bestimmten arbeitsteiligen Tätigkeit kann bei bezahlter Erwerbstätigkeit ja immer nur heissen, es besteht eine Nachfrage nach eben dieser. Den Entscheid darob fällt der Markt, eine zentrale Behörde wird das kaum schaffen – sicher nicht in all den Bedürfnissen, die über die reine Grundversorgung hinausgehen. Während Grundversorgung auch beinhaltet, dass sie neben dem Funktionieren allen zugänglich sein soll, ist bei allen weiteren Bedürfnissen undenkbar, die Arbeitsteilung zentral zu lenken. Wasserversorgung soll also zentral geregelt sein, Gesundheit und Bildung in ihren Grundzügen ebenso. Aber in den übrigen Bedarfsgruppen wird es wohl auf Zusehen hin zumindest – das heisst, bis wir uns von solchem Bedarf aufgrund einer transzendentalen Bewusstseinserweiterung wieder verabschieden -  nur über den Markt möglich sein, den Bedarf auch abzudecken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit anderen Worten: A&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;rbeitsteilung ermöglicht die Versorgung eines breiten Bedarfs&lt;/span&gt;, das Abdecken vieler einzelner Bedürfnisse. Und den Erbringern der Arbeitsleistung macht diese umso mehr Spass, als sie sich flexibel auf diese einstellen und ihre Fähigkeiten im Rahmen ihrer Spezialisierung besonders gut zur Geltung bringen können. Wo anders als auf einem Markt aber ist dies möglich. Fremdsteuerung von Produktion und Konsumption hat sich aufgrund der vielen Systemversuche in der ganzen Welt als Sackgasse erwiesen. Noch heute bleibt es mir schleierhaft, warum etwa ein von der Natur gesegnetes Land wie Kuba nicht den gleichen Weg wie das erklärtermassen ebenfalls sozialistische Vietnam geht – und die Produktion im Kleinen, vor allem auch in der landwirtschaftlichen Versorgung – den vielen kleinen ProduzentInnen überlässt. Das Ergebnis lässt sich an den überquellenden Märkten des südostasiatischen Küstenstaats ebenso eindrücklich wie an den leeren Regalen des karibischen Inselreichs ablesen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Arbeitsteilung und funktionierende Märkte bedingen einander&lt;/span&gt; also. Und das ist, wie das skizzierte Beispiel zeigt, nicht einmal so sehr eine Frage des Wirtschaftssystems, zumindest wenn man dieses weiterhin als Gegensätzlichkeit von Kommunismus und Kapitalismus sieht. Auswüchse der unangenehmen Art produziert die hier propagierte Marktlösung zwar auch, im Endergebnis von wirtschaftlicher Grundversorgung ist die Marktlösung aber eindeutig und durch viele Experimente belegt überlegen. Was wir allerdings politisch aus dieser Erkenntnis machen, wie weit wir die Marktlösung treiben, ist eine ganz andere Frage. Nie darf aber vergessen gehen, dass Arbeitsteilung möglicherweise sogar dem Glücksempfinden der Menschen Vorschub leistet, diese eben das tun können, was ihnen liegt, sinnvoll erscheint, Einkommen bringt. Und damit in diesem Fall einer unbedingten Freiheit bedarf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Copyright Oekonomedia&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-320169536216709753?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/320169536216709753/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2009/09/om-sinn-der-arbeitsteilung.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/320169536216709753'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/320169536216709753'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2009/09/om-sinn-der-arbeitsteilung.html' title='Vom Sinn der Arbeitsteilung'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-4688554016457729912</id><published>2009-08-24T11:16:00.000-07:00</published><updated>2009-08-24T11:19:11.193-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='SRI'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fonds'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Nachhaltigkeit'/><title type='text'>Nachhaltigkeitsfonds bestehen</title><content type='html'>&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Per Ende Juni waren nach Informationen des Sustainable Business Institute (SBI) insgesamt 301 nachhaltiger Fonds in Deutschland, Österreich und Schweiz zum Publikumsvertrieb zugelassen. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die 301 zugelassenen Fonds waren zum 30.06.2009 mit ca. 25,5 Mrd. Euro investiert. 13 Fonds mit einem Volumen von ca. 140 Mio. Euro sind im ersten Halbjahr neu aufgelegt worden: sieben Aktien- und zwei Dach, ein Misch-, zwei Rentenfonds und ein ETF. Darüber hinaus sind gegenüber Ende 2008 22 Fonds mit einem Volumen von ca. 2,4 Mrd. Euro hinzugekommen, die entweder bereits in anderen Ländern zugelassen waren oder neu Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen. Fünf Aktien-, zwei Renten- und ein Mischfonds wurden seit Beginn des Jahres geschlossen oder mit anderen Fonds zusammengelegt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;17,57 Mrd. waren in 181 Aktienfonds investiert.&lt;/span&gt; Die Performance der Aktienfonds, die bereits Ende 2008 aufgelegt waren, war im ersten Halbjahr sehr unterschiedlich: sie lag zwischen ca. plus 53 % und ca. minus 7%. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die Aktienfonds sehr stark unterscheiden: Zu diesen Fonds gehören sowohl breit aufgestellte internationale Fonds wie auch spezialisierte Fonds mit regionalem Fokus sowie Technologie- und Themenfonds. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;4,13 Mrd. Euro waren in 42 Rentenfonds investiert.&lt;/span&gt; Die Performance der vor 2009 aufgelegten Rentenfonds war sehr unterschiedlich und lag im ersten Halbjahr zwischen ca. plus 20 % und ca. minus 5 %. Weniger 2,96 Mrd. - waren in 50 Mischfonds und 112 Mio. in 17 Dachfonds investiert. Die Performance der Mischfonds, die bereits vor 2009 aufgelegt wurden ist ebenfalls sehr unterschiedlich, sie lag im ersten Halbjahr 2009 zwischen ca. plus 15 % und ca. minus 22 %. Auch die Performance der Dachfonds die vor 2009 aufgelegt waren unterscheidet sich stark, sie lag zwischen ca. plus 14 % und ca. minus 14 %. Beim Vergleich der Misch- und Dachfonds ist zu berücksichtigen, dass der Aktienanteil recht unterschiedlich hoch ist mit entsprechenden Auswirkungen auf Rendite und Risiko. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;neun nachhaltigen ETFs&lt;/span&gt; waren insgesamt ca. 355 Mio. Euro investiert. Die Performance der bereits vor 2009 aufgelegten acht ETFs lag im ersten Halbjahr 2009 zwischen ca. plus 12% und ca. plus 4%. In den beiden MicrofinanceFonds waren Ende Juni 2009 389 Mio. Euro investiert. Die Performance lag zwischen ca. plus 1,9 % und plus 0,9%.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weitere Informationen zu den Fonds und ihrer aktuellen Performance sowie Indizes und Unternehmen finden Sie auf www.nachhaltiges-investment.org. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: &lt;a href="http://www.instoec.de"&gt;Dr. Paschen v. Flotow. Sustainable Business Institute (SBI), August 2009 &lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-4688554016457729912?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/4688554016457729912/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2009/08/nachhaltigkeitsfonds-haben-bestan.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/4688554016457729912'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/4688554016457729912'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2009/08/nachhaltigkeitsfonds-haben-bestan.html' title='Nachhaltigkeitsfonds bestehen'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-4702354666289801996</id><published>2009-08-15T04:29:00.001-07:00</published><updated>2009-08-15T04:30:33.202-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Vorschläge'/><title type='text'>10 Vorschläge</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/SmcdpRL-dSI/AAAAAAAAANo/ucJoiOTJ_9k/s1600-h/10.jpg"&gt;&lt;img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px; height: 283px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/SmcdpRL-dSI/AAAAAAAAANo/ucJoiOTJ_9k/s400/10.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5361286476233340194" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-4702354666289801996?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/4702354666289801996/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2009/08/10-alternativen-der-wirtschaft-auf.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/4702354666289801996'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/4702354666289801996'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2009/08/10-alternativen-der-wirtschaft-auf.html' title='10 Vorschläge'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/SmcdpRL-dSI/AAAAAAAAANo/ucJoiOTJ_9k/s72-c/10.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6785402937880945653.post-6389443260930679215</id><published>2009-08-15T03:49:00.000-07:00</published><updated>2009-08-15T03:55:53.904-07:00</updated><title type='text'>Magie am Arbeitsmarkt</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Beat Kappeler&lt;/span&gt;, selbst ernannter Oberökonom der NZZ («Mein Standpunkt»), früher mal Sekretär beim Schweizerischen Gewerkschaftsbung, hat in der ersten Augustausgabe der «NZZ am Sonntag», die &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;langen Schweizer Arbeitszeiten gelobt&lt;/span&gt;. Ihnen verdankten wir unsere tiefe Arbeitslosigkeit. Zur Begründung führt er internationale Vergleiche von zweifelhaftem Wert an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man kann die Zahlen umkehren, die Kappeler zu den Arbeitsmärkten präsentiert: Wenn Franzosen gerechnet auf die Gesamtbevölkerung nur halb so viel arbeiten wie Schweizer, aber gemäss Statistik pro Kopf der Bevölkerung zwei Drittel soviel verdienen, &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;geht es unseren westlichen Nachbarn besser als den SchweizerInnenn&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Frankreich und Deutschland sind gegenüber kleineren Staaten &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;völlig unterschiedliche Volkswirtschaften&lt;/span&gt;. Gerade Deutschland stellt aufgrund der Wiedervereinigung und einer ebenfalls starken Zuwanderung einen Spezialfall dar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kappeler versäumt zu begründen, warum in den letzten hundert Jahren eine &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;stete Mehrung des Wohlstands mit der starken Senkung der Arbeitszeit einherging&lt;/span&gt;. Die letzten Jahre verdanken den Boom einer Entwicklung, die geradewegs in den Abgrund geführt hat (US-Überschuldung mit anschliessender Finanzkrise). Für die Zukunft bleibt zweifelhaft, ob unsere Volkswirtschaft immer mehr Arbeit schaffen wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;© Oekomedia&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6785402937880945653-6389443260930679215?l=oekonomedia.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://oekonomedia.blogspot.com/feeds/6389443260930679215/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2009/08/magie-am-arbeitsmarkt.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/6389443260930679215'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6785402937880945653/posts/default/6389443260930679215'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://oekonomedia.blogspot.com/2009/08/magie-am-arbeitsmarkt.html' title='Magie am Arbeitsmarkt'/><author><name>Tipps</name><uri>http://www.blogger.com/profile/00416373233148826869</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_xpULVpYJ2Cc/TPjHoHiVK6I/AAAAAAAABtM/r-7J37X7dfY/S220/gre_bieri.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
