Freitag, 8. März 2019

Ökonomische Einsichten 2019

  • Commons und Gemeinwohlökonomie: Man muss nicht alles selber machen - aber etwas schon, zb wie Gre Kochen und Backen für andere u Alu-Sammeln, dafür kein Urban Gardening und keine Reparaturen - oder auch das St.Galler-Konzept 80/20 verfolgen, also ein Tag wöchentlich für das Gemeinwohl - s.a. Harald Welzer «Alles könnte anders sein».
  • Warenverkehr verliert im internationalen Handel an Bedeutung gegenüber dem Austausch von Dienstleistungen. KI befördert diese Entwicklung. Fraglich sind deshalb die Ausbauten von psysischen Infrastrukturen - wie etwa dem Container-Terminal im Basler Rheinhafen, dessen Kapazität bis zu viermal grösser werden soll.
  • Das folgende Argument ist eine Bestätigung einer schon früher von mir vertretenen These: Wer etwas gegen den Klimawandel tun will, soll weniger arbeiten  - Wenn wir unseren Planeten retten und die Klimakrise eindämmen wollen, sollten wir dringend weniger arbeiten. Hier steht, warum > zeit.de 3.6.19.
  • In der Diskussion um die Ausgestaltung des Kapitalismus geht allzuhäufig verloren, dass Genossenschaften ein wichtiges Element eines anders gearteten Kapitalismus sind oder sein sollten!
  • Gedankenanstoss zum #TagderFrauen - also #Wirtschaft umgestalten mit in der Mehrzahl #Unternehmen des Fairen Handels - dann hätten wir gleich auch passende Vertretung von #Frauen in #Geschäftsleitungen!

Samstag, 22. Dezember 2018

Wider die Vorurteile in der Ökonomie (1)

Ein plauschiges Zusammensein mit Nachbarn gab im Dezember 2018 den Anstoss. Die Runde wies sich in ihren Vorurteilen und Ablehnungen verbürgter Einsichten als radikal. Und so hatte das Ganze sein Gutes - wenn ich mich im Moment auch ausserordentlich aufregte, was die Anwesenden durchaus bemerkten.

Was also sind Vorurteile oder schlecht fundierten Daten, die es zu widerlegen gilt:
  • Dass der KPI unvollständig sei, weil die Krankenkassenprämien nicht berücksichtigt sind - weil die Gesundheitsmittel und -dienstleistungen aber dabei sind, ergäbe sich eine Doppelzählung. Offen bleibt vorderhand, ob zb bei der Motorfahrzeugversicherung gleich vorgegangen wird. 
  •  xxxx
Damals mit den NachbarInnen:
  • Etwa dass die Chinesen Afrika schon dominieren und Europa / die Schweiz demnächst übernehmen. Dass die USA das längst geschafft haben und die SchweizerInnen pro Kopf gesehen die wichtigsten Investoren weltweit sind, geht dabei völlig unter. 
  • Dass andere Nationen die Schweiz überrunden, was man am Export ebendieser (wie China) deutlich sehe. Dabei ist keine Nation exportorientierter als die Schweiz und hat die Schweiz proportional gesehen wiederum den viel grösseren Handelsüberschuss als etwa China - nur hat das selbst Donald noch nicht geschnallt.
  • Dass volkswirtschaftliche Daten ja nie sicher sind - dabei gibt es nirgends mehr und verlässlichere Daten als zu wirtschaftlichen Sachverhalten.
  • Dass die Teuerung in der Schweiz wegen der im KPI nicht berücksichtigten Krankenkassenprämien auch in den letzten Jahren beträchtlich war - dabei machen die Ausgaben für Krankenkassen ja nur rund 10% der Gesamtausgaben aus - eine 4%ige Prämienerhöhung würde die Teuerung also nur um 0,4% erhöhen - was sicher nicht nichts ist.
  • Dass die Produkte hierzulande immer billiger würden (von gleicher Person behauptet, die die Erhöhung des KPI reklamierte). Das stimmt für einige Güter, aber für andere wiederum nicht.
  • Dass die Mieten hierzulande wahnsinnig gestiegen seien - wofür aber eine Stadtwohnung im Zentrum der Schweiz nicht als Beweis herhalten kann.
  • Bio ist teurer, viel zu teuer gegenüber herkömmlichen Produkten - stimmt
    • in absoluten Zahlen nicht für Textilien, da sind Markenartikel viel teurer
    • in Relationen nicht, wenn man zb Lebensmittelabfälle beim Rüsten oder Umweltkosten in der Fleischproduktion berücksichtigt.
      >>> Startseite Oekonomedia

Samstag, 6. Januar 2018

Ökonomische Einsichten in aller Kürze - 2018

Diese folgenden Einsichten bedürfen noch der Ausformulierung, seien hier als Ideenskizze festgehalten: 

28.12.18: Auf jeden Fall im Übergang zur breiten Digitalisierung in der Wirtschaftswelt wird es auch verbreitet Arbeitslosigkeit geben - selbst wenn die Digitalisierung langfristig für mehr Jobs sorgen würde. Beim Übergang zur Industrialisierung war das auch so, es gab sogar Revolutionen, Aufstände und lange Phasen von Arbeitslosigkeit - so Professor Baldwin in NZZ-Interview vom 28.12.18.

10.12.18: Zunehmende Ungleichheit ist ein Problem selbst in reichen Gesellschaften, weil sich die Leute sehr an ihrem Umfeld orientieren. Und die immer Reicheren vor Augen lassen sich die Leute nicht mehr abspeisen mit ein paar Krumen, selbst bei wachsendem Kuchen (zumal dieser Kuchen ja eben nur noch geringfügig wächst). So lässt sich etwa erklären, warum immer mehr Leute in Deutschland unzufrieden sind und AfD wählen - auch wenn die Wirtschaft besser läuft. Abgesehen davon, dass hohe Ungleichheit zu vermindertem Konsum führt und damit die Volkswirtschaft insgesamt schwächt wegen schlechterer Gesamtnachfrage (je nach Rolle der Exportwirtschaft).

9.6.18: Volksinitiative für eine Mikrosteuer - Ende Jahr startet die Unterschriftensammlung für eine Finanzsteuer, die heutige Steuern ersetzen soll. Idee der Initianten ist eine Mikrosteuer, die auf sämtlichen bargeldlosen Zahlungen erhoben werden soll - endlich mal eine wegweisende Idee mit Zündstoff > watson.ch 9.6.18.

4.6.18: Keine Erhöhung des , solange gesetzliche nicht sinkt! In der arbeiten wir wöchentlich viel zu lange. Längst fällige Senkung wird aufgefangen durch eine weniger lange - rechtfertigen weniger Arbeit.

12.4.18: Kate Raworth ist mit ihrem grundlegendem ökonomischen Lehrbuch «Die Donut-Ökonomie» (Hanser 2018) die erste Volkswirtschafterin, die die Frage der Energie und insbesondere der Sonnenenergie in ihr volkswirtschaftliches Kreislaufmodell einer «Eingebetteten Ökonomie» einführt. Sie wird damit zur Wegbereiterin der solaren Wirtschaft, wie ich sie vertrete (Buch S. 92).

06.01.18: Im Hinblick auf den Widerstand gegen staatliche Vorhaben werden gern Geldleistungen ins Spiel gebracht, um die Opposition zu besänftigen. Der Schuss kann aber auch gegen hinten los gehen. So zeigte eine Befragung in Deutschland, dass der Widerstand gegen Stromübertragungsleitungen mit Geldzahlungen nicht etwa ab- sondern sogar leicht zunehmen würde. Mögliche Erklärung: Die Geldzahlungen können auch Misstrauen gegenüber den Zahlenden wecken. Allerdings: bei den CH-AKW scheinen die Zahlungen ihren Zweck erfüllt zu haben, denn dort blieben die Einwohner in den Anrainer-Dörfern ruhig dank der vielen eingeräumten Vorteile.

>>> Startseite Oekonomedia

Sonntag, 12. Februar 2017

Ökonomische Einsichten in aller Kürze - 2017

Diese folgenden Einsichten bedürfen noch der Ausformulierung, seien hier als Ideenskizze festgehalten:

15.12.17: Die Revolution ist möglich - ein Essay, u.a. mit folgender Aussage: Das Projekt eines «Infrastruktursozialismus», der Bildung, Gesundheit, öffentlichen Nahverkehr und Energie für alle zur Verfügung stellt, wäre eine viel wirkungsvollere Strategie zur Durchsetzung der allgemeinen Teilhabe als das Grundeinkommen, über das heute so viel diskutiert wird und das uns dann doch nur als vereinzelte, vermeintlich freie KonsumentInnen zurücklässt > Woz 14.12.17.

24.10.17: Solange in der Schweiz die Arbeitszeiten so hoch sind und weil seit Jahren keine Reduktion mehr erfolgte, ist eine Beibehaltung des AHV-Alters 64/65 gerechtfertigt. Die längst fällige Reduktion der Arbeitszeiten wird aufgefangen durch eine weniger lange Lebensarbeitszeit - dabei hätten die Produktivitätsgewinne längst Arbeitszeitreduktionen auf unter 40h pro Woche gerechtfertigt.

1.10.17: Warum soll Zins gerechtfertigt sein, wo das meiste Geld im Umlauf Buchgeld ist und von Banken künstlich geschaffen wurde - also nicht auf Kredit erfolgt, der dem Ausleihen von Geld in Form von Münzen und Noten entspricht. Folgerung von Andrew Sayer in «Warum wir uns die Reichen nicht leisten können».  

21.7.17: Das scheint der Schlüssel zu sein, zu dieser leidigen und unbeantworteten Frage, ob uns denn nun die Arbeit ausgehe. Werner Vontobel hat es > hier Hören wir auf, der Arbeit hinterher zu rennen plausibel beantwortet: Nein sie geht uns nicht aus, aber die bezahlte Arbeit drohnt uns auszugehen! Weshalb eben doch die bezahlte Normarbeitszeit runter muss!

14.5.17: Würden Ökonomen das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens Ernst nehmen, müssten sie Umverteilung befürworten, da der Zusatznutzen unten grösser ist als oben! Idee beruhend auf Tim Jackson «Wohlstand ohne Wachstum - 2016», S. 97.

12.2.17: Die Schweiz ist eines der Länder mit den höchsten Leistungsbilanzüberschüssen weltweit (rund 10 Prozent des BIP). Das hat Donald Trump nur noch nicht gemerkt. Übertroffen wird sie nur von Singapur. Die Verhältniszahl für Deutschland und China ist demgegenüber viel kleiner. Und das grösste Defizit haben effektiv die USA - langfristig kann das so oder so nicht gut gehen. Die Schweiz hat aber seit Jahrzehnten in dieser Art profitiert (manager-magazin.de 12.2.17).

11.2.17: Chesney (u.a.) beklagt im TA vom 11.2.17 wieder mal das Wachstum, das so nicht weitergehen könne. Aber die naheliegende - und vielleicht einzige wirksame Massnahme dagegen - lässt er aussen vor. Angesichts wachstumstreibender und immerwährender Produktivitätsfortschritte kann man das Wachstum nämlich nur dadurch bremsen, dass gemäss Zunahme der Produktivität die Arbeitszeit zurückgefahren wird. Wer das wiederum angesichts zu tiefer Löhne  breiter Schichten für unmöglich erhält, sagt damit hinwiederum nur, dass Wachstum eben doch nötig ist.....

>>> Startseite Oekonomedia

Mittwoch, 20. April 2016

Postkapitalismus - oder was kommt danach?

Der englische Autor Paul Mason propagiert in seinem neuesten Buch eine Wirtschaftsform, in der viele Güter und Dienstleistungen immer billiger oder gar gratis auf einem Nicht-Markt allen zur Verfügung stehen. Nicht zuletzt  gilt dies vielleicht sogar für Formen der Erneuerbaren Energien – bei denen die reinen Erzeugerpreise in den letzten 20 Jahren der vorgezeichneten Entwicklung folgten und immer billiger wurden - eine ausführliche Rezension des Solarmedia-Autors Guntram Rehsche. 

In einem hatte die Neue Zürcher Zeitung recht, als sie unlängst als eine der wenigen im deutschsprachigen Raum auf ein neues Buch von Paul Mason aufmerksam machte (NZZ 20.8.15). Der Kapitalismus ist wahrlich schon mehrfach totgesagt worden. Doch ich würde mal behaupten, kaum je auf eine derart originelle und tatsachenbasierte Art und Weise, wie jetzt neu auch in der deutschsprachigen Ausgabe des Buchs (Paul Mason: Postkapitalismus – Grundrisse einer kommenden Ökonomie) nachzulesen ist. Der ausführlichen Schilderung des bisherigen Werdegangs unseres bisherigen Wirtschaftssysteme lässt der Autor dessen Demontage und den Entwurf einer postkapitalistischen Ordnung folgen. Anders als Marx vorausgesagt, wird das allerdings gemäss Mason schleichend erfolgen – respektive das hat bereits begonnen in Form einer «reformistischen Revolution». 

Mason ist nicht der Erste, der auf diese Entwicklungen aufmerksam macht, die nicht nur die Welt der Ökonomen auf den Kopf stellen, sondern die manchenorts verwirrt zur Kenntnis genommen – und von einigen gar vehement zurückgewiesen werden. Basis des neuen Systems wird die alles durchdringende Informationsgesellschaft bilden, in welcher viele – sicher längst nicht alle – Güter und Dienstleistungen gratis zur Verfügung stehen. Beispiele gefällig, für die das bereits heute gilt:  
  • Lexika aller Art mit Informationen aller Art, angeführt von Wikipedia, das herkömmliche Wissensfundgruben aufgrund seiner Qualität, Aktualität und Breite längst und anerkanntermassen in den Schatten stellt.
  • Es ist aber eben nicht nur Wikipedia, sondern es sind viele andere Verzeichnisse von Wissen, nicht zuletzt etwa Fremdenführer in allen Gegenden der Welt, die von Millionen, wenn nicht Milliarden von Menschen über das Handy selbstverständlich genutzt werden. 
  • Auf einer allgemeineren Ebene steht immer mehr Software für Anwendungen aller Art in Computern und Maschinen aller Art – gratis – zur Verfügung. Und jene Software, für die noch bezahlt wird, ist in den vergangenen Jahren radikal billiger geworden. 
  • Genau das ist die zu beobachtende Entwicklung – nicht alles – aber sehr vieles wird laufend billiger, stets unter dem Einfluss der integrierten Wissensbestandteile, die eben in allererster Linie immer weniger kosten. 
  • Im Bereich der Dienstleistungen haben sich viele Wirtschaftsleistungen ja stets – und in einer Mehrzahl von Frauen erbracht – als sogenannte Care Economy gehalten, beispielsweise in der Pflege kranker Familienmitglieder. 
  • Oder auch neu geschaffene Dienstleistungen wie regelmässige gegenseitige Einladungen zum Essen, Kinder-, Wohnungs- und Hunde-Hüte-Dienste.  Während allenthalben der Kommerzialisierung solcher Leistungen das Wort geredet wird, kann man in diesem Bereich durchaus eine weitere Keimzelle einer künftigen Wirtschaftsform sehen, die in einem Nichtmarkt ohne geldliche Gegenleistung zunehmend die Bedürfnisse von Menschen erfüllt. Dass dies dann nicht mehr einseitig auf dem Buck der einen Hälfte der Bevölkerung geschehen sollte, versteht sich aus Gerechtigkeitsüberlegungen zum Postkapitalismus. 
  • In diesem Zusammenhang haben ja auch gewisse Formen der Shared Economy bereits für Furore gesorgt, wobei in anderen Fällen wie etwa beim Taxidienst Uber das Ganze näher bei der neuerlichen Ausbeutung der Arbeitenden liegt. Wer den Gratischarakter all dieser wirtschaftlichen Leistungen in Abrede stellt, mag in einem Teil der Fälle recht haben – am ehesten ja bei der Externalisierung von Umweltkosten. Die Diskussion um die aufkeimenden Allemende-Lösungen zeigt, dass dem eben längst nicht in allen Fällen so ist.
Mason unterlegt diese Entwicklungen mit Überlegungen zur Werttheorie, die auf der Basis des Arbeitswerts aussagekräftiger ist als die Erklärung der klassischen Ökonomie, die die Preisbildung stets auf der Grenznutzentheorie basiert. Und die die Tendenz zum Preise Null nicht erklären kann. In «Postkapitalismus» heisst es zu den Überlegungen von Karl Marx: «Im Zeitalter des Stahls und der Schrauben, der Hierarchien und der Knappheit war die Vision (einer Überfluss- und Gratisgesellschaft) so radikal, dass er sie schnell in der Schublade verschwinden ließ. In der Welt der Netzwerke, der Kooperation und des digitalen Überflusses ist sie aber aktueller denn je.» Andernorts lässt sich folgende Zusammenfassung finden: «Da Information ihrem Wesen nach grenzenlos verfügbar ist, zerstört sie die Preismechanismen von Märkten, die auf Knappheit beruhen. Außerdem reduziert Informationstechnologie den Bedarf an Arbeit und maximiert gleichzeitig die Möglichkeiten für kollaboratives Arbeiten.» (DerFreitag 1.10.15)
Der Kapitalismus wird sich also in unserer Zeit nicht wie bis anhin dank seiner hohen Anpassungsfähigkeit stets erneuern, sondern er wird in diesem Fall verstärkt und erstmals Tendenzen zur endgültigen Auflösung zeigen. Zweifellos ein Grundgefühl, das viele Zeitgenossinnen seit der tiefgreifenden Finanzkrise ab 2008 ebenso verunsichert wie ahnen lässt, dass da nun wirklich etwas Neues auf uns zukommt.

«In seinem atemberaubenden Buch führt Paul Mason durch Schreibstuben, Gefängniszellen, Flugzeugfabriken und an die Orte, an denen sich der Widerstand (gegen die neoliberale Wirtschaftsordnung des heutigen Kapitalismus) Bahn bricht. Mason verknüpft das Abstrakte mit dem Konkreten, bündelt die Überlegungen von Autoren wie Thomas Piketty, David Graeber, Jeremy Rifkin und Antonio Negri und zeigt, wie wir aus den Trümmern eben dieses Neoliberalismus eine gerechtere und nachhaltigere Gesellschaft errichten können» hält eine Rezension fest. Dem ist anzufügen, was Mason stets wiederholt – die Erneuerbaren Energien werden zentraler Bestandteil dieser neuen Ordnung sein – und in welchen Kostendimensionen sie sich entwickeln, wagt heute noch kaum eine(r) anzudenken. Und vielleicht gilt diese Entwicklung eben viel weiter greifend – ist doch Kapital gemäss der aktuellen Zinssituation praktisch zum Nulltarif erhältlich.
Weiterer (taz-) Artikel siehe: http://www.taz.de/!5292155/

Mittwoch, 27. Januar 2016

Ökonomische Einsichten in aller Kürze 2016

Diese folgenden Einsichten bedürfen noch der Ausformulierung, seien hier als Ideenskizze festgehalten:


19.10.16: Die Schweiz nutzt ihre ureigenen Rohstoffquellen zu wenig - das gilt natürlich für die Erneuerbaren Energien - sei es Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse. Es gilt aber auch und insbesondere für Steine aller Art und für Holz - das hat jetzt auch die ETH Zürich eingesehen - siehe: Schweizer Holz wird zu wenig genutzt: Bessere CO2-Bilanz, nachhaltige Ressource - im Vergleich zu anderen Rohstoffen hat Holz viele Vorteile. Die ETH Zürich plädiert für mehr inländisches Holz als Baumaterial und Energiequelle > Handelszeitung 19.10.16.

14.7.16: In der Diskussion um Ungleichheit und höhere Steuern für die Reichsten taucht hierzulande wiederholt das Argument auf, die Reichsten zahlten ja schon 80 Prozent der Bundessteuern - so auch von Prof. Monika Bütler aus St.Gallen. Unerwähnt bleibt dabei, dass das bei den Einkommenssteuern ja nur den Bundesteil und nicht jene der Kantone betrifft und dass vor allem die Ärmeren über die Mehrwertsteuer eben doch einen grossen Obulus zu den Bundeseinnahmen beitragen, muss immerhin so um einen Drittel sein - siehe auch http://www.srf.ch/news/wirtschaft/die-belastung-mit-steuern-und-gebuehren-wird-voellig-unterschaetzt .

10.4.16: Dass der Homo oeconomicus endgültig nicht mehr das Mass aller Dinge und eben auch nicht das Paradigma der Ökonomie sein kann, zeigen die postkapitalistischen Strömungen, die Paul Masson in seinem Buch «Postkapitalismus» nachzeichnet - nun auch auf Deutsch erschienen. Denn all die Leute, die sich der Open Source Bewegung angeschlossen haben (Linux, Wikipedia etc) tun dies ja aus freien Stücken und ohne Entgelt - dabei müssten sie dem Mamon nachjagen und hätten dabei ja beste Chancen. 

29.3.16: Ich war früher tendenziell auch ein starker Befürworter des weltweit freien Handels - unterdessen zeigt sich an den Folgeerscheinungen - zb in sozialer Hinsicht - dass wir viel zu weit gegangen sind. Aktuell betrifft dies die neu verhandelten internationalen Abkommen wie TTIP für den Warenhandel und TISA für den Dienstleistungsaustausch - und natürlich für die weltweite Migrationswelle. Folgerichtig muss künftige Globalisierung oder eben die Fortschreibung des Welthandels:
  • Gleichgewichtig erfolgen
  • Alle vier Faktoren und eben nicht nur deren drei umfassen (Warenhandel, Austausch von Dienstleistungen, Kapitalströme, freier Personenverkehr)
  • Schrittweise erfolgen mit Schutz der jeweils schwächeren Partner wie dies Joseph Stiglitz vorschlägt - in dem diese etwa Liberalisierungschritte erst später vollziehen   
Zusammengefasst bedeutet dies: Künftige Globalisierung darf nur insoweit erfolgen, als auch der freie Personenverkehr gewährleistet ist - und soweit die Globalisierungsopfer angemessen entschädigt werden (neue Jobs!).  

2.2.16: Entwicklungszusammenarbeit ist Erfolgsgeschichte Die Entwicklungshilfe, oder Entwicklungszusammenarbeit steht im Zeichen fundamentaler Kritik. Zu Unrecht, wie dieser Beitrag zeigt. Wird Entwicklungshilfe nämlich als das betrachtet, was sie eigentlich darstellt, eine Spielart der Aussenpolitik, fällt die Bilanz wesentlich günstiger aus > oekonomenstimme.ch 2.2.16.

27.1.16: Im Hinblick auf die Nahrungsmittelspekulations-Initiative behaupten deren Gegner, wie etwa auch der CH-Bundesrat, es gäbe gar keine Spekulation. Die gleichen Kreise sehen bei den Währungsmärkten und der Überhöhung des CHF-Kurses eine spekulative Überhöhung des Preises aber durchaus als gegeben an. Wenn es also auf den Devisenmärkten Spekulation gibt, warum dann nicht auch auf den Agrarmärkten? Siehe dazu auch den Arena-Diskutanten Heiner Flassbeck in einem Blogbeitrag > hier.

>>> Startseite Oekonomedia

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Einsichten in aller Kürze 2015

Längere Zeit herrschte hier Ebbe - was auch die mangelnde Fortentwicklung ökonomischer Gedankengänge reflektiert. Doch schliesslich kommt es auch in diesem Jahr zu Einsichten, etwa folgenden:

22.12.15 Volkswirtschaftliche Gesamtgrössen miteinander in Beziehung zu setzen, geschieht nicht immer. So argumentieren etwa Flassbeck (und Vontobel) einerseits, Schulden stünden immer Vermögen gegenüber - dann wären Leistungsbilanzüberschüsse von Deutschland etwa aber zumindest dann nicht so dramatisch, wenn die Importüberschüsse der Gegenpartei zum Aufbau von Vermögenswerten, also etwa von Infrastruktur dienten. Und Flassbeck stellt auch in Abrede, dass die Verschuldung eines Staates nicht in Beziehung zum BIP gesetzt werden dürfe, weil man bei persönlichen Schulden diesen auch das Vermögen gegenüberstelle - und dennoch achtet etwa eine Bank auf mein Einkommen, wenn sie mir für den Hauskauf (also für Vermögensbildung) eine Hypo gewährt. Zweimal wird von Flassbeck hier ungerechtfertigterweise die herkömmliche VW-Lehre kritisiert. Das gälte es zumindest zu differenzieren.

7.10.15 - Der Kapitalismus errodiert nicht wegen einer plötzlichen Revolution, sondern weil zunehmend der Preismechanismus versagt resp. seine ordnende Funktion verliert. Das sehen wir im Internet, das uns heute Information wie Unterhaltung gratis zur Verügung stellt. Damit verliert aber auch Arbeit und der Lohn für diese an Bedeutung und Steuerungskapazität. Ich kann dem nur beifügen: Mit der Einführung von Negativzinsen hat der Preismechanismus auch auf den Finanzmärkten seinen Einfluss verloren. Und im Energiesektor steht eine grosse Umwandlung mit dem Aufkommen unendlich verfügbarer Solarenergie vor der Türe. Weitere solche Gedankengänge finden sich auch im Buch «Postcapitalism» von Paul Mason, erschienen im Sommer 2015 und vorgestellt auf infosperber.ch.

>>> Startseite Oekonomedia